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Blick über den Tellerrand der Fakultät

Studierende präsentieren die Ergebnisse ihrer zehnmonatigen Projektarbeit. Es geht um Umweltschutz, Internet oder E-Mobilität.



Zu Vorsicht im Internet rät Jasmin Bachmann.	Foto: Klüglein
Zu Vorsicht im Internet rät Jasmin Bachmann. Foto: Klüglein   » zu den Bildern

Coburg - Wie verändern Facebook, Twitter & Co. die Lebenswelt junger Menschen? Macht es Sinn aus alten Pet-Flaschen neue Sportschuhe herzustellen? Wie verändern Farben, Formen und Raumempfinden das Wohlbefinden der Menschen? Fragen wie diesen sind Studierende der Hochschule Coburg im Rahmen einer zehnmonatigen Projektarbeit nachgegangen. Am Dienstag präsentierten die 35 Gruppen die Ergebnisse ihrer Forschungen an der Hochschule.

Silke Heling, die wissenschaftliche Koordinatorin des "Coburger Wegs" war beeindruckt von der Vielfalt der Themen, die in den studentischen Arbeitsgruppen angegangen wurde. Das besondere an der Projektarbeit, die es mittlerweile seit fünf Jahren an der Hochschule gibt, ist die fächerübergreifende Zusammenarbeit. Zehn Studiengänge aus vier Fakultäten waren nach Helings Worten an den interdisziplinären Studien beteiligt. Ferner arbeiteten die Studenten eng mit Partnern aus Wirtschaft, Verwaltung und öffentlichen Einrichtungen zusammen. Ganz so, wie es übrigens im "Coburger Weg" beschrieben ist, der durch des Bundesforschungsministerium gefördert wird. Das an der Hochschule entwickelte Projekt setzt darauf, Führungskräfte von morgen bereits heute auf die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit vorzubereiten.

Im Projekt "Herausforderung 4.0" haben beispielsweise Studierende aus den Fachbereichen Soziale Arbeit, Bioanalyse, Betriebswirtschaft und Versicherungswirtschaft an einem Strang gezogen. Herausgekommen ist ein Film, der drastisch beschreibt, was passiert, wenn Jugendliche in sogenannten "sozialen Netzwerken" zu vertrauenswürdig mit Fotos und privaten Daten umgehen. "Denkt darüber nach, wem ihr was schickt und welche Kommentare ihr im Netz abgebt", appelliert Jasmin Bachmann aus der Arbeitsgruppe "Herausforderung 4.0" an junge Menschen. Die Studentin rät ferner zum dosierten Umgang mit dem Smartphone. Trotz des Gruppendrucks, der sich aufbauen könne, wenn Jugendliche nicht ständig online wären, empfiehlt Bachmann: "Lasst euch ruhig mal auf das reale Leben ein."

Ein völlig anderes Thema bewegt Martin Balzuweit, Franziska Krause und Kim Hermann. Ist das Raumschiff Erde in Gefahr, fragen sie und haben einmal nachgeprüft, wie die Menschen mit den natürlichen Resourcen umgehen, und was aus all den Produkten wird, wenn sie ausgedient haben. Einen interessanten Ansatz zum Thema Recycling hat das studentische Team in der Zusammenarbeit zwischen dem Herzogenauracher Sportartikelhersteller Adidas und der amerikanischen Umweltorganisation "Parley for the Ocean" entdeckt. Adidas lässt an den Stränden der Malediven Plastikmüll einsammeln und verarbeitet geschredderte Pet-Flaschen zu neuen Sportschuhen. Der nennt sich dann "Ultra-Boost Parley" und sind für durchschnittlich 150 Euro das Paar im Laden zu haben. Macht das Sinn, oder ist das Recycling-Projekt lediglich eine nette Marketingidee, die das Gewissen der Verbraucher beruhigt. "Obwohl wir mehrfach um Antworten gebeten haben, haben wir von Aidas keine Auskunft bekommen", bedauert Franziska Krause. Aus ihrer Sicht ist lasse sich mit dieser Aktion die Ökobilanz nicht wirklich aufpolieren.

Der automobile Star des Projekttags war ein Tesla Modell X, den der Coburger Kfz-Gutachter Andreas Stirner als Schaustück zur Verfügung gestellt hatte. Aber kann der 85 000 Euro teure Elektro-Sportwagen dazu beitragen, die Mobilitätsprobleme der Zukunft zu lösen? Nein, sagen Georg Braun und Kevin Offermann. Zwar sei Elektromobilität der richtige Weg, aber der hochpreisige Renner offenbar das falsche Werkzeug, um den Verkehr der Zukunft abzuwickeln. Ferner müsse noch viel an der Infrastruktur getan werden, bevor E-Fahrzeuge massentauglich wären.

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Norbert Klüglein

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Veröffentlicht am:
16. 01. 2018
18:00 Uhr

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Norbert Klüglein

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16. 01. 2018
18:00 Uhr



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