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Coburg

Corona-Krise fordert Sparkasse

Die Pandemie macht nicht vor dem Coburg-Lichtenfelser Geldinstitut Halt. Es unterstützt Firmen und Gewerbetreibende.



Die Corona-Krise fordert die Sparkasse Coburg-Lichtenfels. Das betonen Vorstandsvorsitzender Martin Faber (rechts) und Vorstand Roland Vogel. Foto: Jana Lindner-Okrusch
Die Corona-Krise fordert die Sparkasse Coburg-Lichtenfels. Das betonen Vorstandsvorsitzender Martin Faber (rechts) und Vorstand Roland Vogel. Foto: Jana Lindner-Okrusch  

Coburg/Lichtenfels - Die anhaltende Niedrigzinsphase hat einen erheblichen Einfluss auf das Geschäftsmodell der Sparkasse Coburg-Lichtenfels. Dies erfordere konsequente Maßnahmen auf der Ertrags- und der Kostenseite, erläuterten Vorstandsvorsitzender Martin Faber und Vorstand Roland Vogel bei der Vorstellung der Bilanz 2019, die heuer ausschließlich schriftlich erfolgte. So strafft das Geldinstitut sein Filialnetz. Auch die Zahl der Mitarbeiter ist rückläufig. Am 31. Dezember 2019 waren noch 558 Beschäftigte in der Sparkasse Coburg-Lichtenfels tätig. Derzeit bildet sie 21 junge Menschen aus; acht haben im Frühjahr 2020 ausgelernt. Zehn weitere Auszubildende zum Bankkaufmann bzw. zur Bankkauffrau kommen im September dieses Jahres hinzu.

Sparkasse Coburg-Lichtenfels konzentriert sich auf größere Standorte

Wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase und der zunehmenden Digitalisierung von Geldgeschäften verkleinert die Sparkasse Coburg-Lichtenfels ihr Filialnetz. Sie müsse, wie es in einer Presseinformation heißt, "Anpassungen (...) vornehmen, damit ihre Leistungsfähigkeit auch in Zukunft sichergestellt ist und sie ihren öffentlichen Auftrag erfüllen kann".

 

So würden die Servicefilialen in Lichtenfels-Seubelsdorf und in Neustadt-Eisfelder Straße in Selbstbedienungsstandorte umgewandelt. Das Gleiche gelte für die Finanzcenter in Kaltenbrunn, Altenkunstadt, Weitramsdorf und Coburg-Bamberger Straße. Außerdem gibt die Sparkasse ihre Selbstbedienungsstandorte in Meeder, Coburg-Mohrenstraße und Am Viktoriabrunnen sowie in Hochstadt und Lichtenfels-Bahnhofsplatz komplett auf. Das heißt, die Geldautomaten werden abgebaut.

 

Zum Jahresende wird die SB-Filiale in Ahorn geschlossen. Im zweiten Quartal 2021, mit Abschluss der Umbauarbeiten im Beratungscenter Coburg-Kasernenstraße, folgt die Aufgabe des Finanzcenters Dörfles-Esbach.

 

Die Sparkasse Coburg-Lichtenfels sei mit 31 Standorten "gut in der Fläche vertreten", betont der Vorstand. Für persönliche Beratungen sei sie weiterhin an 18 Standorten in der Nähe ihrer Kunden vertreten. Zehn Selbstbedienungsfilialen und drei reine Geldautomatenstandorte würden "das dichte Netz" ergänzen.

 

Vorstandsvorsitzender Martin Faber betont, "mit den Anpassungen entscheiden wir uns keinesfalls gegen Kundennähe, sondern wir stärken unsere Präsenz und Kernkompetenz - und zwar dort, wo der Kunde sie erwartet". Die Sparkasse setze auf größere Filialen, "in denen wir umfangreiche und qualitativ hochwertige Beratungsleistungen anbieten können." Vorstand Roland Vogel ergänzt, Kundennähe sei für die Sparkasse Coburg-Lichtenfels "nicht nur die rein räumliche Nähe, sondern definiert sich als intelligentes Zusammenspiel von regionalen und digitalen Services".

