Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Coburg

Das Ende der unendlichen Geschichte

Mit dem Spatenstich startet der Bau der neuen Staatsstraße 2205. Das Projekt entlastet vor allem Beiersdorf vom starken Durchgangsverkehr.



Startschuss für die Verlegung der Staatsstraße 2205 neu nördlich von Coburg   Foto: Scheppe » zu den Bildern

Coburg - Wenn die "Bamberger Straßenmusikanten" die Hymne "Grandioso" spielen und dazu noch eine Staatsministerin schon um 9 Uhr in der Früh vor Ort ist, dann muss es sich um ein besonderes Ereignis handeln. Das war am Montag in Wiesenfeld der Fall. Nach Jahrzehnten der Planung fiel mit dem Spatenstich der Startschuss zur Verlegung der Staatsstraße 2205 neu nördlich von Coburg, die bis 2023 abgeschlossen sein soll. "Es ist ein großartiger und toller Tag für Stadt, Landkreis, Bewohner und die Wirtschaft", unterstrich Landrat Sebastian Straubel die immense Bedeutung des Verkehrsprojekts, dessen Ursprünge bis in die 1960er-Jahre reichen.

Zahlen, Daten und Fakten zur neuen Staatsstraße 2205

Die neue Staatsstraße 2205 hat eine Länge von 5,2 Kilometern. Die Trasse umgeht Wiesenfeld im Süden und schwenkt dann nördlich an Kösfeld, Sulzdorf und Glend vorbei und endet in einem geplanten Kreisverkehr nördlich von Neuses.

Die Kosten belaufen sich auf rund 29 Millionen Euro, von denen zwei Millionen Euro für den Grunderwerb aufgebracht werden mussten. Mächtig ins Geld gehen neun Brücken, da die Trasse mehrere Bachläufe, Gemeindestraße und die Bahnlinie Coburg-Bad Rodach quert. Zudem sind umfangreiche ökologische Ausgleichmaßnahmen erforderlich.

Das Gros der Finanzierung trägt der Freistaat Bayern. Knapp 17 Prozent entfallen auf den Landkreis, denn die 2205-Verlegung erfordert einen Kreisverkehr östlich von Wiesenfeld.

Verantwortlich für das Projekt zeichnet das Staatliche Bauamt Bamberg. Nach Angaben der Behörde soll die neue Trassenführung einschließlich der landschaftspflegerischen Maßnahmen im Jahr 2023 komplett fertiggestellt sein.

Schon in den 1960er-Jahren gab es erste Pläne für eine Verlegung, die allerdings - auch wegen veränderter naturschutzrechtlicher Bestimmungen - erst 2013 in einen Planfeststellungsbeschluss mündeten. Nachdem mehrere Klagen erfolglos waren, besteht seit Oktober 2017 Baurecht.

Die etwas mehr als fünf Kilometer lange Trasse beginnt vor Wiesenfeld und endet nördlich von Neuses in einem geplanten Kreisverkehr . Von einem "großen Schritt" sprach auch Staatsministerin Melanie Huml, denn mit der Verlegung gehe eine spürbare Entlastung der Ortsdurchfahrten von Beiersdorf und Neuses sowie für die Gemeinde Meeder einher. Mit der künftigen Trassenführung nehme eine im Coburger Land lang ersehnte Entwicklung ihren Lauf, verwies sie auf die stetige Zunahme des Verkehrs. So werde die neue 2205 mit täglich mehr als 11 200 Fahrzeugen viermal so stark frequentiert wie im oberfränkischen Durchschnitt. Gleiches gelte mit täglich 560 Lkw für den Schwerlastverkehr. "Für die Menschen, die hier leben und arbeiten, ist daher die Baumaßnahme allein schon deshalb eine nachhaltige und spürbare Entlastung", stellte die Gesundheitsministerin fest.

Von enormer Bedeutung ist die 2205 neu Huml zufolge auch wegen der A73-Zubringerfunktion als Anbindung an das überregionale Straßennetz sowie als Verbindung zwischen Coburg, Bad Rodach und Hildburghausen. Davon profitierten die vielen oft mittelständischen Betriebe im Wirtschaftsraum Coburg. Huml verhehlte nicht, dass das Projekt nicht unumstritten ist und es "einige Klagen gab und gibt". Dieses Recht gelte es zu akzeptieren, wenngleich ein Blick über den Tellerrand hinaus wünschenswert wäre. Die jetzige Trassenführung sei "keine Ideallösung", sondern das Ergebnis vieler "langwierigen und mühsamen Verhandlungen", dankte die Ministerin den Grundstückseigentümern, ohne deren Bereitschaft die Verlegung nicht möglich gewesen wäre.

