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Coburg

Defizite früher erkennen

Coburg schickt künftig Kinder bereits mit vier Jahren zur Schuleingangsuntersuchung, die in Bayern Pflicht ist. Zudem fördert man die Großtagespflege.



Coburg - In der jüngsten gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse "Jugend und Familie" und "Bildung, Kultur und Sport" wurde die Großtagespflege als eine offizielle Betreuungsart für Kinder anerkannt und wurde damit in die Satzung über die Förderung qualifizierter Kindertagespflege aufgenommen. Unter Großtagespflege wird der Zusammenschluss zwei oder mehrerer Tagespflegepersonen verstanden, die gemeinsam eine Gruppe von Kindern außerhalb der eigenen Wohnung betreuen.

Kerstin Spindler vom Jugendamt Landkreis Coburg erläuterte, dass in einer solchen Einrichtung bis zu zehn Kinder von qualifiziertem Personal betreut werden können. Spindler sieht die Großtagespflege als ein adäquates Mittel, um dem Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung gerecht zu werden. Carsten Höllein (SPD) wollte wissen, ob die Qualität in der Großtagespflege gewährleistet ist. Fachbereichsleiterin Angelika Sachtleben stellte klar, dass diese Einrichtungen ebenso der Aufsicht des Landratsamtes unterliegen wie alle anderen Kindertagesstätten oder Kinderkrippen. Nachdem Tagespflegepersonen seit diesem Jahr als hauptberuflich Selbstständige zählen und damit der Krankenversicherungspflicht unterliegen, kommen nach Worten von Kerstin Spindler Mehrausgaben von 15 000 Euro auf den Landkreis zu. Auch dieser Punkt wurde in die Satzung aufgenommen.

An dem Pilotprojekt "vorgezogene Schuleingangsuntersuchung" nahm auch der Landkreis Coburg teil. Hier ging es darum, bei Kindern im vierten Lebensjahr eine Schuleingangsuntersuchung durchzuführen, um bei eventuellen Defiziten frühzeitig eingreifen zu können. Wie Dr. Roswitha Gradl und Dr. Britta von Deimling vom Gesundheitsamt Coburg betonten, verlief das Pilotprojekt äußerst erfolgreich. Obwohl die Teilnahme freiwillig war, lag die Beteiligung im Amtsbezirk des Gesundheitsamtes Coburg bei über 70 Prozent. Bayernweit liegt sie nur bei 31 Prozent. Beide stellten fest, dass die Untersuchung von Eltern, Kindergärten und Kinderärzten voll und ganz akzeptiert werde. Aufgrund der Ergebnisse des Pilotprojektes wird im Landkreis und der Stadt Coburg die vorgezogene Schuleingangsuntersuchung ab dem kommenden Schuljahr verpflichtend und löst damit das bisherige Verfahren ab.

Kreisrat Peter Jacobi sah in der Maßnahme den Nachteil, dass den Eltern immer mehr Verantwortung entzogen wird. Er kommentierte dies mit den Worten: "Staat mach mal, hatten wir schon einmal auf deutschem Boden". Martin Finzel (Parteilos) und Rainer Mattern (CSU) widersprachen den Vorbehalten von Jacobi und arbeiteten die Vorteile einer vorgezogenen Untersuchung heraus.

Der Jugendsozialarbeit an Schulen kommt immer mehr an Bedeutung zu. Angelika Sachtleben und Brigitte Keyser (Fachbereichsleitung Bildung, Kultur und Sport) erläuterten den Plan, die Jugendsozialarbeit (JAS) in den Schulen des Landkreises weiter auszubauen. Man geht davon aus, dass maximal drei Schulen pro Jahr in das Projekt eingebunden werden können. Je Schule sieht man eine Halbtagsstelle als bedarfsgerecht an. Aufgrund sogenannter "Belastungsindikatoren" kam man zu dem Schluss, dass im ersten Schritt die Mittelschulen in Bad Rodach, Ebersdorf und Sonnefeld mit der JAS ausgestattet werden sollen. Ab 2021 soll dann die Mittelschule Lautertal, sowie die Realschule Neustadt und die Fachschule für Hauswirtschaft und Kinderpflege in den Fokus der Betrachtungen rücken. Rainer Mattern (CSU/LV) brachte kein Verständnis dafür auf, dass in einer Schule, die Mitarbeiter im Bereich Erziehung ausbilden soll, eine JAS notwendig ist. "Wer so etwas braucht, hat seinen Beruf verfehlt", betonte der stellvertretende Landrat.

Der Ausschuss beschloss zudem den Schwimmunterricht an den Landkreisschulen mit 15 Euro je Unterrichtsstunde für eine zweite Aufsichtsperson zu fördern.

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Martin Rebhan
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Veröffentlicht am:
11. 07. 2019
00:00 Uhr

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Martin Rebhan

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Veröffentlicht am:
11. 07. 2019
00:00 Uhr



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