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Coburg

Coburgs neue Bratwurstverordnung

Eine Regelung soll für klare Verhältnisse unter den Bratwurstbratern am Marktplatz sorgen. Neu sind unter anderem die Standzeiten und der Preis.



Bratwurstbraterin Nadine darf künftig selbst bestimmen, wie viel ihre Würste kosten soll.
Bratwurstbraterin Nadine darf künftig selbst bestimmen, wie viel ihre Würste kosten soll.   Foto: Henning Rosenbusch

Coburg - Wer seinen Bratwurststand auf dem Marktplatz der Vestestadt aufbauen darf, repräsentiert die Coburger Bratwurst in der Öffentlichkeit. Früher gab es regelrechte Bratwurstdynastien, die diese begehrte Position fest im Griff hatten. Heute soll ein Geflecht verschiedener städtischer Vorgaben die Vergabe des Standorts streng regeln. Eine Überprüfung dieses Vorgehens ergab jedoch, dass es rechtlich nicht mehr haltbar ist. Daher stimmte der Verwaltungssenat am Montag mehrheitlich für eine neue Richtlinie, um die Vergabe und den Betrieb von Bratwurstständen vor dem Coburger Rathaus neu zu regeln.

Die wichtigsten Punkte der Regelung

Neben neuen Öffnungszeiten, der Zahl der Bratwurstbratlizenzen und dem Wegfall der Preisbindung geht es in der Coburger Bratwurstverordnung vornehmlich darum, welche Vorgaben Stände und Standbetreiber künftig erfüllen müssen, um am Marktplatz Bratwürste verkaufen zu dürfen.

 

Neben hygienischen und sicherheitstechnischen Vorschriften gelten für die Bratwurststände auch bauhistorische Vorgaben. So müssen Stände sich in das historische Ambiente einfügen.

 

Weil als Stand nur nicht-selbstständig fahrende Anhänger erlaubt sind, sind moderne Foodtrucks zum Verkauf von Bratwürsten am Marktplatz verboten.

 

Die Auswahlentscheidung für neue Bratwurstbrater soll anhand von fünf Merkmalen erfolgen: dem erlernten Beruf des Bewerbers, seiner Berufserfahrung, seinem Bezug zu Coburg und der Coburger Bratwurst, seiner Zuverlässigkeit und dem Zustand und Ausstattung seines Bratwurststandes.

 

Der Betrieb einer eigenen Metzgerei ist ein Ausschlusskriterium für einen Bewerber.

 

Jeder Brater hat das Recht durchschnittlich an sechs Tagen im Monat auf dem Marktplatz zu stehen. Pro Tag dürfen jedoch maximal zwei Stände zeitgleich am Platz sein.

 

Bei Großveranstaltungen wie dem Pfingstkongress des Coburger Convents oder dem Samba-Festival müssen sich die Bratwurstbrater mit dem jeweiligen Veranstalter abstimmen.

 

"Bisher hatten wir eine bunte Mischung von Entscheidungen ehemaliger Oberbürgermeister und Senatsentschlüssen, die geregelt haben, wer hier braten darf", berichtet Kai Holland, der Leiter des Coburger Ordnungsamts. All dies würde in der neuen Richtlinie zusammengefasst. "Uns geht es hier um die Festlegung des Großen und Ganzen", betont Holland. Ziel sei es, die Bratwurstbratkultur in Coburg zu erhalten. "Ein Marktplatz ohne Bratwurst wäre aus meiner Sicht eine traurige Angelegenheit", sagt der Leiter des Ordnungsamts. Daher bleibe vieles für die Coburger Bratwurstbrater wie bisher. So etwa die Rezeptur, derzufolge die Coburger Bratwurst hergestellt werden muss. Oder auch die Position, an der Kunden den Stand auch in Zukunft finden werden.

 

Es wird jedoch auch einige Änderungen geben. Etwa die Zahl der Standbetreiber, die auf Wunsch der sogenannten Coburger Bratwurstgilde herabgesetzt wird. Aktuell gibt es neun Lizenzen für die begehrte Position am Rathaus. Künftig sollen sich nur noch acht Stände die Position am Marktplatz teilen. "Das heißt nicht, dass wir jetzt einen Standbetreiber verdrängen wollen", erklärt Holland. Vielmehr werde die neunte Lizenz künftig nicht nachbesetzt.

Weitaus relevanter als die Zahl der Standbetreiber dürften für Fans der Coburger Bratwurst jedoch die neuen Kernbratzeiten sein. So müssen unter der Woche künftig zumindest zwischen 9.30 bis 17.30 Uhr Bratwürste am Coburger Rathaus brutzeln. An Sonn- und Feiertagen zwischen 10.30 bis 18.00. Die Entscheidung hierfür wurde erst während der Beschlusssitzung des Senats gefasst. Im ursprünglichen Vorschlag für die neue Vorschrift hatte noch gestanden, dass unter der Woche bereits um 8 Uhr ein Stand auf dem Marktplatz bereitstehen muss. Die Mitglieder des Verwaltungssenats entschieden sich kurzfristig jedoch, diese Regelung zu ändern. Grund war unter anderem Aussage der beiden anwesenden Vertreter der Bratwurstgilde Claudia Hartan und Bernd Meinhardt, dass das Geschäft so früh recht schleppend verlaufe.

"Wenn es Gemecker gibt, weil es früh um 8 noch keine Bratwurst auf dem Markt gibt, verweise ich alle Beschwerdeführer an Frau Hartan", verkündete Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD), der wegen der kurzfristigen Änderung zusammen mit Hans Weberpals (CSB) gegen die neue Verordnung stimmte.

Neu wird auch der Wegfall der Preisbindung, an die sich die Bratwurstbrater in der Vergangenheit halten mussten. Diese Änderung erfolgte aufgrund eines Antrags des Stadtrats Frank Völker (CSU) der in der Preisbindung die Selbstständigkeit der Coburger Bratwurstbrater gefährdet sieht. "Ich begrüße diese Entscheidung", sagt Bernd Meinhardt, der bereits seit 17 Jahren zur Bratwurstgilde gehört. Mit der neuen Regelung könne er gut leben. "Ich bin überzeugt, dass es zu keinem Preiskampf kommen wird", erklärt er. Die Leute seien bereit, für hohe Qualität zu zahlen.

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Andreas Wolfger
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Veröffentlicht am:
23. 07. 2019
00:00 Uhr

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Andreas Wolfger

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Veröffentlicht am:
23. 07. 2019
00:00 Uhr



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