Lade Login-Box.
Topthemen: Loewe-InsolvenzNP-FirmenlaufGlobe-TheaterMordfall OttingerHSC 2000 CoburgStromtrasse

Coburg

Der Graben erhitzt die Gemüter

Bei dem Bebauungsplan für das Areal Coburger Wegäcker III geht es nur noch um Details. Diese beschäftigen den Weitramsdorfer Bauauschuss dennoch intensiv.



Durch das Grundstück am Coburger Wegäcker III am Ortsrand Weidachs zieht sich ein Entwässerungsgraben (blau). Wie man mit ihm umgeht, wer ihn instandhält und pflegen soll, war Thema im Bauauschuss. Grafik: Koenig & Kühnel
Durch das Grundstück am Coburger Wegäcker III am Ortsrand Weidachs zieht sich ein Entwässerungsgraben (blau). Wie man mit ihm umgeht, wer ihn instandhält und pflegen soll, war Thema im Bauauschuss. Grafik: Koenig & Kühnel  

Weitramsdorf - Dem Bauauschuss lag am Mittwoch der Bebauungsplan "Coburger Wegäcker III" für seniorengerechte Wohneinheiten zur Abstimmung vor. Architektin Christine Bardin vom Ingenieurbüro Koenig & Kühnel schilderte dem Gremium und den Zuhörern den aktuellen Stand der Planung: Das betreffende Baugebiet schließt im Westen an die Fläche Coburger Wegäcker II an, im Norden befindet sich das Areal des Sportvereins Weidach. Auf dem nördlichen Abschnitt am Neuseser Weg sollen drei Mehrfamilienhäuser entstehen, die insgesamt 33 Wohnungen beinhalten - im vorigen Entwurf war von 36 Wohnungen die Rede gewesen. Das mittlere der drei Häuser soll 13 Wohneinheiten erhalten, die beiden Häuser rechts und links davon jeweils zehn. Die Einfahrt auf das Grundstück erfolgt von Norden her über eine Rampe. 22 Garagen schirmen die Häuser zur Straße hin ab. Auch erhalten die Wohnungen auf dieser Seite Schallschutzfenster. In der Fläche unterhalb können 23 Einfamilienhäuser gebaut werden, sobald sich ein Investor dafür gefunden hat. Diese Grundstücke in der Größe von 410 bis 750 Quadratmetern (m² ) werden von Norden her entschlossen. Knack- und Diskussionspunkt ist der offene Graben, der das gesamte Grundstück von Nord nach Süd durchzieht.

Der Graben gehört der Flurbereinigungsgesellschaft, informierte die Architektin. Er muss erhalten bleiben, denn er dient der Entwässerung. Auf ihrem Entwurf enden die einzelnen Grundstücke am Graben. Über die Instandhaltung und Pflege der Entwässerung entbrannte eine Diskussion: Ausschussmitglied Ulrich Kräußlich (FW-BV) meinte, es sei der Flurbereinigungsgesellschaft als Eigentümer nicht zuzumuten, den Graben zu pflegen, wenn er von bebauten Grundstücken umgeben sei. Er schlug vor, den Graben den Wohngrundstücken zuzuteilen. Dazu erklärte Bürgermeister Wolfgang Bauersachs (BfB): "Ob der Graben überhaupt verkauft wird, entscheidet einzig der Eigentümer, nämlich die Flurbereinigungsgesellschaft." In jedem Fall könnte die Pflege problematisch werden. Denn der bisherige Eigentümer müsste über daneben liegenden Grundstücke zu der Entwässerungsrinne gelangen. Auch wenn sie anteilig der Einfamilienhausgrundstücke aufgeteilt werde, drohten Schwierigkeiten: Kämen einige Grundstückseigentümer der Pflege nicht nach, gäbe es kaum eine Handhabe. Ob der Graben eine eigene Flurnummer erhalten müsse, bräuchte jedoch jetzt noch nicht entschieden werden. In jedem Fall müsse die Frage des Unterhalts im Erschließungsvertrag geklärt werden.

