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Coburg

Coburg pflanzt Blumen für die Bienen

Das Grünflächenamt setzt auf Artenschutz. Deutlich sichtbares Zeichen sind gelbe Blumenkästen am Rathaus. Aber die Stadt macht noch mehr.



Birgit Weber und Norbert Tessmer präsentieren einen der gelben Blumenkästen, die das Rathaus schmücken. Foto: Henning Rosenbusch
Birgit Weber und Norbert Tessmer präsentieren einen der gelben Blumenkästen, die das Rathaus schmücken. Foto: Henning Rosenbusch   » zu den Bildern

Coburg - Die Stadt Coburg hat sich entschlossen, aktiv etwas gegen das Artensterben zu unternehmen. Deswegen beteiligt sich die Vestestadt am Projekt "Beedabei" der europäischen Metropolregion Nürnberg. Sichtbares Zeichen des Engagements sind leuchtend gelbe Blumenkästen, die seit Montag am Rathaus hängen. Angebracht haben sie Mitarbeiter des Grünflächenamtes mit Unterstützung von Oberbürgermeister Norbert Tessmer und 2. Bürgermeisterin Dr. Birgit Weber. Ähnliche Kästen gibt es bereits in Nürnberg, Fürth und Bad Berneck.

Nahrung für Insekten

Laut Werner Pilz, stellvertretender Leiter des Grünflächenamts, könne jeder etwas für den Artenschutz unternehmen. Das Aufstellen eines solchen Blumenkastens sei ein Anfang. Besser noch aber sei es, eine blühende Wiese anzulegen. Hier fänden die Bienen nicht nur Nahrung, sondern gleich noch einen Nistplatz.

Damit sich die Insekten auf der Wiese besonders wohlfühlen, sollten Wildblumen ausgesät werden. Laut Pilz kommen dafür rund 500 Arten in Frage. Insbesondere eigneten sich ungefüllte Blüten, Sträucher und Insektennährgehölze. Fertige Mischungen gibt es mittlerweile im Fachhandel zu kaufen.

 

"Das Kunstprojekt setzt auf den Wiedererkennungswert der gelben Kästen und soll die Bürger zum Mitmachen aktivieren", erklärte Tessmer. Am Rathaus grünen und blühen nun unter anderem Schnittlauch, Oregano, Lavendel und Katzenminze. Laut Werner Pilz, stellvertretender Leiter des Grünflächenamtes, können aber auch andere Pflanzen Insekten als Nahrung dienen (siehe Infokasten). "Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass es weniger um die Honigbiene selbst als vor allem um viele bedrohte Wildbienenarten geht", erklärte Pilz. Von den rund 550 Arten, die in Deutschland leben, sei rund die Hälfte gefährdet.

 

Die Blumenkästen am Rathaus sind für die Vertreter aber nur ein erster Schritt. So habe das Grünflächenamt zum Beispiel in der Geleitstraße etliche Blühstreifen angelegt. Hier testen die Mitarbeiter verschiedene Saatmischungen, die als Bienennahrung dienen können. Insgesamt blüht es dort auf 540 Quadratmetern. Pilz verwies außerdem darauf, dass sich in der Stadt Coburg zahlreiche Naturschutzgebiete und damit auch wichtige Flächen für den Artenschutz befinden.

Für das Grünflächenamt ist es aber auch wichtig, bei der Pflege der Parkanlagen darauf zu achten, dass Insekten Nahrung und Nistplätze finden. In Teilen des Hofgartens erblicken Spaziergänger zum Beispiel keinen englischen Rasen, sondern eine "artenreiche Blühwiese". Das gefällt nicht allen, die Stadtspitze steht aber hinter dem Konzept: "Während des Pfingtskongresses des Coburger Convents hatten einige Damen damit zu kämpfen, dass sie inmitten von Wildblumen standen. Das ist eben Artenschutz", sagte Birgit Weber.

Auch Tessmer schwärmte von den Wiesen im Hofgarten: "Es ist ein Traum, dort entlang zu gehen." Ihn erfreuen vor allem die schmalen Wege, die das Grünflächenamt dort angelegt hat: "Wir betreiben hier wirklich Insektenschutz in der Fläche." Das Stadtoberhaupt verwies darauf, dass bereits einige Einrichtungen in der Stadt diesem Beispiel gefolgt seien. So habe unter anderem das Gymnasium Alexandrinum eine Blühwiese angelegt.

Für Tessmer ist es aber nicht damit getan, dass sich die Stadt um den Schutz der Insekten kümmert. Er fordert auch die Bürger auf, aktiv zu werden. Die Aktion "Beedabei" solle dabei nur ein Anstoß sein. "Es ist zum Beispiel gut, wenn die Leute das Gras stehen lassen. Eine ungemähter Rasen sieht heute nicht ungepflegt aus", erklärte er. Der Oberbürgermeister nannte am Montag gleich noch auf ein positives Beispiel aus seiner Nachbarschaft: Dort würde der Rasen vor einer Wohnanlage nicht gemäht und Wildblumen könnten sich prächtig entwickeln. "Die Bewohner haben sogar ein Schild aufgestellt, damit sich alle daran halten", schilderte er.

Laut Pilz können die Coburger aber weit mehr machen, als nur Wiesen zum Blühen zu bringen - zum Beispiel auf die heutzutage so beliebten Steingärten verzichten. "Die sind zwar mit viel Liebe angelegt und inzwischen häufig mit Pflanzschalen versehen. Aber ein natürlicher Garten ist viel besser für Insekten", erklärte Weber. Außerdem sollten Gartenliebhaber darauf achten, mehrjährige Stauden zu pflanzen.

"Beedabei" ist ein Gewinnerprojekt eines Ideenwettbewerbes für nachhaltige Stadtentwicklung, der im Rahmen der Bewerbung Nürnbergs als Kulturhauptstadt 2025 ausgeschrieben wurde.

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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
17. 06. 2019
17:06 Uhr

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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
17. 06. 2019
17:06 Uhr



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