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Das Hü und Hott zum Hotelneubau

Wohin künftig mit all den Kongressen und Gästen? Bei einer Diskussion setzt sich Michael Stoschek nachdrücklich für den Standort Rosengarten ein.



Das Hü und Hott zum Hotelneubau
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Coburg - Bei einer Informationsveranstaltung des Bürgervereins Coburg Stadt zum Thema Tagungshotel am Donnerstagabend im Münchner Hofbräu hat Michael Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung von Brose Fahrzeugteile, deutlich gemacht, dass es aus seiner Sicht nur eine Lösung geben kann: ein Hotel im Rosengarten in unmittelbarer Nähe zum Kongresshaus. Oberbürgermeister Norbert Tessmer wies hingegen darauf hin, dass die Diskussion um einen Hotelneubau wieder völlig am Anfang stehe.

"Wir haben jetzt alles auf Null gestellt", so Tessmer. Damit habe der Stadtrat der Kritik an den Plänen für ein Kongresshotel am Anger Rechnung getragen. Dass in Coburg ein solches Hotel fehlt, steht für den Oberbürgermeister außer Frage. Es gehe nicht um darum, ob so ein Haus gebaut werden sollte, sondern wie. Tessmer warb um eine ergebnisoffene Diskussion unter Einbeziehung der Bürger ohne Zeitdruck. "Wir wissen seit 60 Jahren, dass wir ein Tagungshotel benötigen. Jetzt muss nicht alles in fünf Minuten geschehen."

Ob in fünf Minuten oder in fünf Jahren - nach Michael Stoscheks Überzeugung muss das Hotel in den Rosengarten. Ganz so, wie es im Rahmen der Kampagne für das Neue Innenstadtkonzept (NIK) vor etwas mehr als zehn Jahren geplant gewesen sei. Damals habe sich in einem Bürgerentscheid eine Mehrheit für die Pläne ausgesprochen, während der Stadtrat die zwölfmonatige Bindungsfrist an den Entscheid tatenlos ausgesessen habe.

Er wolle jedoch nicht den Blick zurück, sondern nach vorn richten, so Stoschek. "Der Markt gerade für mittelgroße Kongresse wächst stark", betonte er. Aktuell verfüge die Stadt zwar über das Kongresshaus, dass aber mangels Kongressen ein jährliches Defizit von etwa 800 000 Euro einfahre. An dieser Stelle outete sich Stoschek durchaus als Fan der Einrichtung. Das architektonisch ansprechende Gebäude sei es wert, sich Gedanken über seine wirtschaftliche Nutzung zu machen. "Entscheidender Baustein für schwarze Zahlen ist ein Tagungshotel in direkter Verbindung zum Kongresshaus". Ein solches Tagungszentrum im Rosengarten könnte, so Stoschek, einen Umsatz von jährlich rund zehn Millionen Euro generieren.

Profitieren werde nicht zuletzt die Innenstadt, meinte Stoschek. Schließlich sei die frisch sanierte Ketschenvorstadt, "der wichtigste Zugang zur Stadt", nur wenige Schritte entfernt. Im Zuge des Hotelbaus und der Anpassung des Kongresshauses in Richtung Tagungsstätte könnte zudem der Rosengarten herausgeputzt werden. Dies sei wiederum eine neue Chance für das Palmenhaus, etwa wenn Kongressteilnehmer die Einrichtung gegen Gebühr besuchten. Im Zuge der Erneuerung des Parks ist aus Stoscheks Sicht wünschenswert, von der Ketschendorfer Straße aus Einblicke in den Rosengarten zu gewähren. Derzeit verhinderten das Hecken und Bäume. Das Tagungshotel könne so gestaltet werden, dass es weniger als fünf Prozent der Fläche des Rosengartens beanspruche. Es könne auf etwa 1500 Quadratmeter Grundfläche entlang der Alexandrinenstraße an das Kongresshaus anschließen. Allerdings müsste eine der großen Kastanien weichen. 2. Bürgermeisterin Dr. Birgit Weber räumte ein: "Das Kongresshaus ist nicht wirklich ein Kongresshaus", vielmehr ein Ort für kleine und mittlere gesellschaftliche Veranstaltungen. Ein Tagungshotel eröffne Chancen und Gutachten bescheinigten einem solchen Vorhaben beste Erfolgsaussichten. Doch auch Weber erinnerte, dass die Debatte um die Umsetzung wieder am Anfang stehe. Im Rosengarten bestehe noch nicht einmal Baurecht für irgendein Gebäude.

Skeptisch gegenüber dem Standort Rosengarten zeigte sich Christa Minier. Die Vorsitzende der Altstadtfreunde Coburg betonte allerdings, dass sie nur ihre persönliche Meinung vortrage und nicht für den Verein spreche. Der wolle vor einer offiziellen Äußerung erst noch die Stellungnahmen der Fachbehörden und Träger öffentlicher Belange abwarten. Minier selbst machte keinen Hehl daraus, dass sie wenig von einem Tagungshotel im Rosengarten hält. Insbesondere sprächen weitere Flächenversiegelung und der Verlust von Grünanlagen inklusive eines alten Baumes dagegen. Zudem sieht sie negative Auswirkungen auf das denkmalgeschützte Häuserensemble an der Alexandrinenstraße.

Stoschek entgegnete, dass die Begrünung auf dem Güterbahnhofsgelände einschließlich eines erlebbaren Itzufers den Verlust eines relativ kleinen Teils des Rosengartens mehr als wett mache. Allerdings ist auch hier über den Umfang der neuen Grünflächen noch nicht das letzte Wort gesprochen. Zur Diskussion stehen die Pläne von Jühling & Partner Landschaftsarchitekten mit mehr Grünflächen sowie der Entwurf von Schirmer Stadtplaner und Architekten, der mehr Raum für gewerbliche Flächen vorsieht. Eine Lanze für Stoscheks Ideen brach Werner Weiß. Man müsse dankbar sein, dass sich ein Bürger so für die Stadt engagiere. Als Mitglied von Stadtbild Coburg werde er in seinem Verein für ein Tagungshotel im Rosengarten werben.

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Mathias Mathes
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Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
14:34 Uhr

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Mathias Mathes

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Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
14:34 Uhr



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