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Coburg

Den Pferden geht es gut

Die Betreiberin des Gnadeshofes wünscht sich vor allem eines: endlich Ruhe. Nach Beschwerden von Anliegern lud sie nun Landrat Straubel ein.



"Dusty" ist das älteste Pferd, das derzeit auf dem Gnadenhof lebt, und wurde von Nina Hopf wieder liebevoll hochgepäppelt.
"Dusty" ist das älteste Pferd, das derzeit auf dem Gnadenhof lebt, und wurde von Nina Hopf wieder liebevoll hochgepäppelt.   Foto: Desombre

Schottenstein - Der Pferdegnadenhof Itzgrundhof bietet seit 2015 alten und kranken Pferden einen Platz bis zu ihrem Lebensende. Derzeit genießen zehn ehemalige Turnier- und Schlachtpferde dort ihren Freiraum und können sich auch einmal im Sand wälzen. Doch in letzter Zeit häufen sich Beschwerden von Anwohnern, die der Betreiberin Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und gegen die Bauordnung vorwerfen. Landrat Sebastian Straubel machte sich jetzt persönlich ein Bild vor Ort.

Mit dem Gnadenhof in Schottenstein hatte sich vor gut vier Jahren die 24-jährige Nina Hopf ihren Traum erfüllt. Sie kaufte den Hof und steckte dann noch einmal viel Geld in die Renovierung des Anwesens. Eigentlich wollte die damals 19-Jährige damals nur für ihr eigenes Pferd einen "Beisteller" zu sich holen, damit ihr Pferd nicht so alleine ist. Nach und nach entwickelte sich daraus der heutige Gnadenhof. Inzwischen gibt es auch den Verein Pferdegnadenhof Itzgrundhof.

Dusty" ist derzeit das älteste Pferd auf dem Hof von Nina Hopf. Das ehemalige Turnierpferd kam mit blutigen Beinen nach Schottenstein. Heute sieht man es "Dusty" nicht zuletzt aufgrund der fachkundigen Pflege von Nina Hopf und ihrem Team nicht mehr an, dass er schon 24 Jahre auf dem Buckel hat "Flash" ist 19 Jahre alt und seit drei Jahren auf dem Gnadenhof zu Hause. "Er war nur noch Haut und Knochen, als er zu uns kam", erinnert sich Nina Hopf . Auch dieses Pferd ist heute gesund, aber alt und deswegen nicht mehr als Turnierpferd zu gebrauchen. Die Pferdefreundin Nina Hopf hat viele Helfer um sich, denn alleine könnte sie die Versorgung der Tiere nicht schaffen, wie sie betont. Isabell Neubert, Jana Fischer und die Schwägerin Svenja Hopf sind täglich vor Ort, pflegen die Pferde, misten den Stall aus und bringen das Gelände in Ordnung.

Für die Tierarztkosten und die Arbeit des Schmiedes fallen hohe Kosten an, die über den Verein versucht werden zu decken. Allein fürs Futterheu muss Nina Hopf rund 800 Euro im Monat aufbringen. Dazu kommen Kraftfutter und Nahrungszusätze für die alten Tiere. Das alles wird von den Pferdefreunden geschultert.

Aber immer wieder gebe es Anwohner, die ihr das Leben nicht gerade leicht machten, so Hopf. Angeblich lägen tote Pferde auf der Koppel oder die Tiere würden nicht gepflegt und bekämen kein Futter. "Vielleicht wissen die Anwohner nicht, dass sich Pferde auch einmal hinlegen und schlafen", weist die 24-Jährige die Vorwürfe von Nachbarn zurück. "Ich möchte einfach nur meine Ruhe und den Tieren ihren Lebensabend so gut wie möglich gestalten", sagt sie

Es werde alles umgesetzt, was die Mitarbeiter des Landratsamtes fordern, betont sie. "Aber mir wird mein Leben immer wieder schwer gemacht. Ich komme nicht zur Ruhe."

Der Pferdegnadenhof in Schottenstein wurde bereits in den vergangenen Jahren vom Veterinäramt des Landratsamtes Coburg mehrmals kontrolliert. Damals lagen Beschwerden wegen angeblicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vor. Bei den Kontrollen stellten die Veterinäre geringfügige Mängel, zum Beispiel einen nicht ausreichend eingestreuten Liegebereich, fest. Diese Mängel wurden anschließend zuverlässig und innerhalb der gesetzten Fristen beseitigt.

Um die Vorwürfe endgültig aus der Welt zu schaffen, hatte Nina Hopf Landrat Sebastian Straubel eingeladen, damit sich dieser selbst ein Bild vom Hof, der Koppel am Ortsrand und der Tierhaltung machen könne.

Dabei kaum auch zur Sprache, dass das Bauamt des Landkreises auf Grund von Beschwerden eines einzelnen Nachbarn bezüglich der Pferdekoppel am Ortsrand tätig geworden war. Mit der Betreiberin des Gnadenhofes sei damals Maßnahmen zum Schutz der Nachbarschaft vereinbart worden. Diese seien bereits umgesetzt worden. Auch der Beschwerdeführer sei über die Vereinbarungen mit der Betreiberin informiert worden. Wie der Landrat vor Ort betonte, seinen danach keine weiteren Beschwerden eingegangen.

Straubel wies ferner darauf hin, dass die für den Abschluss des Verfahrens notwendigen Baugenehmigungen erteilt werden können, sobald die erforderlichen Bauanträge gestellt werden und die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen gegeben sind. Hierfür ist insbesondere für die Koppel- und Reitplatznutzung eine Änderung des Flächennutzungsplanes durch die Gemeinde erforderlich.

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Wolfgang Desombre
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Veröffentlicht am:
15. 11. 2019
15:14 Uhr

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Wolfgang Desombre

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Veröffentlicht am:
15. 11. 2019
15:14 Uhr



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