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Coburger Vogelschießen: Es schäumt bei den Schützen

Trotz ungewisser Zukunft des Ketschenangers: Am 26. Juli startet dort wie gewohnt das Coburger Vogelschießen. Bis zur ersten Maß Festbier gibt es bei den Organisatoren aber noch etwas zu verdauen.



Es schäumt bei den Schützen.
Es schäumt bei den Schützen.   Foto: adobe-stock.com

Coburg - So richtig gute Laune hatte Oberschützenmeister Hans-Herbert Hartan zu Beginn der jüngsten Mitgliederversammlung am Mittwoch nicht. Der Frust über den Entzug seiner Stimmrechte im Stadtrat in Angelegenheiten über die Zukunft und Weiterentwicklung des Ketschenangers saß tief. Da er Oberschützenmeister, also Vorsitzender der Schützengesellschaft 1354 Coburg, ist und dieser alte und traditionsreiche Coburger Verein das immerhin schon 1444 erwähnte Coburger Vogelschießen veranstaltet, galt Hartan als persönlich befangen.

Doch wenn auch nach wie vor die Zukunft des Ketschenangers offen ist, das Vogelschießen findet vom Freitag, 26. Juli, an auf jeden Fall statt. Kleiner als in den Vorjahren wird es nicht, größer aber auch nicht. Denn die Hoffnungen des Oberschützenmeisters und des Platzmeisters Stefan Schober auf mehr Platz durch den Abriss der Sporthalle haben sich nicht erfüllt. Es bleibt eine flach geklopfte Schotterfläche, die gerade mal durch eine sehr temporäre Toilettenanlage etwas angeknabbert wird. Die Fläche dürfe nicht einmal für die Wohnwagen der Schausteller benutzt werden. Der dort nur vorübergehend deponierte Bauschutt soll nicht kontaminiert werden.

Aber immerhin ist es Stefan Schober und seinem Team gelungen, auf dem Festgelände rund 70 ambulante Geschäfte unterzubringen, vom Gurkenfass bis zur Achterbahn "Wilde Maus" und zum großen Riesenrad "Roue Parisienne". Die größte Fläche wird wohl das neue Bierzelt von Bastian Schumann in Anspruch nehmen. Der verbindet fränkische Gemütlichkeit mit Weltläufigkeit. So ist Schuhmann nicht nur auf etlichen fränkischen Kirchweihen dabei, sondern auch bei der Vier-Schanzen-Tournee. Essen und Trinken sind bei Bastian Schuhmann wieder in einer Hand. Das mit Glas überdachte Vorzelt bietet, dank seines Sonnenschutzes schattige, kühle Plätze an heißen Sommertagen. Zum Ausschank im Festzelt kommt ausschließlich eigens eingebrautes oberfränkisches Festbier aus der Privatbrauerei Leikeim aus Altenkunstadt. Die Maß Festbier soll 8,60 Euro kosten, also weniger als auf der Erlanger Bergkirchweih oder der Münchner Wies’n. Und die echte Coburger Bratwurst soll auch nicht fehlen. An der hatte immerhin schon der Reformator Martin Luther im 16. Jahrhundert seine Freude.

Lokale Gelato-Fans können sich heuer wieder an der (vormals) "Neustadter Eiskist" erfreuen. Leider ist die Fischbraterei von Ralf Pazdera verschwunden. Deren Nachfolge hat jetzt die Firma Wittmann aus Fürth angetreten. Die Lecker-Brezen von Hartmann gibt es auch.

Die BR-Radeltour sorgt in diesem Jahr für eine umfassende Medienpräsenz des Vogelschießens. Die macht am Sonntag, 28. Juli 2019 nämlich auch Station in Coburg. Der Schützenauszug beginnt dann zwar auch um 10.45 Uhr am Ketschenanger, aber er geht zunächst über die Obere Anlage und die Wettiner Anlage zum Schlossplatz. Die Teilnehmer der BR-Radeltour stehen für die Schützen Spalier. Im Bayerischen Fernsehen kann man die Schützen natürlich auch sehen, zumindest zeitversetzt. Vor dem Schützenauszug findet im Bierzelt um 9.30 Uhr ein ökumenischer Festgottesdienst statt.

Die zweite Station des Schützenauszuges ist der Marktplatz. Dort wird Oberbürgermeister Norbert Tessmer die von der Stadt Coburg 1715 gestiftete Standarte in die Obhut der Schützen übergeben.

Gleich am Freitag des Bieranstichs, 26. Juli, gibt es ein Eröffungsfeuerwerk, das am Donnerstag, 1. August, noch getoppt werden soll. Am Montag sind alle Coburger Vereine ins Festzelt eingeladen. Am Mittwoch, 31. Juli, lockt der Familiennachmittag. Da ist sogar der Kasper im Festzelt dabei und bringt zwei Stücke zur Aufführung. An den meisten Nachmittagen und Abenden gibt es ein abwechslungsreiches Musik- und Unterhaltungsprogramm, unter anderem mit den Kapellen und Showbands "Bassd scho", "Gipfel Gaudi", "Bayernmafia" den "Members". Das "Bierfrankentrio" verspricht am Samstag, 27. Juli, ab 14 Uhr Blasmusik ohne Verstärker. Blasmusikfreunde können sich am Dienstag, 30. Juli, ab 18 Uhr auf die "Neundorfer Blasmusik" freuen. Andere Klänge verspricht am Mittwoch, 31. Juli, der Country Abend mit Rick Allen und Band.

Am Sonntag, 4. August, finden um 18 Uhr die Siegerehrungen und Königsproklamation statt. Der Volksschützenkönig wird dabei in der alten Angerturnhalle bei einem Jedermannschießen mit der Armbrust ermittelt. Die Jungschützen schießen dabei auf einen hölzernen Adler, gestaltet vom Scheuerfelder Künstler Michael Ebert. Zum 200. Geburtstag von Prinzgemahl Albert gibt es eine Ehrenscheibe. Dazu bekam 1. Schützenmeister Stefan Stahl sogar ein Dankschreiben der gegenwärtigen Queen Elisabeth II. Das Schreiben ging aber nicht an einen x-beliebigen "Dear Mr. Stahl", sondern an Stefan Stahl, Purveyor to the Duke of Saxe-Cobourg and Gotha (Hoflieferant des Herzogs von Sachsen-Coburg und Gotha).

In diesem Jahr soll es auch wieder eine Schützenliesel geben. Dazu wird eine Topliste mit sechs Bewerberinnen erstellt. Welche Dame dann die Schützenliesel sein wird, erfahren die Coburger vor dem Schützeneinzug. Radio-Eins-Hörer können über die Schützenliesel übrigens mitbestimmen.

Bei der Mitgliederversammlung gab es noch zwei Nachwahlen. Florian Zosig ist jetzt Jugendvertreter im Ausschuss. Neu gewählt wurde auch der 28 Jahre alte Dr. Nicolas Hein. Neuer 2. Schützenmeister ist Manfred Florschütz, der in diesem Amt Friedrich Kulse ablöst.

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Martin Koch
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Veröffentlicht am:
04. 07. 2019
17:48 Uhr

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Martin Koch

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Veröffentlicht am:
04. 07. 2019
17:48 Uhr



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