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Coburg

Coburg begeistert chinesische Blogger

Fast jeder kennt das Klischee von asiatischen Scharen, die Europas Attraktionen in einer Woche besichtigen. Eine Reisegruppe aus China will das ändern.



Auf ihrer Tour durch Coburg nutzten die Blogger auch die Gelegenheit, einen Schnappschuss von Königin Victoria zu erhaschen.
Auf ihrer Tour durch Coburg nutzten die Blogger auch die Gelegenheit, einen Schnappschuss von Königin Victoria zu erhaschen.   Foto: Henning Rosenbusch » zu den Bildern

Coburg - Knapp 100 Millionen Nutzer sind auf dem chinesischen Reiseportal Qyer.com angemeldet. Mehr Menschen als aktuell insgesamt in Deutschland, Österreich und der Schweiz leben. Damit ist Qyer.com eines der größten Online-Reiseportal im Reich der Mitte. Neben Einzelreisen bietet die Plattform ihren Nutzern auch Erfahrungsberichte über mögliche Reiseziele. Etwa 400 Autoren geben ihren Landsleuten hier auf sogenannten Reiseblogs Ratschläge, wie sie einen Urlaub in der Fremde planen können. Und auch woran sie denken müssen, um die Erfahrung wirklich besonders zu machen. Um neue Geheimtipps zu entdecken, entsendet Qyer.com seine Autoren in alle Ecken der Welt. Auch nach Coburg. Am vergangenen Sonntag besuchte eine Gruppe chinesischer Reiseautoren die Vestestadt.

Chinas Tourismus

Mit 1,386 Millionen Menschen ist der chinesische Markt für viele Branchen ausgesprochen attraktiv. Auch für die Tourismusbranche.

 

Die meisten Reisen unternehmen Chinesen noch innerhalb ihres eigenen Landes. Auslandsreisen werden jedoch beliebter.

 

2018 reisten laut der Chinesischen Akademie für Tourismus rund 140 Millionen Chinesen ins Ausland.

 

Große Reisegruppen sind in China mittlerweile nicht mehr angesagt. Zwei Drittel der chinesischen Touristen reisen laut dem "Chinese International Travel Monitor 2018" heute alleine oder in Kleingruppen.

 

Das größte Problem für chinesische Touristen in Deutschland sind die strikte Visaregelungen, die das Auswärtige Amt ihnen vorschreibt.

 

"Das ist nicht Coburgs erste Bloggerreise", erklärt Oliver Hack, der neue Leiter der Coburger Touristeninformation. Tatsächlich habe es bereits früher solche Aktionen gegeben. Künftig sei es jedoch Teil des neuen Marketingkonzepts der Vestestadt, verstärkt mit authentischen und persönlichen Erfahrungsberichten auf sich aufmerksam zu machen. Üblicherweise würden Blogger oft über Nacht bleiben. Auf diese Weise sei es ihnen möglich, das besondere Coburger Flair zu erleben und auch kulinarische Besonderheiten zu probieren. Etwa: die berühmte Coburger Bratwurst. Das sei im Fall der Gruppe aus China leider jedoch nicht möglich gewesen. "Coburg war für sie nur eine Zwischenstation", berichtet Hack. Bereits seit dem fünften August würden sie quer durch Deutschland reisen und Deutschlands Schlösser und Gärten besichtigen. Am Ende sollen sechs Reiseberichte über Deutschland entstehen.

 

"Coburg ist unglaublich idyllisch", sagt Linxin Zhang, der als Editor für das Projekt verantwortlich ist. Es gebe jede Menge zu erleben und dennoch sehe man kaum andere Touristen. "Wenn ein Ort zu überlaufen ist, weiß man sofort, dass er in Wirklichkeit langweilig ist", erklärt er. Das sei bei Coburg nicht der Fall. Die Bloggerreise sei das erste Mal, dass er aus Asien herauskäme. Inzwischen hatte er jedoch die Gelegenheit gehabt, einige Deutsche Städte zu besuchen. Unter anderem Heidelberg, Stuttgart und Nürnberg. "Persönlich bevorzuge ich es, kleinere Städte wie Coburg anzuschauen", erzählt er. Man merke, dass dort noch ganz normale Menschen in der Innenstadt leben würden, mit denen man in Kontakt treten könne. Dies werte eine Stadt in seinen Augen aus touristischer Sicht deutlich auf.

Chao Yuan, deren Bloggername übersetzt soviel bedeutet wie "Sisi Li hört nicht auf zu spielen", war früher schon mal in Deutschland. Dies sei ihr dritter Besuch. Vor etwa zwei Jahren war sie sogar schon Mal in Coburg. Aus diesem Grund sei die Vestestadt für sie eines der Highlights der Bloggerreise. "Damals fand in Coburg gerade das Samba-Festival statt", erinnert sie sich. Die Straßen seien weitaus voller gewesen als diesmal und die Stadt habe sich regelrecht im Ausnahmezustand befunden. Nun lerne sie Coburg mal von seiner ruhigen Seite kennen. "Weil Sonntag ist, sind die Läden leider geschlossen", bedauert sie. Doch ihre Coburger Lieblingssehenswürdigkeit habe zum Glück geöffnet: die Veste. Um sie zu besichtigen, waren die Blogger unter anderem nach Coburg gekommen. Während ihres Besuchs führte sie Oliver Hack vom Anger über den Marktplatz und die Ehrenburg bis hin zur Veste.

"Ich glaube, Deutschland ist vor allem für die Menschen im Norden Chinas interessant", berichtet Siyao Wu, der als Blogger unter dem Synonym "Herr Zwei Zwei" schreibt. Dort habe es einst deutsche Kolonien gegeben und noch heute würden sich viele Menschen den Deutschen daher eng verbunden fühlen. Etwa in der Stadt Qingdao aus der die bekannte Biermarke Tsingtao stammt. "In China heißt es, die Deutschen seien besonders fleißig und regeltreu", berichtet er. Dieses Klischee könne er guten Gewissens bestätigen. "Gerade wenn es ums Autofahren geht, sind die Deutschen im Gegensatz zu uns sehr genau", betont er. Ganz im Gegensatz zu den Chinesen. "Wer Chinas Straßenverkehr übersteht, der kann überall fahren", erklärt er. Neben solchen Unterschieden gebe es jedoch auch Dinge, die Deutschland und China verbindenden würden: etwa die Küche. "Vor einigen Tagen habe ich in einem Restaurant eine Haxe bestellt", berichtet Wu. Die habe genauso geschmeckt, wie ein Gericht, das seine Mutter daheim koche.

"Noch kann es sich nur ein Bruchteil der Chinesen leisten, nach Europa zu verreisen", erklärt Linxin Zhang. Diese Zahl nehme jedoch stetig zu. "Insbesondere die junge Generation möchte die Welt alleine erkunden",sagt der Editor. Dies sei eine große Chance für Städte wie Coburg. "Bisher kommen die meisten Besucher in Coburg noch aus Deutschland und den Niederlanden", berichtet Oliver Hack. Aufgrund des Victoria-und-Albert-Jubiläums hätten sich heuer jedoch auch zunehmend mehr Briten die Vestestadt angeschaut. "Wir freuen uns selbstverständlich, wenn wir auch in anderen Regionen bekannter werden", sagt der Leiter der Touristeninformation. Der Chinesische Markt sei hierbei besonders interessant.

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Andreas Wolfger
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Veröffentlicht am:
12. 08. 2019
16:42 Uhr

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Andreas Wolfger

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Veröffentlicht am:
12. 08. 2019
16:42 Uhr



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