Topthemen: Globe TheaterHSC 2000 CoburgBBC CoburgStromtrasse

Coburg

Coburg speckt Theater-Planung ab

Nach einem Gespräch im Wissenschaftsministerium ist klar: Die bisher im Raum stehenden Kosten für die Generalsanierung sind zu hoch. Jetzt kommt ein neues Konzept.



Für die Generalsanierung und Erweiterung des Landestheaters Coburg soll jetzt zügig eine umsetzbare Planung erarbeitet werden.	Foto: Archiv Neue Presse
Für die Generalsanierung und Erweiterung des Landestheaters Coburg soll jetzt zügig eine umsetzbare Planung erarbeitet werden. Foto: Archiv Neue Presse  

Coburg - Bayerns Kunstminister Bernd Sibler hat einer Delegation aus Coburg verdeutlicht, dass die in der November-Sitzung des Stadtrats genannten Kosten für die Instandsetzung, Modernisierung und Erweiterung des Landestheaters von bis zu 110 Millionen Euro zu hoch sind. Zwar sei die von der Theaterleitung vorgelegte Raumplanung nachvollziehbar, sprenge aber die Grenzen des dafür zur Verfügung stehenden Budgets. Deshalb müsse das Vorhaben abgespeckt werden. Dazu soll bis Ostern ein Konzept vorgelegt werden. Die neue Planung soll im September erstellt und genehmigungsreif sein. Darüber informierte Fritz Frömming, kaufmännischer Direktor des Landestheaters, bei der traditionellen Winterwanderung der Coburger CSU am Sonntagnachmittag. Der Freistaat Bayern ist Eigentümer des Gebäudes. Für den Betrieb ist die Stadt Coburg verantwortlich.

Frömming ergänzte gegenüber der Neuen Presse, dass die Untertunnelung der Zufahrt vom Oberen Bürglaß zum Schlossplatz vom Tisch sei, mit der nach einer Planungsvariante des Staatlichen Bauamts Bamberg zusätzliche Räume unter anderem im Palais Kyrill, in der Remise und am Fuße des Festungsbergs an das historische Haupthaus angebunden werden sollten. Man strebe jetzt, so der kaufmännische Direktor, eine Lösung mit Kosten "weit unter 100 Millionen Euro" an. Dies sei machbar.

Einbezogen in die Überlegungen würden jetzt alle Gebäude, Räume und Flächen, die das Theater heute schon nutzt. Dazu gehöre die Reithalle ebenso wie der Verwaltungstrakt oder die kleine Probenbühne. Auch werde geprüft, wie die drei Gebäude, die am Globe-Theater am Güterbahnhofgelände vorgesehen sind, in das neue Raumkonzept eingebunden werden.

Vereinbart wurde, dass aus der Münchner, Bamberger und Coburger "Theaterrunde" heraus ein Arbeitskreis gebildet wird, der sich regelmäßig trifft und die Planung konsequent vorantreibt. Aus Coburg war kritisiert worden, dass es eine solche Planungsgemeinschaft bislang nicht gibt. Und das, obwohl über das Projekt schon seit über einem Jahrzehnt gesprochen wird. Einbezogen ist auch Michael Stoschek. Der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Brose-Gruppe steht gemeinsam mit Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser, Vorstand des Kompressorenherstellers Kaeser, und Klaus-Jürgen Heitmann, Sprecher der Vorstände der HUK-Versicherungsgruppe, an der Spitze der Globe Coburg GmbH. Sie erstellt die Planung für den Rundbau am Güterbahnhof, der während der Generalsanierung des Landestheaters als Übergangsspielstätte genutzt wird. Anschließend soll der Globe der Stadt als multifunktionales Veranstaltungsgebäude zur Verfügung stehen. Die Erwartung ist, dass sich der Betrieb finanziell alleine trägt, die Stadt also keine Verluste ausgleichen muss.

Neben der aufwendigen Untertunnelung, die keinesfalls kommt, hatte Jürgen König, Leiter des Staatlichen Bauamts Bamberg, im November im Stadtrat zwei weitere Varianten für die Theatersanierung vorgestellt. Lösung 2 sieht statt eines Tunnels eine Brücke zum Palais Kyrill und weniger nutzbare Fläche vor. Allerdings erfüllt dieser Vorschlag nicht das von der Theaterleitung aufgestellte Raumprogramm, das insbesondere auf geltenden Arbeitsschutz- und Brandschutzverordnungen beruht. Die Kosten werden vom Bauamt mit 95 Millionen Euro angegeben.