Claus Glodschei von MKB Weidach GmbH, dem Investor der Mehrfamilienhäuser, erklärte dazu den Ausschussmitgliedern, dass bei der Bebauung die Funktion des Grabens zur Entwässerung gewährleistet bleibe und dies auch notariell festgeschrieben werde. Das Regenrückhaltebecken solle im Sinne des Naturschutzes angelegt werden. "Wir wollen das qualitativ hochwertig ansetzen", betonte der Investor.

Da der Bebauungsplan im "beschleunigten Verfahren" aufgestellt worden sei, bedürfe es weder Ausgleichsflächen noch eines Umweltberichts, erläuterte die Architektin weiter. Als die Fragen der Ausschussmitglieder zur Höhenlage (395,62 Meter über NN), den Dachformen (alle außer Flachdach und Pultdach) und den Firsthöhen (8 Meter) geklärt waren, stellte Bürgermeister Bauersachs den Plan zur Abstimmung. Er wurde ohne Gegenstimme akzeptiert und wird jetzt öffentlich ausgelegt.

Autor

Katrin Lyda
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
04. 04. 2019
20:54 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Architekten und Baumeister Bebauungspläne Christine Bardin Finanzinvestoren und Anleger Grundstücke Mehrfamilienhäuser Umweltberichte Wohnungen
Weitramsdorf
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Stoschek befürchtet "Horrorszenario"

12.04.2019

Stoschek befürchtet "Horrorszenario"

Der Initiator des "Neuen Innenstadtkonzepts" übt Kritik an der Hotelplanung für den Anger. Stadtrat Eidt hadert mit dem Verkauf des Grundstücks. » mehr

Auf dem Weg zum Schmuckstück

07.03.2019

Auf dem Weg zum Schmuckstück

Das verfallene Haus in der Schützenstraße soll saniert werden. Ein Münchner Investor will Wohnungen schaffen. Einfach wird die Sache nicht. » mehr

Ein trauriges Bild: die Baugrube im Baugebiet "Westlich der Pommernstraße zwischen Judenberg und Himmelsacker in Coburg. Wann die hier geplanten Wohnhäuser entstehen, ist derzeit völlig unklar. Foto: Braunschmidt

25.07.2018

Mondlandschaft statt Wohnungen

Bei der Erschließung eines Baugebiets am Judenberg in Coburg konnte es der Stadt nicht schnell genug gehen. Es wurde auch eine Grube ausgehoben. Doch seit Wochen tut sich auf dem Gelände nichts mehr. » mehr

1962 eröffnet und in den 70er Jahren umgebaut wurde das Kongresshaus nie seiner Funktion als Tagungszentrum gerecht. Für die CSB steht es damit wieder zur Debatte. Foto: WolfgangBraunschmidt

03.06.2019

Neuer Plan für Coburgs Süden

Die CSB will einen neuen Bebauungsplan für den Anger. Außerdem ein Kongresszentrum, das auch als Hotel fungiert. Damit steht der Abriss des Kongresshauses im Raum. » mehr

Das vom Stadtrat beschlossene Hotel auf dem Anger - hier ein noch zu überarbeitender Entwurf -stößt auf große Kritik. Am Donnerstag verordnete sich das Gremium eine Denkpause. Diese dient dazu, in Sachen Ästhetik und Standort mit allen Beteiligten die für Coburg beste Lösung zu finden. Entwurf: Architekturbüro Soyk

23.05.2019

Beim Hotel vorerst alles auf Stopp

Am Ob besteht kein Zweifel, aber am Wie scheiden sich die Geister. Deshalb verordnet sich der Stadtrat eine kurze Denkpause. Über ein Ratsbegehren wird im Juni entschieden. » mehr

Stillstand auf der Baustelle

17.07.2018

Stillstand auf der Baustelle

An der Altenhofer Brücke sind die Sanierungsarbeiten unterbrochen worden. Der Grund: Probleme am Baukörper und an der Abdichtung. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Mittelaltermarkt Ebern

Mittelaltermarkt Ebern | 16.06.2019 Ebern
» 22 Bilder ansehen

Eröffnung Albertsbeach

Eröffnung Albertsbeach | 15.06.2019 Coburg
» 17 Bilder ansehen

Kevin Kravietz: Empfang in Ahorn Ahorn

Kevin Kravietz: Empfang in Ahorn | 13.06.2019 Ahorn
» 21 Bilder ansehen

Autor

Katrin Lyda

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
04. 04. 2019
20:54 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".