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Coburg

CSU sieht „historische Chance“

Die Partei nominiert Christian Meyer zum OB-Kandidaten. Er soll das erste Stadtoberhaupt der CSU werden. Die Stadtratsliste ist jünger und weiblicher geworden.



Start in den Wahlkampf: Die Coburger CSU nominierte am Donnerstagabend Christian Meyer zum OB-Kandidaten. Von links: MdL Martin Mittag, René Boldt, Landrat Sebastian Straubel, Heike Meyer, Christian Meyer, MdB Hans Michelbach und Bürgermeisterin Dr. Birigt Weber.   Foto: Henning Rosenbusch

Coburg – Die Coburger CSU geht mit Christian Meyer an der Spitze in das Rennen um den Chefsessel im Coburger Rathaus. Am Donnerstagabend nominierten die Delegierten des Kreisverbands Coburg Stadt den 51-Jährigen mit großer Mehrheit als Oberbürgermeisterkandidaten. Von 65 abgegebenen Delegiertenstimmen entfielen 64 auf Meyer.

Der Geschäftsführer der städtischen Wohnbau ist kommunalpolitisch kein unbeschriebenes Blatt. Vor seinem Wechsel an die Sitze des städtischen Unternehmens saß Meyer für die CSU im Stadtrat und übte das Amt des Kreisvorsitzenden aus. In seiner Antrittsrede als OB-Kandidat versprach Meyer die Stadt wieder zum Pulsieren zu bringen und Coburg als Schwarmstadt zu etablieren. Mit Besorgnis, so der Kandidat, blicke er momentan auf die städtischen Haushalt. Seiner Meinung nach müsse mehr Spielraum für zukunftsweisende Investitionen geschaffen werden. Deshalb habe er es sich zum Ziel gesetzt, Wirtschaftspolitik zur Chefsache zu machen. Im Bereich der internen Verwaltung strebt Christian Meyer eine Reform an: „Ich will nur noch zwei hauptamtliche Bürgermeister für Coburg und Fachreferenten für die wichtigsten Entwicklungsfelder“, sagte er.

Großen Wert legt der OBKandidat der CSU ferner auf die Entwicklung der digitalen Infrastruktur. Das sei das neue „Herz-Kreislauf-System“ der Stadt meinte Meyer und kündigte an, dass er sich darum bewerben wolle, Coburg zur Smart- City zu machen. Klimaschutz und Wirtschaftsentwicklung schließen sich nach den Worten des OB-Kandidaten nicht gegenseitig aus: „Wir wollen das Klima schützen und die Konjunktur stützen“, versicherte er.

Ein ausgewogenes Miteinander strebt er auch im Bereich des innerstädtischen Verkehrs an: Fahrradwege seien wichtig. „Wir wollen aber die Coburger selbst entscheiden lassen, mit welchem Verkehrsmittel sie von A nach B kommen wollen“. Freiheit statt Bevormundung lautet hier das Motto von Christian Meyer.

Auf dem Sektor der Stadtentwicklung forderte er eine Stärkung der Stadtteile. Schließlich wohnten die meisten Menschen dort und nicht in der Innenstadt. Dazu gehöre auch „der Hausarzt für jeden Stadtteil“, betonte der OB-Kandidat.

Ihm schwebt ferner eine starke Führung beim Krankenhauskonzern Regiomed vor und die Weiterentwicklung Coburgs zum Zentrum der Gesundheitsausbildung. Regiomed und die Hochschule Coburg könnten hier die Zugpferde sein. Schließlich plädierte Christian Meyer für eine Stärkung der Jugendarbeit in den Vereinen. Noch heute wolle die CSU diesbezüglich einen Antrag zur nächsten Stadtratssitzung einbringen.