Variante 3 geht ebenfalls von einer Brücke aus, sieht aber ein zusätzliches Gebäude auf dem Parkplatz oberhalb des heutigen Theater-Verwaltungsgebäudes an der Oberen Klinge vor. Nachteil: Es wäre weder mit der Remise und dem Palais Kyrill, noch mit dem Landestheater selbst direkt verbunden. Die Kostenschätzung: 105 Millionen Euro.

Was von diesen Vorschlägen des Bauamts übrig bleibt, vermochte Fritz Frömming am Sonntag nicht zu sagen. Sein erklärtes Ziel sei es, dass die umsetzbare Planung im September steht, um dann zügig mit der Sanierung und Erweiterung des Landestheaters beginnen zu können.

Autor
Wolfgang Braunschmidt

Wolfgang Braunschmidt

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 02. 2019
15:04 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Baubehörden Bernd Sibler Brandschutzverordnungen Brose Gruppe CSU Direktoren Gebäude Generalsanierungen Gespräche Kosten Landestheater Landestheater Coburg Michael Stoschek Millionen Euro Stadt Coburg Veranstaltungsgebäude
Coburg
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Das Erdgeschoss des in Coburg geplanten Globe-Theaters. Hier ist deutlich zu sehen, dass der äußere Ring nur der Optik dient. Clou des Entwurfs sind die versenkbaren Bereiche im Bühnenraum, die die Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes erweitern.	Entwurf: Globe GmbH

27.11.2018

Theatersanierung: Stoschek beklagt Gleichmut im Stadtrat

Der Kostenrahmen und der Zeitplan der Theatersanierung werden nicht eingehalten. Das kritisiert der Unternehmer. » mehr

Die Pläne für Coburg: Theater im Globe, Werkstatt, Schneiderei und Mehrzweckräume nebenan. Foto: Globe Coburg GmbH

05.12.2018

Ein Rundbau und drei Nebengebäude

Die aktuellen Planungen der Globe Coburg GmbH sehen den Bau eines Rundtheaters sowie von drei Zusatzgebäuden auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs vor. » mehr

Bis zu 110 Millionen Euro könnte nach heutigem Stand die Generalsanierung und Erweiterung des Landestheaters Coburg kosten. Zur Umsetzung des Projekts hat das Staatliche Bauamt Bamberg dem Stadtrat am Donnerstag vier Varianten vorgestellt.	Foto: Archiv Henning Rosenbusch

24.01.2019

Pro Coburg macht Rückzieher

Eine deutliche Mehrheit im Stadtrat steht zum Landestheater. Die wenigen Gegner der geplanten Sanierung und Erweiterung befinden sich allein auf weiter Flur. » mehr

Das Globe-Theater von der Uferstraße in Coburg aus gesehen: Entwurf: Globe Coburg GmbH

10.10.2018

Ein Haus für viele Generationen

Die Pläne für das Globe-Theater am Güterbahnhof sind überarbeitet worden. Ziel ist die Schaffung eines nachhaltig nutzbaren Gebäudes. Das schlägt sich auch in den Kosten nieder. » mehr

So soll das Globe am Güterbahnhof aussehen: Der Coburger Stadtrat hat am Donnerstag das Angebot des Firmenkonsortiums für den Bau eines Theater- und Veranstaltungshauses angenommen.

15.02.2018

Der Stadtrat steht hinter den Plänen fürs Globe

Große Zustimmung zum Angebot von Brose, HUK und Kaeser. Die Unternehmen errichten den Rundbau und geben drei Millionen Euro. Mitte 2020 zieht das Theater ein. » mehr

Fraktionen fordern Fakten

13.02.2018

"Quadratisch- praktisch zum Gespött"

Michael Stoschek schließt nicht aus, dass das Globe-Theater am Güterbahnhof kein Rundbau wird. Das wäre eine Provinzposse, sagt CDO-Vorsitzender Auwi Stübbe. Die Entscheidung fällt am Donnerstag im Stadtrat. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Brand in Tettau Tettau

Brand in Tettau | 15.02.2019 Tettau
» 6 Bilder ansehen

Großbrand in Ebensfeld Ebensfeld

Großbrand in Ebensfeld | 12.02.2019 Ebensfeld
» 21 Bilder ansehen

Kinderbüttennachmittag Steinwiesen

Kinderbüttennachmittag Steinwiesen | 11.02.2019 Steinwiesen
» 20 Bilder ansehen

Autor
Wolfgang Braunschmidt

Wolfgang Braunschmidt

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 02. 2019
15:04 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".