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Coburg

Brose stellt sich neu auf

Gesellschafter Michael Stoschek will "Bürokratie" im Unternehmen abbauen. So sollen vor allem in der Administration des Unternehmens Personalkosten abgeschmolzen werden.



Kurt Sauernheimer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Brose-Gruppe, erläuterte den Ehrengästen der 100-Jahrfeier des Brose-Stammwerks Coburg, wie sich das Unternehmen für den Wandel in der
Kurt Sauernheimer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Brose-Gruppe, erläuterte den Ehrengästen der 100-Jahrfeier des Brose-Stammwerks Coburg, wie sich das Unternehmen für den Wandel in der  

Coburg - Die Brose-Gruppe, die rund 26 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 63 Standorten in 23 Ländern hat und einen Umsatz von 6,3 Milliarden Euro erwirtschaftet, will weiter wachsen. Dabei will sie "ein attraktives, agiles und transparentes Familienunternehmen bleiben, dessen Führung auch ein Herz für die Mitarbeiter in der Produktion hat. Mir ist wichtig, dass Brose kein steriler, gesichtsloser Konzern wird." Das sagte Michael Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Automobilzulieferers, bei der 100-Jahrfeier des Stammwerkes in Coburg am Samstag.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Unternehmen das Programm "Future Brose" aufgelegt. Dabei gehe es darum, "dass verloren gegangenes Unternehmertum wieder zurückkehren soll", so Stoschek. In den vergangenen Jahren entstandene Bürokratie solle beendet, "komplizierte Genehmigungsverfahren sollen vereinfacht und beschleunigt werden. Hierarchien sollen reduziert und die Entscheidungsfreiheit der Mitarbeiter vergrößert werden", kündigte der Brose-Chef an.

Die Personalkosten in der Administration seien "inzwischen deutlich höher als in der Fertigung". Deshalb solle mit "Future Brose" die "Leistungsfähigkeit der Organisation auf ein neues Level gehoben und verkrustete Strukturen aufgebrochen werden". Das ständige Bemühen, alle Produkte und Prozesse wirtschaftlicher zu machen, sei die Folge "des unglaublichen Preisdrucks, dem Lieferanten in der Automobilindustrie seit vielen Jahren immer stärker ausgesetzt sind", erläuterte Michael Stoschek (siehe Artikel "Größter Umbau in der Firmengeschichte") .

Im vergangenen Jahr hätten die Gesellschafter das Beratungsunternehmen McKinsey mit einem Drei-Jahres-Programm beauftragt, "unsere wirtschaftliche und technologische Wettbewerbsfähigkeit zu analysieren und unsere Geschäftsführung bei der Umsetzung der Maßnahmen zu unterstützen". Bei Brose wisse man inzwischen, "dass unsere Firma ihre Kosten weltweit um rund zehn Prozent reduzieren muss". Bei einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro entspricht das geschätzten 600 Millionen Euro. Zudem müsse das Brose-Produktprogramm - mechatronische Systeme für Fahrzeugtüren und -sitze sowie Elektromotoren und Elektronik unter anderem für Lenkung, Bremsen, Getriebe und Motorkühlung - stärker als bisher auf die aktuellen Trends der Mobilität ausgerichtet werden. Stoschek: "So steht unser Unternehmen wiederum vor einer großen Herausforderung, die die Führung mit Selbstkritik, Mut und offener Kommunikation angehen muss." Die Eigentümer, die Familien Stoschek und Volkmann, wollen "die Geschäftsleitung bei diesem Transformationsprozess unterstützen und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass unser Familienunternehmen weiterhin auf Erfolgs- und Expansionskurs gehalten werden kann".

Dabei sei es von Vorteil, dass Brose, der weltweit viertgrößte Automobilzulieferer in Familienbesitz, einen "sehr kleinen Kreis von Gesellschaftern" habe, die sich "an vereinbarte Regeln und Beschlüsse halten". Der Vorsitzende der Brose-Gesellschafterversammlung verwies auf eine Verfassung, "die ganz eindeutig die Interessen des Unternehmens vor die der Eigentümer stellt, was beispielsweise die Entnahmen anbelangt".

Ausdrücklich dankte der Brose-Chef den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Stammsitz Coburg. Sie hätten maßgeblichen Anteil am Erfolg des Coburger Familienunternehmens.

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Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
07. 07. 2019
23:04 Uhr

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Wolfgang Braunschmidt

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07. 07. 2019
23:04 Uhr



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