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Coburg

Brose vor größtem Umbau in seiner Geschichte

Der Wandel in der Automobilindustrie erfasst auch Brose. Das Unternehmen reagiert mit einem Erneuerungsprogramm.



Der Wandel in der Automobilindustrie erfasst auch Brose. Das Unternehmen reagiert mit einem Erneuerungsprogramm.
Der Wandel in der Automobilindustrie erfasst auch Brose. Das Unternehmen reagiert mit einem Erneuerungsprogramm.   Foto: Frank Wunderatsch » zu den Bildern

Coburg - Kurt Sauernheimer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Brose-Gruppe, hat bei der 100-Jahrfeier des Stammwerks Coburg am Samstag darauf hingewiesen, dass dieser Geburtstag in einem besonders schwierigen Umfeld stattfinde. Brose-Kunden müssten ihr Produktprogramm - auch die Verbrennungsmotoren - erneuern, um die neuen Abgasnormen zu erfüllen. Schließlich müssten diese Fahrzeuge in den nächsten 15 Jahren das Geld verdienen, um die Zukunft der Automobilhersteller zu finanzieren. Parallel dazu würden neue Antriebs- und Mobilitätskonzepte entwickelt. Beides koste Milliarden von Euro. Gleichzeitig gehe der Markt zurück, insbesondere in China. "Der Druck in der Automobilindustrie steigt weiter massiv an", sagte Sauernheimer. Dieser Druck werde an die Zulieferer, auch Brose, weitergegeben.

Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, sei das Programm "Future Brose" ins Leben gerufen worden. Es sei, so Kurt Sauernheimer, das größte Erneuerungsprojekt in der Firmengeschichte. Es beinhalte drei Handlungsfelder: das Vorantreiben des profitablen Wachstums im Kerngeschäft, die Überprüfung der Unternehmensorganisation, um Kosten zu senken, "insbesondere in Entwicklung und Verwaltung", sowie die Steigerung der Innovationskraft, "sowohl bei bestehenden als auch bei neuen Produkten und Prozessen". Der Anfang sei mit Betriebsvereinbarungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit gemacht. Das sei "ein wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung; das Thema wird uns aber in den kommenden Jahren weiter begleiten", betonte der Vorsitzende der Brose-Geschäftsführung.

Mit Blick auf den Stammsitz und dessen Konkurrenten in Osteuropa betonte Sauernheimer, "wir müssen weitere Schritte tun, um Coburg zukunftsfähig zu machen: mit neuen Produkten und mit einer Bereinigung des Produktionsprogramms, aber auch mit einer weiteren deutlichen Verbesserung unserer Produktivität und unserer Arbeitskosten."

Dies sei kein Selbstzweck. Denn die Kunden des Automobilzulieferers erwarteten immer größere Preisreduzierungen, und die Wettbewerber würden Brose mit ihren osteuropäischen Standorten das Leben weiterhin schwer machen. Sie würden heute zum Teil mit einem Drittel der Personalkosten im Vergleich zu Deutschland entwickeln und produzieren - "und dies bei deutlich längeren individuellen Arbeitszeiten".

Die Antworten, die Brose darauf geben müsse, würden "sicherlich auch zu Belastungen führen". Um sie erträglich halten zu können, sei Vertrauen bei allen Beteiligten notwendig. "Deshalb ist es so wichtig, dass Gesellschafter, Geschäftsführung und Betriebsrat konstruktiv zusammenarbeiten", so Sauernheimer. Brose habe in seiner über 100-jährigen Geschichte schon schwierigere Situationen überstanden - zwei Weltkriege, die Öl- und die Finanzkrise, wie Michael Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, zuvor erläutert hatte.

Kurt Sauernheimer sei zuversichtlich, was die Zukunft von Brose anbelange: "Wir haben die Unterstützung der Gesellschafter, eine stabile Familie und ein Produktportfolio, das weniger vom Wandel der Antriebstechnologie betroffen ist." So sei das Unternehmen in der Zeit der größten Umwälzungen in der Automobilindustrie weniger angreifbar. Der Vorsitzende der Geschäftsführung glaube "fest daran, dass Brose auch die nächsten einhundert Jahre erfolgreich gestalten kann - in Coburg und weltweit".

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Wolfgang Braunschmidt

Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
06. 07. 2019
16:02 Uhr

Aktualisiert am:
07. 07. 2019
23:24 Uhr

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Wolfgang Braunschmidt

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06. 07. 2019
16:02 Uhr

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07. 07. 2019
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