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Coburg

Blühwiese statt Brachfläche

In Unterlauter entsteht ein wertvolles Refugium für Tiere. Möglich wird das, weil zwei Menschen nicht aufgeben wollten.



Sie brachten jetzt die ersten Samen aus: Stephan Höhn (Vorsitzender OGV Lautertal), Ralf Schopf und Christine Heider (Vorsitzende Unser Dorf soll schöner werden) sowie Phlilpp Schopf (von links).	Foto: Rebhan
Sie brachten jetzt die ersten Samen aus: Stephan Höhn (Vorsitzender OGV Lautertal), Ralf Schopf und Christine Heider (Vorsitzende Unser Dorf soll schöner werden) sowie Phlilpp Schopf (von links). Foto: Rebhan  

Unterlauter - Man kann sich über eine ablehnende Haltung ärgern und die Hände bequem in den Schoß legen oder aber sich nicht geschlagen geben und mit Überzeugungskraft doch noch ans Ziel kommen. So geschehen in In Unterlauter, wo das Baugebiet "Blauer Hügel II" ausgewiesen wurde.

Wenn solche Flächen zur Bebauung frei gegeben werden, schreibt das Bayerische Naturschutzgesetz vor, dass Ausgleichsflächen geschaffen werden müssen, die einem Eingriff in Natur und Landschaft direkt zugeordnet sind. Für den "Blauen Hügel" übernahm das Rödentaler Unternehmen Schopf und Teig die Erschließung. Es war auch gefordert, entsprechende Ausgleichsflächen auszuweisen. An das Baugebiet angrenzend wurde eine etwa 3000 Quadratmeter große Fläche hierfür herangezogen. Normalerweise gilt diese Fläche als Brachland. Als der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Lautertal dies sah, wuchs in ihm die Idee, diese ungenutzte Fläche zu einer Blühwiese umzuwandeln. Geschäftsführer Ralf Schopf war von Anfang an Feuer und Flamme für die Idee. Jetzt galt es nur noch, das Landratsamt davon zu überzeugen. Hier stieß Stephan Höhn zunächst auf unüberwindbare bürokratische Hürden. Von der Lauterer Höhe erhielt man die Auskunft, dass Ausgleichsflächen nicht bewirtschaftet werden dürfen. "Stellt eine Blühwiese eine Bewirtschaftung dar", fragte sich Stephan Höhn. Mit dieser Abfuhr wollte er sich nicht zufrieden geben und holte Christine Heider (Kreisrätin und Vorsitzende "Das schönere Dorf") mit ins Boot. Gemeinsam zogen sie gen Landratsamt und es gelang der Troika die Behörde von der Sinnhaftigkeit des Vorhabens so zu überzeugen, dass seitens des Amtes die Kosten, immerhin etwa 500 Euro, für den Samen, der aus Blühpflanzen und Gräsern besteht und mehrjährig Blüten austreibt, übernommen wurden.

Stephan Höhn und seine Mitstreiter hoffen nun, dass die Wiese zwischen Unterlauter und Dörfles-Esbach auch bei Kindern das Interesse für Natur weckt. Mit zufriedenem Gesichtsausdruck stellte er fest, dass man viel erreichen kann wenn man miteinander ins Gespräch kommt und an eine Sache glaubt.

Autor

Martin Rebhan
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Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
17:06 Uhr

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Martin Rebhan

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Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
17:06 Uhr



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