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Coburg

Besser als Nachbarregionen

Landrat Sebastian Straubel widerspricht dem Bundes-Arztregister. Die medizinische Versorgung ist nicht so dramatisch schlecht, wie dargestellt, aber es besteht Handlungsbedarf, mehr Ärzte in die Region zu holen.



Wie ist es mit der ärztlichen Versorgung im Landkreis Coburg bestellt? Während das Bundes-Arztregister den Landkreis Coburg für unterversorgt hält, verweist Landrat Sebastian Straubel darauf, das nicht nur die niedergelassenen Ärzte zählen.	Foto: Maurizio Gambarini
Wie ist es mit der ärztlichen Versorgung im Landkreis Coburg bestellt? Während das Bundes-Arztregister den Landkreis Coburg für unterversorgt hält, verweist Landrat Sebastian Straubel darauf, das nicht nur die niedergelassenen Ärzte zählen. Foto: Maurizio Gambarini   » zu den Bildern

Coburg - Die aktuellen Meldungen zur ärztlichen Versorgung enthalten wenig Erfreuliches für den Landkreis Coburg. Laut Daten des Bundesarzt-Registers hat der Landkreis mit nur 84 Praxisärzten die wenigsten niedergelassenen Mediziner. Landrat Sebastian Straubel reagiert darauf in einer Stellungnahme.

Darin heißt es: "Was bei den Meldungen und den darin gezogenen Vergleichen allerdings völlig außer Acht gelassen wurde ist, dass Landkreis und Stadt Coburg eine gemeinsame Region bilden - insbesondere auch in der gesundheitlichen Versorgung für die Bürgerinnen und Bürger. Die im Landkreis niedergelassenen Ärzte sind vor allem Hausärzte. Die Fachärzte haben ihre Praxen überwiegend im Stadtgebiet und werden selbstverständlich auch von den Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises aufgesucht. Wenn man rein auf die hausärztliche Versorgung blickt, stehen wir sogar besser da als alle vergleichbaren Nachbarregionen", argumentiert Sebastian Straubel. Er führt weiter aus, dass die Aussagen auch an anderer Stelle hinken, nämlich bezogen auf die vorhandene Ärzteschaft insgesamt. "Die Zahl der niedergelassenen Ärzte gibt nur noch einen sehr groben Anhaltspunkt, um über die tatsächliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger Aufschluss zu erhalten. Immer mehr Ärztinnen und Ärzte eröffnen keine eigenen Praxen mehr, sondern lassen sich in bestehenden Praxen anstellen. Die Zahl der angestellten Ärzte müsste aber natürlich dazugerechnet werden, wenn man wirkliche Aussagen zur Versorgung machen will. "Ich möchte die Zahlen mit den eben gemachten Aussagen ganz sicher nicht schönbeten - aber sie bedürfen der Erklärung", beteuert Straubel. Und weiter: "Ich will auch nicht andeuten, dass wir uns entspannt zurücklehnen und die Hände in den Schoss legen können. Das tun wir nicht und das haben wir nie getan. Die ärztliche Versorgung mit Haus- und Fachärzten ist uns in Landkreis und Stadt Coburg seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen, um das wir uns intensiv kümmern. Es ist uns sehr bewusst, dass es für die Bürgerinnen und Bürger nicht immer leicht ist, gleich einen Hausarzt zu finden und dass uns ein paar mehr Ärzte in der Region sehr guttun würden. Das würde vor allem auch die Situation in den Praxen unserer bestehenden Ärzteschaft entspannen, der ich an dieser Stelle ganz herzlich für ihr Engagement danken möchte."

Ein Beispiel für vorausschauende Investitionen des Landkreises sei beispielsweise das seit 2014 laufende Stipendiatenprogramm für Allgemeinmediziner mit aktuell elf Studierenden, die nach ihrem Studium im Landkreis Coburg als Hausarzt tätig werden. Wie der Landrat weiter schreibt, würden pro Jahr bis zu fünf Stipendien vergeben. Die ersten Stipendiaten stünden kurz vor ihrer fachärztlichen Weiterbildung, die sie bereits in Coburg absolvieren werden. Weiter argumentiert der Landrat: "Seit 2015 haben sich Stadt und Landkreis Coburg zur Gesundheitsregionplus zusammengeschlossen. Die Unterstützung von Ärztehäusern und Gemeinschaftspraxen als Zukunftsmodell steht hier ebenso im Fokus, wie die Schaffung guter Rahmenbedingungen für die Niederlassung. Mittlerweile studieren deutlich mehr Frauen als Männer Medizin. Es gilt also auch, für gute Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sorgen. Hier freut mich die Statistik, denn daraus wird deutlich, dass im Landkreis Coburg deutlich mehr Ärztinnen tätig sind als in den Nachbarregionen. Offensichtlich stimmt die Lebensqualität bei uns. Gleichzeitig gilt es aber natürlich immer da, wo es Lücken gibt, diese auch zu schließen - beispielsweise durch den Hol- und Bringdienst zur Bereitschaftspraxis am Klinikum und zum Kinder- und Jugendärztlichen Bereitschaftsdienst", so der Landrat.

Abschließend stellt er fest: "Eine Imagekampagne zur Anwerbung von Ärzten für unsere Region ist bereits fertig gestellt." und steht kurz vor der Veröffentlichung, mit der zusätzlich deutschlandweit für die Region Coburg geworben wird. Und wer unsere Region kennen- und lieben gelernt hat, der bleibt hier auch gerne. Unsere Stipendiaten melden uns regelmäßig zurück, dass sie sich schon sehr darauf freuen, bei uns tätig werden zu können und dass sie die Region mit allem, was sie zu bieten hat, als Lebens- und Arbeitsstandort sehr attraktiv finden - auch, weil ihnen hier ein nettes Willkommen bereitet wird."

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Veröffentlicht am:
03. 05. 2019
20:24 Uhr

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03. 05. 2019
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