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Coburg

Coburg soll Sportförderung hochfahren

Der Sportbeirat empfiehlt, Vereine mit mehr Geld zu unterstützen. Jetzt muss der Stadtrat darüber entscheiden.



Die Stadt Coburg soll die Sportförderung hochfahren, vor allem im Schüler- und Jugendbereich. Das fordert der Sportbeirat. Jetzt muss der Stadtrat entscheiden. Foto: Archiv Neue Presse
Die Stadt Coburg soll die Sportförderung hochfahren, vor allem im Schüler- und Jugendbereich. Das fordert der Sportbeirat. Jetzt muss der Stadtrat entscheiden. Foto: Archiv Neue Presse  

Coburg - Ein wichtiges und deutliches Signal hat der Sportbeirat der Stadt Coburg in seiner jüngsten Sitzung gesetzt. Einstimmig wurde ein Empfehlungsbeschluss gefasst, der dem Stadtrat rät, die Sportförderung im Jugendbereich sowie die Pauschalen für vereinseigene Anlagen, Fußballspielfelder und Betriebskosten für vereinseigene Turnhallen deutlich anzuheben. Insgesamt soll diese Förderung 442 310 Euro betragen und damit um 267 211 Euro höher als die bisherigen Zuwendungen ausfallen.

Hinzu kommt, die im Rahmen der 2010 erfolgten Haushaltskonsolidierung eingefrorene Förderung für Leistungssport wieder zu aktivieren. Nach dem Willen des Sportbeirates sollen hier 80 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. In Summe würde die Stadt Coburg den Sport mit 522 310 Euro fördern. Den Stein hierfür ins Rollen hatten die Anträge von Jürgen Oehm (CSU/JC) und Peter Kammerscheid (Pro Coburg) aus dem Jahr 2019 gebracht, die zum Inhalt hatten, die Sportförderung zu steigern.

Bevor das Gremium zur Abstimmung kam, erläuterte Sportamtsleiter Eberhard Fröbel die Notwendigkeit dieser Maßnahme. Er unterstrich die Bedeutung des Sports als ein "kulturelles Gut" und stellte die hohe Bedeutung des Sports heraus, die dieser nicht nur im sozialen und gesellschaftlichen Bereich, sondern auch als Standortfaktor im wirtschaftlichen Umfeld einnehme. Fröbel weiter: "Hauptziel muss es sein, die Bedeutung für die zukunftsorientierte Ausrichtung des Sports, seiner Vereine und seiner ehrenamtlichen Führungsstrukturen zu stärken sowie eine optimale Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung zu sichern."

Der größte "Batzen" der Sportförderung soll nach den Plänen des Sportbeirats in die Jugendförderung fließen. Derzeit werden Vereine mit zwei bis 4,50 Euro je Jugendlichem unter 18 Jahren unterstützt. "Bei durchschnittlich 162,50 Euro Jugendförderung für einen Verein im Jahr kann man nicht von Nachhaltigkeit sprechen", betonte Fröbel. Jetzt soll die Nachwuchsarbeit mit 40 Euro pro Jugendlichem und Jahr honoriert werden. Die bisherige Förderung belief sich in diesem Bereich auf 20 899 Euro und würde um 185 161 Euro auf 206060 Euro steigen Eberhard Fröbel betonte, dass diese Erhöhung bei Weitem nicht ausreichen werde, um die tatsächlichen Kosten der Vereine im Jugendbereich zu decken. Nach seinen Worten wäre dies aber eine Erhöhung mit Augenmaß.

Ein zentraler Bestandteil des Sports bildet dessen Infrastruktur. Nach Darlegung des Sportamtsleiters unterhält die Stadt 91 Sporteinzelanlagen, die Vereine 145. Die bisherige Förderung der vereinseigenen Sportanlagen bezeichnete Fröbel "als einen Tropfen auf den heißen Stein". Er machte sich für eine 50-prozentige Erhöhung der bisherigen Pauschalen stark, wohlwissend, dass diese Anpassung mittelfristig nicht ausreichen wird. Für ihn ist es aber ein Zeichen der Wertschätzung. Zukünftig soll die Stadt hier 105 150 Euro zur Verfügung stellen. Die Pauschale für Fußballspielfelder soll demnach von 24 000 Euro auf 39 000 Euro steigen. Ebenfalls um 50 Prozent und damit auf 92 100 Euro sollen dem Empfehlungsbeschluss zu Folge die pauschalen Betriebskostenzuschüsse für vereinseigene Turnhallen steigen.

Zum Thema Spitzensportförderung meinte Eberhard Fröbel, dass sich Coburg vorbildlich zu einer Sportstadt in Bayern entwickelt habe, der deutschlandweit hoher Respekt und Anerkennung entgegengebracht werde. Der Sportamtsleiter führte dem Gremium das breite Spektrum von erfolgreichen Leistungssportlern im Individual- und Mannschaftssport vor Augen und betonte dabei die Wichtigkeit des Sports für das Image einer Stadt. Eberhard Fröbel abschließend: "Das Fachamt empfiehlt dem Stadtrat die Leistungssportförderung wieder aufleben zu lassen und unsere erfolgreichen Sportler und Vereine zum Wohl und Ansehen der Stadt angemessen zu unterstützen.". Der Sportbeirat stimmte dem zu und setzte eine jährliche Fördersumme von 80 000 Euro an.

Die Hoffnung, dass der Empfehlungsbeschluss sofort umgesetzt werden kann, musste Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) bremsen. Nach seinen Worten liegt ein Schreiben der Staatsregierung vor, das den Kommunen angesichts der Corona Krise verbiete, neue freiwillige Leistungen zu erbringen. Der Coburger Kreisvorsitzende des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV), Jürgen Rückert, wies darauf hin, dass Jugendförderung keine freiwillige Leistung, sondern Pflichtaufgabe einer Kommune sei. Roland Eibel (CSU/JC) meinte, dass es sich bei der geplanten Novellierung nicht um eine neue freiwillige Leistung handle und damit nicht unter das Verbot falle. Der Oberbürgermeister hierzu: "Ich glaube nicht, dass die Staatsregierung dieser Argumentation folgen wird."

Jürgen Heeb (Pro Coburg) bat eindringlich darum, die neuen Fördersätze noch im Jahr 2020 "kassenwirksam" werden zu lassen. "Wenn wir bis 2021 warten, kann es für manchen Verein zu spät sein", warnte Heeb eindringlich. Am Ende zeigten sich Jürgen Heeb als Vorsitzender des Sportverbandes Coburg sowie auch Jürgen Rückert mit dem Ausgang der Sitzung sehr zufrieden. Heeb: "Der Wille, im Bereich des Sports etwas zu tun, ist fraktionsübergreifend deutlich erkennbar." Für Jürgen Rückert ist es wichtig, dass auch die sportliche Infrastruktur in Coburg stärker gefördert wird.

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Martin Rebhan
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Veröffentlicht am:
17. 05. 2020
15:24 Uhr

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Martin Rebhan

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17. 05. 2020
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