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Coburg feiert Prinz Albert

OB Tessmer bezeichnet den Gemahl von Königin Victoria als Aushängeschild für die Vestestadt. Das soll heuer besonders gewürdigt werden.



Die Geburtstage von Großbritanniens Königin Victoria und ihres Coburger Prinzen Albert jährt sich heuer zum 200. Mal. Das wird in der Vestestadt groß gefeiert. Einen Vorgeschmack darauf gab es beim Neujahrsempfang am Samstag im Spiegelsaal des Landestheaters.	Foto: Henning Rosenbusch
Die Geburtstage von Großbritanniens Königin Victoria und ihres Coburger Prinzen Albert jährt sich heuer zum 200. Mal. Das wird in der Vestestadt groß gefeiert. Einen Vorgeschmack darauf gab es beim Neujahrsempfang am Samstag im Spiegelsaal des Landestheaters. Foto: Henning Rosenbusch  

Coburg - Oberbürgermeister Norbert Tessmer erwartet vom Jubiläum "200. Geburtstag von Königin Victoria und Prinz Albert", das heuer gefeiert wird, eine deutschland- und europaweite Werbung für Coburg. Albert ist der prominenteste Vertreter der Heiratspolitik des Coburger Herzogshauses im 19. Jahrhundert.

Beim Neujahrsempfang der Stadt am Samstag kündigte Tessmer einen Veranstaltungsreigen zum Jubiläum an, "welches mediales Echo weckt". Das gab es im Dezember 2017 in unerwarteter Weise, als die Stadt vor Schloss Windsor in London einen Weihnachtsbaum aufstellen ließ. Das Schloss ist eine der Hauptresidenzen von Königin Elizabeth II.

Tessmer verteidigte sich gegen Kritik, dass er als Sozialdemokrat die monarchische Vergangenheit Coburgs so thematisiere. Bei Prinz Albert, der vor 200 Jahren auf Schloss Rosenau geboren wurde, falle ihm das jedoch "überhaupt nicht schwer". Der Prinz sei "ein personifiziertes Aushängeschild seiner Vaterstadt". Albert war Organisator der Weltausstellung von 1851 sowie Förderer der Wissenschaften und der Künste. Großbritanniens erste Entwürfe für Arbeiterwohnungen gingen auf ihn zurück. Die Häuser sollten feuerfest sein sowie über Wasserleitungen und Toiletten mit Wasserspülung verfügen.

Albert habe sich "wohltuend abgehoben von manchen seiner Zeitgenossen, die Unheil angerichtet haben", betonte der Oberbürgermeister. Der Prinzgemahl sei "der größte gemeinsame Nenner von Coburg und London, sein Schaffen wirkt bis heute nach". Dies solle im Jubiläumsjahr 2019 mit vielen Veranstaltungen in der Veste- sowie der britischen Hauptstadt gefeiert werden. Tessmer: "Die Vergangenheit ist die Vorratskammer der Zukunft."

In seiner Rede blickte der Oberbürgermeister auf das Jahr 2018 zurück. Er beklagte, dass die weltpolitische Lage immer mehr von Despoten und ihren willkürlichen Entscheidungen beeinflusst werde. Deren Auswirkungen würden "irgendwann auch vor unserer Stadt keinen Halt machen", sagte Tessmer. Er meinte damit auch Folgen für exportorientierte Coburger Unternehmen beispielsweise im Maschinenbau und in der Automobilzulieferindustrie.

Tessmer verwies zudem auf eine radikale Veränderung der Umgangsformen im Bundestag und in den Landtagen, in die die AfD eingezogen ist. "Auch die Kommunen werden, so ist zu befürchten, von dieser Unkultur in naher Zukunft auf den Prüfstand gestellt", sagte Tessmer mit Blick auf die Oberbürgermeister- und Stadtratswahlen im März 2020. Ob er selbst wieder als OB-Kandidat antreten wird, ließ Tessmer offen. Allerdings: Er bleibe Optimist und zitierte dazu den ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss: "Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist."

Tessmer erneuerte seinen Anspruch, dass Coburg "ein kreativer Raum, der Mittelpunkt zwischen Rennsteig und Obermain und zwischen dem Frankenwald und den Haßbergen" sein solle. Dies gelte für gesellschaftliche, wirtschaftliche, kulturelle, ökologische und politische Innovationen gleichermaßen. Die Stadt verstehe sich in der Region als "Motor des Wachstums und Brutstätte der Kultur", als "Kreuzungspunkt von Ideen, Ort geistiger Energiegewinnung und der Innovation", als "ein wirtschaftliches und gesellschaftliches Oberzentrum mit Führungsrolle".

Dazu gehöre auch eine gute Verkehrsanbindung. Deshalb müsse der ICE-Halt ausgebaut werden. Scharfe Kritik übte der OB daran, dass die Bahn den Nachmittagszug um
15.04 Uhr nach München streicht und stattdessen um 12.29 Uhr einen ICE in Coburg halten lässt, der in Nürnberg Richtung Wien abbiegt. Dies bedeute, dass in Nürnberg umgestiegen werden muss, was für Coburg nicht akzeptabel sei. Erst für Ende dieses Jahres sei ein viertes Zugpaar am Nachmittag direkt nach Berlin und München vorgesehen.

Zudem mahnte´der Oberbürgermeister die Modernisierung des Bahnhofs und den Bau von Parkplätzen an. Tessmer: "Wir werden da weiterhin hartnäckig bleiben, so nervig, dass sie jedes Mal, wenn die Damen und Herren im Glaspalast am Potsdamer Platz ,Coburg‘ hören, zusammenzucken." Beim Bahngipfel am 30. Januar werde die Delegation aus Coburg ihre Forderungen "einmal mehr deutlich machen", kündigte der OB unter großem Beifall der Gäste des Neujahrsempfangs an. wb

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Veröffentlicht am:
13. 01. 2019
19:32 Uhr

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