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Coburg

"Bürger für Bürger" löst sich auf

Paukenschlag in der Gemeinde Weitramsdorf: Die BfB lösen sich auf. Der Bürgermeister steht nun ohne Wählervereinigung da und erhebt Vorwürfe.



Coburg - Wolfgang Bauersachs, Bürgermeister von Weitramsdorf, wirkte am Montag während eines Pressegesprächs noch immer tief getroffen. Zu dem hatte er gemeinsam mit Gemeinderat Leonhard Potsch geladen, weil sich am vergangenen Mittwoch die Wählervereinigung "Bürger für Bürger" (BfB) aufgelöst hat, der beide angehörten.

Vorstand spricht von Vertrauensverlust

Der ehemalige Vorsitzende von "Bürger für Bürger" begründet das häufige Fernbleiben von Fraktionssitzungen mit Vertrauensverlust: "Bürgermeister Wolfgang Bauersachs ist während der gesamten Amtszeit nicht ein einziges Mal auf mich persönlich zugegangen, um über die Weiterentwicklung der Kommunalpolitik in Weitramsdorf zu sprechen, obwohl dies im Wahlkampf explizit vereinbart wurde."

Zum Vorwurf, die Auflösung sei von langer Hand geplant, nahm Vorstandsmitglied Dr. Rainer Kalwait Stellung: Die Ziele des einstigen Zehn-Punkte-Planes seien mit den Mandatsträgern, gerade auch Bürgermeister Bauersachs, nicht zu verwirklichen gewesen.

 

"Zunächst hatte ich mich gefreut, als ich die Einladung zur Jahreshauptversammlung bekommen habe, denn Veranstaltungen der BfB waren in der Vergangenheit äußerst selten", sagte Bauersachs. Er wollte gerne erneut für BfB als Bürgermeister kandidieren - und hätte sich Vorstellen können, den Vorsitz des Vereins zu übernehmen.

 

Für die Auflösung habe die Wählervereinigung laut Bauersachs zwei Anläufe gebraucht. Zum ersten Anlauf habe der ehemalige Vorsitzende Peter Bieber am 26. Juni geladen. Allerdings sei zu diesem Termin nur der Vorstand zurückgetreten, die für die Auflösung notwendige Dreiviertelmehrheit sei nicht zustande gekommen - nur neun der 13 anwesenden Mitglieder hätten dafür gestimmt. Das Ende des Vereins sei am vergangenen Mittwoch besiegelt worden. Zwar sei auf der Tagesordnung die Neuwahl eines Vorstandes gestanden, jedoch sei der Punkt "Auflösung des Vereins" vorgezogen worden. Anwesend seien kurioserweise 17 von 15 Mitgliedern gewesen. Das sei laut Bauersachs mit Familienmitgliedschaften begründet worden, die in der Satzung aber nicht vorgesehen seien. Für die Auflösung hätten zwölf der 17 Mitglieder gestimmt. Die Dreiviertelmehrheit sei zustande gekommen, weil eine Stimme für ungültig erklärt worden sei.

An den Abstimmungen sei auch Hans-Jürgen Marschollek beteiligt gewesen, der die BfB-Fraktion im Frühjahr verlassen hatte. Auch Harry Schleifenheimer hatte über das Ende des Vereins mitbestimmt. Er ist zwar BfB-Mitglied, sitzt aber für die CSU im Gemeinderat und möchte für diese Partei als Bürgermeister kandidieren.

Bauersachs sieht in dem Vorgehen seiner Wählervereinigung ein abgekartetes Spiel: "Der Ablauf der beiden Versammlungen lässt darauf schließen, dass die Auflösung des Vereins von den Akteuren seit Längerem vorbereitet worden ist." Dieser Umstand erschließe sich auch aus dem Verhalten des Vorsitzenden und seines Stellvertreters, die schon seit Längerem zu keinem Treffen mehr eingeladen hätten.

Ein Fakt, der Bauersachs noch wegen einer weiteren Sache sauer aufstößt: Vorsitzender Bieber habe in seinem Bericht bemängelt, dass er sich als Steigbügelhalter benutzt fühlte - auch weil Bauersachs nie auf ihn zugekommen sei. "Das ist so nicht richtig. Wir haben Herrn Bieber stets zum öffentlichen Teil der Fraktionssitzungen eingeladen", entgegnete der Bürgermeister. "Am Anfang ist er regelmäßig gekommen, allerdings wurden die Besuche mit den Jahren seltener", ergänzte Potsch.

Auch den Verwurf, er habe nichts erreicht, will Bauersachs nicht auf sich sitzen lassen. Sicher sei es ihm nicht gelungen, das Zehn-Punkte-Programm der BfB komplett umzusetzen, aber: "Dafür braucht es in einem Gemeinderat auch Mehrheiten und die waren nicht immer gegeben." Außerdem habe er einige Erfolge als Bürgermeister vorzuweisen, unter anderem die Ansiedlung des ASB in Weidach, die den älteren Weitramsdorfern zugute komme.

"Ich habe in der Gemeinde einiges angestoßen und fühle mich noch zu jung, um aufzuhören", erklärte Bauersachs. Er habe den Bürgern die Gelegenheit geben wollen, über eine weitere Amtsperiode abzustimmen. "Das haben die BfB nun verhindert", klagte er. Offensiv auf die Suche nach einer neuen Partei oder Wählervereinigung wolle sich Bauersachs nicht machen. "Eine nochmalige Kandidatur ist nun nur möglich, wenn mich jemand anderes nominiert." Auch Potsch hätte für die BfB weitermachen wollen, will nun aber definitiv nicht mehr kandidieren.

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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
17. 07. 2019
00:00 Uhr

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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
17. 07. 2019
00:00 Uhr



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