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Coburg

Damit es im Ernstfall klappt

Der Klimawandel fordert auch die Feuerwehren heraus. Insbesondere steigt die Gefahr für Waldbrände. Ihre Bekämpfung war nun Gegenstand einer Übung.



Einsatzleiter Steffen Schirrmacher (links) war während der Übung stets auf der Höhe des Geschehens.
Einsatzleiter Steffen Schirrmacher (links) war während der Übung stets auf der Höhe des Geschehens.   Foto: Kemnitzer » zu den Bildern

Buch/F. - Durch die langanhaltende Hitze und den hohen Temperaturen herrscht in der Region erhöhte Waldbrandgefahr. Eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe oder eine Glasflasche reichen schon aus, um durch Funkenbildung einen verheerenden Waldbrand auszulösen.

Wegen des Klimawandels wird es künftig häufiger warm und trocken. Um dafür gewappnet zu sein, stellen sich die Feuerwehren darauf ein und üben den Ernstfall, wie im Bucher Forst. Sie gingen davon aus, dass die extreme Trockenheit einen Waldbrand ausgelöst hat. Ein ähnlich schlimmes Szenario hat es dort schon einmal gegeben. 1993 mussten 500 Einsatzkräfte ausrücken, weil jemand einen Forst angezündet hat. Die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Buch am Forst führen deshalb seit einigen Jahren eine Waldbrandgroßübung durch. Weil sich das Forstgebiet am Zipfel des Landkreises Lichtenfels befindet und sich bis in Gemeinden des Coburger Landkreises erstreckt, war die Übung landkreisübergreifend angelegt. Neben der ausführenden Wehr beteiligten sich auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Grub am Forst, Niederfüllbach, Untersiemau und Weißenbrunn am Forst, die alle über die Integrierte Leitstelle (ILS) alarmiert wurden. "Insgesamt waren etwa 90 Dienstleistende vor Ort", führte Einsatzleiter Steffen Schirrmacher von der FF Buch am Forst aus. Auch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung der Feuerwehr Lichtenfels/Main war vor Ort.

Bei der Übung wurde deutlich, wie wichtig diese übergreifende Zusammenarbeit ist. Die Kameraden der Wehren waren dank GPS und Digitalfunk innerhalb von zehn bis 15 Minuten am Einsatzort im Forst. Dank der permanenten Übungen kennen sie sich aus, was im Ernstfall wertvolle Zeit spart. Diesmal ging es bei der Übung um Ortskunde, Zusammenarbeiten über Verwaltungsgrenzen hinaus, sowie die Arbeit mit Güllefässernt. Sie waren mit Löschwasser gefüllt.

"Die Feuerwehren stellen sich schon länger auf den strukturellen Wandel der Einsätze ein und rüsten sich nach und mit entsprechender Technik aus", erklärt der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Grub am Forst, Dominik Alex. Für Wald- und Flächenbrände werden leichter händelbare D-Schläuche eingesetzt, die trotzdem genug Wasserdurchsatz für diese Einsatzlagen erreichen.

Die Schwierigkeiten bei solchen möglichen Ernstfällen sind die weitläufige Einsatzstelle, die heißen Temperaturen und die dringend nötige schwere Schutzausrüstung der Einsatzkräfte sowie die Löschwasserversorgung. Die mit Wasser gefüllten Güllefässer der Landwirte und die großen Tanklöschfahrzeuge seien hier extrem wichtig für die Wasserversorgung. In Bayern stehen außerdem Hubschrauber-Außenlastbehälter zur Verfügung, die im Freitstaat verteilt sind. Vorwiegend fliegt die Bundespolizei im Ernstfall diese mit ihren Hubschraubern. Bei entsprechend hoher Waldbrandgefahrenstufe wird von der Regierung die Luftbeobachtung mit privaten Fliegern und ausgebildetem Personal der Hilfsorganisationen angeordnet und durchgeführt.

Neben dem Kater-Einsatzfahrzeug waren für diese Großübung zwölf weitere Fahrzeuge vor Ort. In zwei Abschnitten (Nord und Süd) wurden die Wehren im angenommenen Einsatzgebiet aufgeteilt, um das fiktive Feuer von verschiedenen Seiten aus zu bekämpfen. Zudem wurden Funkgruppen eingerichtet, um den Fluss der Informationen aufrecht zu erhalten. Für ausreichend Wasser sorgten zwei Faltbehälter und ein Güllefass mit 6000 Liter Fassungsvermögen. Insgesamt standen rund 40 000 Liter Wasser zur Verfügung, die in den Wald gespritzt wurden, was die Fauna sicherlich dankbar aufnahm. Aus Grub am Forst schaute Bürgermeister Jürgen Wittmann den Einsatzkräften über die Schulter und lobte die Aktiven für ihr strukturiertes, schnelles und eingespieltes Arbeiten. Einen Dank sagte er der FF Buch am Forst für die Ausrichtung dieser wichtigen Waldbrandübung.

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Alexandra Kemnitzer
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Veröffentlicht am:
07. 08. 2019
17:02 Uhr

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Alexandra Kemnitzer

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Veröffentlicht am:
07. 08. 2019
17:02 Uhr



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