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Coburg

Coburg feiert Prinz Albert: Marie Sophie Weidinger im Interview

Marie-Sophie Weidinger spielt seit 2016 die Königin Victoria im Musical „Albert und Victoria – Die Liebe des 19. Jahrhunderts“. Ab Ende August wird es an zehn Terminen im historischen Riesensaal von Schloss Ehrenburg in Coburg aufgeführt. Dann ist Schluss. Im Interview verrät die 25-Jährige, wie sie sich auf die Rolle vorbereitet, was sie bei den Aufführungen besonders berührt hat und warum Reißverschlüsse bei ihr ein Gefühl von Panik auslösen können.



Die Rolle der Königin Victoria ist Marie-Sophie Weidinger - hier mit Valentin Fruntke als Prinzgemahl - quasi auf den Leib geschneidert.
Die Rolle der Königin Victoria ist Marie-Sophie Weidinger - hier mit Valentin Fruntke als Prinzgemahl - quasi auf den Leib geschneidert.  

 

Termine & Karten

Marie-Sophie Weidinger kam 1999 mit der Familie nach Dörfles-Esbach. Später zog die Familie nach Coburg, wo Weidinger 2012 das Abitur machte. Im Jahre 2016 beendete sie ihre Ausbildung zur Musicaldarstellerin und ist seitdem als freischaffende Künstlerin tätig. Zu sehen ist Marie-Sophie Weidinger in dem im Musical "Albert und Victoria - Die Liebe des 19. Jahrhunderts" am morgigen Donnerstag, 29. August, Freitag, 30. August, Samstag, 31. August sowie am Donnerstag, 12. September, Freitag, 13. September, Samstag, 14. September, Sonntag, 15. September, Donnerstag, 19. September, Freitag, 20. September und Samstag, 21. September jeweils um 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr) im Riesensaal von Schloss Ehrenburg. Tickets: www.okticket.de

 

Sie spielen mittlerweile in der dritten Saison die Rolle der Königin Victoria im Musical "Albert & Victoria". Was macht für Sie den besonderen Reiz dieser Rolle aus?

Marie-Sophie Weidinger: Königin Victoria ist eine reale Person, das allein ist schon unglaublich reizvoll. Und sie war eine mächtige und interessante Frau. Sie hat zusammen mit Prinz Albert eine ganze Epoche geprägt. Und den Spagat zwischen ihrer Rolle als Königin und ihrer Liebe zu Albert, finde ich besonders reizvoll zu spielen.

 

 

Kann man sagen, dass diese Rolle ihre berufliche Laufbahn geprägt hat?

Königin Victoria ist die erste große Rolle, die ich gespielt habe und das direkt nach meiner Ausbildung. Deshalb denke ich, dass die Rolle auf jeden Fall ihren Teil zu meiner Entwicklung als Darstellerin beigetragen hat. Sie begleitet mich nun bereits seit vier Jahren, wächst mit mir und wird immer etwas ganz Besonderes für mich sein.

 

Hat sich Ihre Darstellung der Königin im Lauf der Jahre verändert?

Bestimmt, obwohl ich die Rolle, denke ich, schon im ersten Jahr sehr verinnerlicht hatte, da ich mich unglaublich viel mit ihrer Person beschäftigt hatte. Aber natürlich entwickelt man sich selber weiter, man gewinnt immer mehr an Routine und Vertrauen und spielt sich frei.

 

Sie haben die Rolle der Königin Victoria zum ersten Mal mit 22 Jahren gespielt. Erzeugt eine solche Rolle auch einen gewissen Druck?

Das könnte man meinen, doch das hat mich eigentlich gar nicht so sehr unter Druck gesetzt. Ich fand es einfach unglaublich interessant, mich mit der Person von Königin Victoria zu beschäftigen und habe mich von Anfang an sehr wohl in der Rolle gefühlt. So als würde man ein Kleid anziehen, das gleich perfekt passt. Ich wollte aber natürlich alles richtig gut machen und das hat mich, glaube ich, mehr unter Druck gesetzt. Und, dass es in meiner Heimatstadt aufgeführt wird und mich viele Menschen, die mich kennen, sehen und beurteilen werden.

Wie bereiten Sie sich direkt vor Ihren Auftritten auf die Rolle vor?

Ich mache immer ein bisschen Yoga und Atemübungen, um vor einer Vorstellung runterzukommen, aber speziell für die Rolle eigentlich nichts. In die Stimmung komme ich schon, sobald ich die Ehrenburg betrete. Da ist der Saal mit dem ganzen Stuck und seiner Geschichte, und wenn ich mich dann schminke, meine Frisur mache, in meine Corsage eingeschnürt werde und mein Kleid anziehe, dann werde ich zu Königin Victoria.

