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Coburg

Das Globe kommt auf dem Tieflader

Die Fassadenteile werden vorgefertigt und in nur zwölf Wochen in Coburg aufgerichtet. Der Tiefbau startet im Herbst. 300 Tonnen Fichtenholz sollen verarbeitet werden.



Blick ins Foyer des Globe-Theaters. Die Innenräume werden von der Holz-Optik dominiert.	Darstellungen: Globe GmbH
Blick ins Foyer des Globe-Theaters. Die Innenräume werden von der Holz-Optik dominiert. Darstellungen: Globe GmbH   » zu den Bildern

Coburg - "Das Projekt ist eine große Herausforderung für uns", sagt Marcel Ebert. Er ist Geschäftsführer im Coburger Architekturbüro ABE Eichhorn GmbH und verantwortlich für den Bau des Globe-Theaters auf dem Gelände des Güterbahnhofs. Ende 2022 will das Landestheater in den markanten Rundbau einziehen.

Und so sieht der Zeitplan aus

Nachdem der Stadtrat bekräftigt hat, dass er hinter dem Entwurf für das Globe-Theater steht, kann jetzt die europaweite Ausschreibung für die Gewerke beginnen. Sie wird etwa ein viertel Jahr dauern.

 

Im Herbst dieses Jahres starten die Tiefbauarbeiten für den Rundbau, der in der Nähe der Ernst-Faber-Brücke entsteht.

 

Wenn die Witterung mitspielt, kann im Februar 2021 mit den Betonagearbeiten begonnen werden. Für den Theaterbau wird eine wasserdichte Wanne gegossen, damit kein Grundwasser von der nahen Itz eindringen kann.

 

Der Holzbau beginnt im Sommer 2021. Allerdings wird das Theater nicht Stück für Stück an der Baustelle aufgerichtet. Tieflader liefern vorgefertigten Holz-Beton-Verbundelemente an

 

Für den Holzbau rechnen die Planer zwölf Wochen. Dann beginnt der Innenausbau.

 

Am Freitag stellte Ebert zusammen mit dem Coburger Architekten Thomas Eck, der die Aufgabe des Bauleiters übernommen hat, Einzelheiten des ehrgeizigen Projekts vor. Es werde eine Baustelle, die alles, was das sechs bis neun Personen starke Projektteam bisher realisiert hat, in den Schatten stellt, meinen Ebert und Eck übereinstimmend. Allein der eng gesteckte Zeitrahmen, der für die Bauausführung bleibt, lässt erahnen, unter welchem Druck das gesamte Team steht. Von Null bis zur ersten Premiere bleiben kaum zwei Jahre. Außerdem ist das Globe kein Gebäude von der Stange. "Die Form der Fassade zeigt schon, dass es ein Unikat ist. Dazu kommt noch die ungewöhnliche Holz-Beton-Verbundbauweise", unterstreicht Ebert. Er ist allerdings zuversichtlich, dass das Büro, das in Coburg bereits eine ganze Reihe von Großprojekten verwirklicht hat, auch diese Hürden nimmt.

 

Außerdem ist der Architekt stolz darauf, dass der Auftrag für die Realisierung des Globe-Theaters in Coburg geblieben ist. Das Büro ABE Eichhorn GmbH konnte sich Ende letzten Jahres bei einem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb durchsetzen und war im Dezember 2019 mit der Detailplanung, Ausschreibung und Bauleitung des Globe beauftragt worden.

Nachdem der Stadtrat in seiner letzten Sitzung sein Ja zur Ausweichspielstätte für das Coburger Landestheater erneuert hat, kann das Architekturbüro Eichhorn jetzt Nägel mit Köpfen machen und Bauleistungen ausschreiben. Wie Marcel Ebert sagt, soll im Herbst dieses Jahres mit dem Tiefbau begonnen werden. Kein leichtes Unterfangen, denn der Bauplatz, der nahe an der Itz liegt, gilt als grundwassergefährdet. Deshalb werden die Bauarbeiter mit Spundwänden die Grube abdichten und später eine wasserdichte Wanne gießen, in der der Rundbau dann steht.

Außerdem ist das Thema Altlasten auf dem gesamten Güterbahnhofgelände aktuell. Keiner weiß, ob möglicherweise Abfälle oder Verunreinigungen aus früheren Jahrzehnten im Untergrund schlummern, die noch entsorgt werden müssen.

"Die Tiefbauarbeiten werden ziemlich lange dauern. Da darf sich keiner dran stören", prophezeit Marcel Ebert. Nach dem Bauzeitenplan werden wahrscheinlich erst im Spätsommer 2021 Bagger, Betonpumpen und Schalplatten vom Bauplatz abgezogen. "Dafür geht es dann umso zügiger mit dem Hochbau weiter", kündigt der Architekt an. In nur zwölf Wochen soll sich der Rundbau stehen. Möglich macht das die industrielle Vorfertigung der Fassadenelemente. Ebert: "Solange die Tiefbauarbeiten laufen, können die Verbundteile schon hergestellt werden."

An dieser Stelle kommt das Berliner Architekturbüro "Kaden+Lager" ins Spiel, das die Coburger Planer unterstützt. "Das Büro Kaden+Lager bringt seine über Jahre bundesweit gewonnene Kompetenz im Bereich Holzbau ein", berichtet Marcel Ebert. Erst vor Kurzem seinen die Berliner mit dem Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg für die Errichtung eines 34 Meter hohen Wohngebäudes in Heilbronn ausgezeichnet worden, das komplett in Holzbauweise entstanden ist. Auch beim Globe kommt viel Massivholz zum Einsatz. Das wird man nicht nur an der Fassade sehen, sondern auch im Innenraum, der weitgehend ohne Putz oder Verkleidung der Holzelemente auskommen soll. Etwa 300 Tonnen Fichtenholz werden nach Schätzung von Ebert und Eck für den runden Musentempel benötigt.

Ein weiteres wichtiges Gewerk ist die Bühnentechnik. Auch dafür konnten die Coburger Architekten einen namhaften Planer gewinnen: das Ingenieurbüro Walter Kottke aus Bayreuth. Es hat nicht nur viele große Bühnen auf der Referenzliste, sondern kennt auch das Coburger Landestheater.

Insgesamt werden etwa 20 Fachplaner am Globe zusammenarbeiten. Zwar läuft im Moment noch alles im Zeitplan aber Marcel Ebert befürchtet, dass durch die Corona-Krise der eine oder andere Termin unter Druck geraten könnte. "Aber gerade dies macht die Arbeit so spannend und interessant", schmunzelt er.

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Norbert Klüglein

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Veröffentlicht am:
05. 06. 2020
19:26 Uhr

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Norbert Klüglein

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05. 06. 2020
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