"Jetzt geht’s endlich an die Umsetzung", freute sich Landrat Sebastian Straubel. Die 2205 sei schon immer die wichtigste Ost-West-Verbindung in Stadt und Landkreis Coburg gewesen, doch mit der Grenzöffnung habe ein sprunghafter Verkehrsanstieg die Straße schnell an ihre Leistungsgrenze geführt.

Das unterstrich Meeders Bürgermeister Bernd Höfer. Nach vorne schauen, laute die Parole, denn jetzt "tritt das ein, auf das wir seit Jahrzehnten warten", sagte er mit Blick auf die Entlastung der vom starken Durchgangsverkehr genervten Anlieger. Der Neubau sei zudem unabdingbar für die wirtschaftliche Entwicklung, weil er die Meederer und Bad Rodacher Betriebe mit ihren 5000 Beschäftigten stärke.

 

Autor
Christoph Scheppe

Christoph Scheppe

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 12. 2019
13:24 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Baumaßnahmen Beiersdorf AG Melanie Huml Oberfranken Schwerlastverkehr Verkehr Verkehrsprojekte
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Rund 30 Traktoren aus dem Raum Coburg beteiligten sich am Dienstag am bundesweiten Protest der Landwirte in Berlin.	Foto: Axel Roth

29.11.2019

"Und plötzlich ist alles falsch"

Tausende Landwirte demonstrieren in Berlin gegen die Agrarpolitik. Auch Axel Roth aus Beiersdorf fährt mit dem Traktor in die Hauptstadt. Und bekommt Gänsehaut. » mehr

Tempo 30. Symbolfoto.

23.10.2019

Ebersdorf: Wunschtempo 30 ist vom Tisch

Es ist eine bittere Pille für 90 Anwohner: Ihr Antrag auf Geschwindigkeitsbegrenzung fand im Ebersdorfer Gemeinderat keine Zustimmung. » mehr

B 303 bleibt bis 4. November gesperrt

10.10.2019

B 303 bleibt bis 4. November gesperrt

Eigentlich sollte an diesem Freitag schon wieder der Verkehr rollen, doch daraus wird nichts: Länger als geplant muss die Bundesstraße B 303 zwischen Niederfüllbach und Zeickhorn komplett gesperrt bleiben. » mehr

Gepflasterte Gehwege, LED-Beleuchtung, ein komplett erneuertes Kanalsystem und eine Straße, auf der nicht mal die Kanaldeckel mehr klappern: Bürgermeister Michael Keilich freut sich, dass die Thüringer Straße endlich fertig ist.

23.07.2019

Freie Fahrt durch Sonnefeld

Nach einem Jahr Bauzeit wird die Thüringer Straße morgen offiziell eröffnet. Die Sanierung war ein Kraftakt. Eine der Umleitungen ein Geniestreich. » mehr

Stau mal wieder: Viele Pendler kennen das Bild vor der dem Steuer und im Rückspiegel. Foto: NP-Archiv

15.10.2019

Lebenszeit, die am Lenkrad verloren geht

In Stadt und Landkreis Coburg gibt es immer mehr Berufspendler. Die IG BAU spricht von einem "alarmierenden Trend". » mehr

B 303

26.07.2019

Vollsperrung auf der B 303

Pendler zwischen Coburg und Ebersdorf müssen sich ab Montag, 26. August, auf längere Fahrzeiten gefasst machen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

HSC 2000 Coburg - DJK Rimpar Wölfe Coburg

HSC 2000 Coburg - DJK Rimpar Wölfe | 14.12.2019 Coburg
» 9 Bilder ansehen

Tödlicher Unfall bei Gleisenau Gleisenau

Tödlicher Unfall bei Gleisenau | 12.12.2019 Gleisenau
» 5 Bilder ansehen

Schwerer Unfall auf der B 303 Ebersdorf

Unfall auf der B 303 | 12.12.2019 Ebersdorf
» 16 Bilder ansehen

Autor
Christoph Scheppe

Christoph Scheppe

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 12. 2019
13:24 Uhr



^