 

Welches waren bislang Ihre schönsten Erlebnisse beim Musical?

Oh je, das ist schwierig, es gab so viele. Aber ich glaube, eines der schönsten Erlebnisse war, als während unserer Premiere 2016 bei der Hochzeitsszene, in der ich mit Albert nach vorne trete und meinem Volk zuwinke, alle Zuschauer ihre Fähnchen nahmen, die vor der Show verteilt werden, und zurückgewunken haben. Das hat mich sehr berührt.

 

Gab es auch Schreckmomente oder weniger tolle Situationen?

Oh ja! Ich hatte im ersten Jahr immer wieder Probleme mit dem Reißverschluss meines grünen Kleides. In einer Vorstellung hat er beim Umzug zum Hochzeitskleid geklemmt und wir haben ihn nicht aufbekommen und haben ihn dann mehr oder weniger aufgerissen. In der Pause habe ich richtig Panik bekommen, weil ich das Kleid im zweiten Akt wieder anziehen musste und der Reißverschluss kaputt war, aber zwei meiner Kollegen hatten ihn in der Zwischenzeit glücklicherweise schon repariert! Generell sind Umzüge immer ein spannendes Thema. (lacht)

 

Wie sind Sie eigentlich mit dem Thema Gesang, Schauspielerei und Tanz in Berührung gekommen?

Ich war seit der siebten Klasse in der Schultheatergruppe, auch immer wieder mal im Chor und habe allgemein viel Musik gemacht. So richtig Feuer gefangen habe ich erst beim "Musical für Coburg", das Regisseurin Ulrike Barz 2013 mit Laien aus Coburg im Kongresshaus auf die Bühne gebracht hat.

Ulrike Barz hat mich damals gleich mit Noten und Monologen für Vorsprechen versorgt. Meine Mutter sagt immer, dass sie sich noch ganz genau daran erinnern kann, wie ich nach der Probe mit einem riesigen Grinsen nach Hause gekommen bin und es von da an nur noch ein Ziel für mich gegeben hat.

 

Beim Musical "Albert & Victoria" spielt der Aufführungsort eine besondere Rolle. Denken Sie, dass der Riesensaal als historischer Ort die Art und Weise, wie man auftritt und spielt, beeinflusst?

Absolut. Der Saal ist ja nicht nur Spielort, sondern auch Teil der Inszenierung. Und zu wissen, dass man an einem historischen Ort spielt, wo die Personen tatsächlich gelebt und gewirkt haben, ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl.

 

Auf welche Passagen im Musical "Albert & Victoria"‘ freuen Sie sich besonders?

Auf die Streitszenen mit meinem Ehemann Albert. (lacht)

 

Gibt es auch Stellen, die eher kniffelig oder eine Herausforderung sind?

Das sind ebenfalls die Streitszenen. Denn in diesen Momenten kochen bei mir so viele Emotionen hoch, dennoch muss ich mich so weit unter Kontrolle halten, dass ich trotzdem noch gut singen und sprechen kann.

 

"Albert & Victoria" ist das Musical, das Sie bislang am längsten gespielt haben. Entwickelt man zu einem solchen Stück eine besondere Beziehung?

Auf jeden Fall, und ganz besonders, da wir als Gruppe, die dieses Stück jetzt schon so lange zusammenspielt, unglaublich zusammengewachsen sind. Außerdem hat Regisseurin Ulrike Barz mir die Rolle der Königin Victoria quasi auf den Leib geschrieben, dafür bin ich ihr so unglaublich dankbar. Außerdem, das klingt jetzt vielleicht ein wenig seltsam, habe ich die Geschichte nun so oft gespielt, dass ich mich mit der Königin irgendwie sehr verbunden fühle: Immer, wenn ich etwas von ihr sehe, über sie lese, oder an Orten bin, wo sie gelebt oder sich aufgehalten hat, berührt mich das, fast so, als wäre es meine eigene Geschichte.

 

Welche Pläne haben Sie hinsichtlich Ihrer Musical-Karriere und wo kann man Sie demnächst sehen?

Planen ist immer so eine Sache in meinem Beruf. Es geht für mich im Herbst am Meininger Staatstheater wieder mit dem Musical "Blues Brothers‘"weiter und im Winter bin ich mit einem Soloprogramm unterwegs.

Das Interview führte Frank Gundermann

 

Weitere Bilder zum Thema "Coburg feiert Prinz Albert:

27.08.2019 - Stadtempfang: Albert und Victoria - Foto: Henning Rosenbusch

Stadtempfang: Albert und Victoria
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Das Interview führte Frank Gundermann

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Veröffentlicht am:
27. 08. 2019
17:10 Uhr

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Veröffentlicht am:
27. 08. 2019
17:10 Uhr



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