 

Das öffentlich-rechtliche Kreditinstitut, das von Städten und Landkreisen getragen wird, ist seit Beginn der Corona-Pandemie zusätzlich gefordert, betonen die beiden Vorstände. Die Sparkasse Coburg-Lichtenfels stelle nicht nur die Bargeldversorgung und die stabile Abwicklung des Zahlungsverkehrs sicher, sondern unterstütze regionale Firmen und Gewerbetreibende, um deren wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und den Liquiditätsbedarf der Unternehmen zu sichern. Im Mittelpunkt stünden Maßnahmen wie die Änderung von Kreditlinien, die Aussetzung von Tilgungen oder die Gewährung von Darlehen. Daneben sei die Sparkasse als Hausbank erster Ansprechpartner, wenn es um die Bereitstellung finanzieller Unterstützungen aus den Mitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der LfA Förderbank Bank gehe.

 

Bis Mitte Mai seien in rund 800 Fällen Tilgungsaussetzungen in Anspruch genommen worden. An Förderkrediten seien im gleichen Zeitraum bei 45 Anträgen insgesamt rund 9,5 Millionen Euro ausgezahlt worden. Für Vereine, die die Corona-Krise gefährdet, stellt die Sparkasse 100 000 Euro an Spendengeldern bereit. Bis Mitte Mai sind 24 000 Euro an 48 Vereine ausgezahlt worden.

Dafür habe man personelle Ressourcen gebündelt und setze sie unter anderem unterstützend für die Firmenkundenberatung und die Kreditsachbearbeitung ein, erklärt Martin Faber laut Pressemitteilung "die besondere Rolle der Sparkasse". Sie wolle, so der Vorstandsvorsitzende, "nach Kräften dazu beitragen, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern, damit unsere mittelständischen Unternehmen und Selbstständigen leistungsfähig bleiben für die Zeit danach".

Die Corona-Krise stelle die Sparkasse "vor die große Herausforderung, in kürzester Zeit handeln zu müssen, gewohnte Arbeitsweisen umzustellen und sich als Unternehmen neu zu strukturieren", ergänzt Roland Vogel. Dies erfordere seit Anfang März "unseren vollen Einsatz und die ständige Anpassung unserer Handlungen an die jeweilige Lage". Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeute dies sowohl beruflich als auch privat eine außergewöhnliche Belastung. "Diese haben sie mit Engagement, Besonnenheit und Angemessenheit bislang hervorragend gemeistert", lobt Roland Vogel.

Die Bilanzsumme der Sparkasse Coburg-Lichtenfels ist im Jahr 2019 erneut gewachsen: um 5,7 Prozent auf 2,84 Milliarden Euro. Der Bilanzgewinn liegt bei rund zwei Millionen Euro. "Damit ist der Vorstand der Sparkasse zufrieden", heißt es in der Mitteilung. Die Vermögenslage sei geordnet. Mit einem Eigenkapital von 255 Millionen Euro - vor der Gewinnzuführung aus dem Geschäftsjahr 2019 - halte das Kreditinstitut "die strengen Anforderungen des Kreditwesengesetzes ein und verfügt zudem über hohe Wachstumsreserven". Mit einer Gesamtkapitalquote von 15,93 Prozent würden die Vorgaben nach Basel III erfüllt.

Die Kundeneinlagen lägen mit 2,368 Milliarden Euro über dem Stand des Vorjahrs. Der Kreditbestand habe um 76,2 Millionen Euro auf 1,744 Milliarden Euro zugelegt. Das Kundengeschäftsvolumen der Sparkasse Coburg-Lichtenfels sei ebenfalls gestiegen und liege bei 4,6 Milliarden Euro (2018: 4,362 Milliarden Euro).

Die Nutzung von Online- und mobilem Banking steige seit Jahren stetig. Bei der Sparkasse Coburg-Lichtenfels würden über 66 000 Privat- und Geschäftskunden online geführt.

Dass der Wohnungsbau an Itz und Obermain boomt, zeigt sich am Kreditbestand der Sparkasse Coburg-Lichtenfels in diesem Segment. Er ist nach Angaben des Geldinstituts zum 31. Dezember 2019 um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 839,6 Millionen Euro und damit auf ein historisches Höchstniveau angewachsen.

Der Gesamtbestand der Kundeneinlagen habe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2,368 Milliarden Euro betragen. Das entspreche einer Steigerung von vier Prozent. Im Fokus der Anlieger stünden kurzfristige Einlagen ohne Kursrisiken. Das belegten die Bestände von 1,568 Milliarden Euro bei den Geldmarktkonten - ein Anstieg um 7,7 Prozent -, und 719 Millionen Euro bei den Spareinlagen, wobei hier ein Rückgang um 2,4 Prozent habe verzeichnet werden müssen. wb

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Veröffentlicht am:
27. 05. 2020
15:58 Uhr

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Veröffentlicht am:
27. 05. 2020
15:58 Uhr



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