Christian Meyer versprach einen fairen und sachlichen Wahlkampf zu führen. „Bei uns gibt es keinen Platz für Populismus und Egoismus“, sagte er. „Die Coburger CSU hat im kommenden Jahr die historische Chance, erstmals den Oberbürgermeisters zu stellen.“

Mit diesen Worten hatte CSU Kreisvorsitzender René Boldt vor der Antrittsrede von Christian Meyer die Delegierten eingeschworen. Was früher erschreckend weit weg erschien wäre, sei heute in greifbare Nähe gerückt. „Die Freunde im Landkreis haben es mit der Wahl von Sebastian Straubel zum Landrat vorgemacht“, meinte Boldt. Mit Blick auf die politischen Mitbewerber, die schon jetzt tief zerstritten wären oder sich nur auf ein Thema konzentrierten, meinte Boldt: „Wir sind die einzig verbliebene Volkspartei.“ Der Kreisvorsitzende forderte dazu auf, das Klein-Klein der ewigen Lagerkämpfe endlich zu überwinden: „Was wir brauchen ist ein Wettbewerb um die besten Ideen. Ein Machen statt bloß ein Moderieren.“ Obwohl man sich natürlich mit dem politischen Gegner auseinander setzen werde, kündigte René Boldt an, einen fairen Wahlkampf führen zu wollen. „Wer einen spaltenden Wahlkampf will, der stößt bei uns auf taube Ohren.“ Die CSU werde ein Bild der Geschlossenheit abgeben.

Der Vorsitzende des CSU-Kreisverbands Coburg Stadt sah seine Partei vor dem größten Umbruch der letzten Jahrzehnte. Das sei schon daran zu erkennen, dass sieben der gewählten zehn Stadträte nicht mehr kandidieren werden. Dazu gehören neben dem Fraktionsvorsitzende Jürgen Oehm, dem Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach und dem IHK-Präsident Friedrich Herdan auch Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha, Frank Völker, Max Beyersdorf und Mathias Zimmer. Den ausscheidenden Politikern galt Boldts Dank.

Dafür präsentierte die Partei am Donnerstagabend eine Stadtratsliste, die wesentlich jünger und weiblicher geworden ist. Es stehen je 20 Männer und 20 Frauen darauf, die nach dem sogenannten Reißverschlussverfahren gereiht sind. Das heißt, dass stets auf einen Mann eine Frau folgt. „Das können wir zum ersten Mal in der Geschichte der Coburger CSU anbieten“, freute sich René Boldt. Mit einem Durchschnittsalter von 47 Jahren sind die Stadtratsbewerber auch so jung wie nie. Für die Annahme der Liste, über die im Block abgestimmt wurde, votierten 63 Delegierte. Einer war dagegen. Eine Stimme war ungültig. 

 

Die Stadtratsliste der CSU Coburg

1.Christian Meyer, 2. Dr. Birgit Weber, 3. René Boldt, 4. Christina Vatke, 5. Hans-Herbert Hartan, 6. Janis Franz, 7. Dr. Andreas Engel, 8. Antoinetta Bafas, 9. Roland Eibl, 10. Barbara Kammerscheid. 11. Patrick Löffler, 12. Annemarie Keul-Weber, 13. Thomas Bittorf, 14. Winnie Hannusch, 15. Jan Pussert, 16. Terzo Pfadenhauer, 17. André Linß, 18. Steffi Stahl, 19. Matthias Muffel, 20 Bianca Nestmann, 21. Marcel Sagasser, 22. Sigrid Graf, 23. Patrick Mohr, 24. Anna Boldt, 25. Arndt Schmidt, 26. Kerolain Frind, 27. Christian Gudde, 28. Andre Becker, 29. Dr. Peer Medau, 30. Michaela Wagner, 31. Christoph Brockardt, 32. Cindy Hoppe, 33. Marco Cestone, 34. Kathrin Waldeck, 35. Holger Bender, 36. Rita Schubert, 37. Dr. Georgio Cumbat, 38. Helga Kilian, 39. Hans-Joachim Pfadenhauer, 40. Carolin Bote-Schönekäs.

Ersatzleute: Frank Zindel, René Kob, Bernt Rose, Marisa Angermüller und Anja Falkowski. 

 

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Veröffentlicht am:
04. 12. 2019
10:49 Uhr

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04. 12. 2019
10:49 Uhr



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