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Coburg

Das Kreuz mit dem Agrarpaket

Bauern kritisieren mit einer ungewöhnlichen Aktion die Politik der Bundesregierung. Sie wollen Verbraucher aufrütteln.



Ein grünes Kreuz stellten Hans Rebelein (rechts) und Jan Schrijer bei Ottowind auf.	Foto: Rebhan
Ein grünes Kreuz stellten Hans Rebelein (rechts) und Jan Schrijer bei Ottowind auf. Foto: Rebhan  

Ottowind - Völlig unzufrieden ist derzeit der Kreisverband Coburg des Bayerischen Bauernverbands (BBV) mit der Agrarpolitik der Bundesregierung. Grund hierfür ist das am 4. September zwischen dem Bundesministerium für Landwirtschaft und dem Bundesumweltministerium verabschiedete "Agrarpaket". Die darin enthaltenen Maßnahmen greifen nach Meinung des Bauernverbandes so massiv in die Eigentumswerte der Landwirte ein, dass sie sich in ihrer Existenz bedroht fühlen.

"In den landwirtschaftlichen Betrieben geht die Angst um, dass damit jegliche Produktion auf den Acker erschwert und in Einzelfällen nahezu unmöglich gemacht wird", beschreibt der Coburger BBV-Geschäftsführer Hans Rebelein die Auswirkungen des Agrarpaketes. Rebelein weiter: "Viele Flächen werden wertlos und können nicht mehr für die Nahrungsproduktion genutzt werden". Nach seiner Darlegung wäre dann die Folge, dass Lebensmittel verstärkt aus dem Ausland importiert werden, ohne Rücksicht darauf, wie sie dort erzeugt werden.

Das wollen Landwirte im Coburger Land nicht klaglos hinnehmen. Mit grünen Kreuzen, die an Straßenrändern aufgestellt werden, will man nicht nur auf den Missstand aufmerksam machen sondern auch symbolisch aufzeigen, dass mit den Kreuzen die Sachpolitik beerdigt wird, die nach Auffassung der Landwirte in Deutschland keinen Platz mehr hat. Der BBV verdeutlicht, dass die grünen Kreuze Mahnzeichen gegen die steigende Auflagenflut, überzogene Bürokratie, Dumpingpreise für Lebensmittel, ungebremsten Flächenverbrauch und unfaire Handelspolitik sind.

Die Forderungen des Bauernverbandes werden klar formuliert: Demnach stehen die grünen Kreuze für Tiere auf den Bauernhöfen statt in Agrarfabriken, fruchtbare Böden statt Beton, gesunde statt kranke Pflanzen, düngen nach Bedarf statt nach Fristen, heimische Lebensmittel statt Fleisch aus Übersee. Die Aktion ist nach Darstellung des BBV ein Aufruf der Bäuerinnen und Bauern, der Verbraucher zum Nachdenken anregen und zum Dialog einladen soll.

Autor

Martin Rebhan
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Veröffentlicht am:
13. 09. 2019
18:06 Uhr

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Martin Rebhan

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Veröffentlicht am:
13. 09. 2019
18:06 Uhr



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