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Coburg

Coburg hat das Zeug zur "Schwarmstadt"

Junge Erwachsene richten ihren Fokus viel stärker als früher auf bestimmte Städte. Dazu möchte auch Coburg gehören. Ob das gelingt, hängt von der weiteren Stadtentwicklung ab.



Aus ihrem ehemaligen Geschäftskomplex in der Heiligkreuzstraße will die Wohnbau ein "Leuchtturm-Projekt für junges Wohnen" machen. Einen Schwerpunkt bildet dabei das Smart-Living-System, wonach alles mit allem vernetzt ist.	Foto: rainerbrabek.de
Aus ihrem ehemaligen Geschäftskomplex in der Heiligkreuzstraße will die Wohnbau ein "Leuchtturm-Projekt für junges Wohnen" machen. Einen Schwerpunkt bildet dabei das Smart-Living-System, wonach alles mit allem vernetzt ist. Foto: rainerbrabek.de  

Coburg - Junge Menschen wollen dort leben, wo etwas los ist und es bezahlbaren Wohnraum gibt. Nicht nur der Arbeitsplatz als Fixpunkt ist entscheidend, sondern auch die Attraktivität einer Stadt. Diejenigen, die als Wohn- und Arbeitsort eine hohe Lebensqualität aufweisen, ziehen vor allem junge Leute an. Sie gehören zu den "Schwarmstädten", in denen der Anteil der 15- bis 35-Jährigen besonders hoch ist. Dieses Schwarmverhalten besagt, dass junge Erwachsene sich heutzutage viel stärker als früher auf bestimmte Städte konzentrieren.

Auch wenn sich dieser Effekt bisher in Coburg nicht abzeichnet: Das Zeug dazu hat die Stadt nach Expertenmeinung allemal. Daher steht für den Wohnbau-Aufsichtsrat fest, dass bei der weiteren Stadtentwicklung wesentliche Faktoren des Schwarmstadt-Phänomens berücksichtigt werden müssen. "Coburg ist aktuell Zuzugsstadt. Die große Herausforderung ist es, das zu bleiben oder sogar Schwarmstadt zu werden", fasste Wohnbau-Geschäftsführer Christian Meyer am Mittwoch das Ergebnis des zweitägigen Workshops "Stadtentwicklung für alle" zusammen.

"Wir haben schon viel getan und erreicht, dass das Horrorszenario vom prognostizierten Bevölkerungsrückgang nicht eingetreten ist", sagte Oberbürgermeister Norbert Tessmer. Ein Ausruhen habe jedoch fatale Folgen, denn mit Digitalisierung und sich immer schneller verändernden Lebensweisen müsse die Stadtentwicklung neuen Anforderungen gerecht werden.

Dem pflichtete Meyer ("Wir müssen dranbleiben") bei. Coburg sei eine schöne Stadt, verliere aber weiterhin junge Menschen überwiegend an Ballungsräume. Zuzüge aus dem näheren Umfeld (Landkreis und Südthüringen) bewirkten zwar eine relativ konstante Einwohnerzahl, doch mangele es nach wie vor an jungen Erwachsenen. Zukünftig sei "mehrgleisiges Denken" gefragt. Einerseits gelte es, die Bedürfnisse der älteren Generationen zu erfüllen und andererseits mit gezielten Projekten die Anziehungskraft der Stadt für Jüngere zu erhöhen. "Den Entscheidungsträgern muss klar sein, dass junge Menschen anders ticken."

Bei diesem Prozess geht die Wohnbau mit gutem Beispiel voran. Geplant ist, aus der ehemaligen Geschäftsstelle und Nebengebäuden in der Heiligkreuzstraße ein "Leuchtturm-Projekt für junges Wohnen" zu machen. "Ziel muss es sein, dass alle dahin wollen", sagte Christian Meyer. Dabei soll unter anderem das Smart-Living-Prinzip, wonach alles mit allem vernetzt ist, realisiert werden. Eingebunden in dieses Projekt seien Partner beispielsweise aus der Hochschule oder der Initiative Zukunft.Coburg.Digital. Erste Planungen sollen laut Wohnbau-Geschäftsführer Anfang nächsten Jahres vorliegen. Die Umsetzung hänge jedoch unter anderem von Zuschüssen ab. Alles in allem rechnet Meyer mit einer dreijährigen Planungs- und Bauzeit. Ein probates Mittel zur Erhöhung der Anziehungskraft seien zudem alternative Wohngruppen, denen man die Kreativität lassen sollte, auch "wenn das Haus mal anders aussieht". Grundsätzlich gelte: Projekte sollten weniger von außen forciert werden, sondern müssten sich selbst entwickeln.

Als große Chance bezeichnete der Wohnbau-Geschäftsführer die Umgestaltung der Steinwegvorstadt. In diesem Quartier könnten aktuelle Entwicklungen aufgegriffen und umgesetzt werden. Wie sich junge Menschen den Steinweg der Zukunft vorstellen, sei Thema eines P-Seminars am Gymnasium Alexandrinum gewesen. "Stadtentwicklung stößt bei der Jugend auf großes Interesse", kündigte Meyer weitere P-Seminare an Schulen an.

Wie wichtig neue Impulse sind, verdeutlichte Oberbürgermeister Tessmer am Beispiel der Ketschenvorstadt. "Da herrscht offene Stimmung", hob er die Bedeutung der Sanierung für ein soziales Miteinander hervor und lobte die Wohnbau als ein "super aufgestelltes Team mit riesigem Elan".

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Christoph Scheppe

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Veröffentlicht am:
06. 12. 2018
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