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Coburg

Der Schweinebauch lockt ins Sauloch

Zum 50. Mal veranstaltet heuer die Steinroder Wehr das Pfingstfest auf der malerischen Waldlichtung. Rund 2000 Menschen besuchen das größte Event im Ort an beiden Tagen.



Michael Übelhack, Karl-Heinz Schreiner, Herbert Schmidt und Rüdiger Schmidt (von links) freuen sich auf das Pfingstfest. Foto: Henning Rosenbusch
Michael Übelhack, Karl-Heinz Schreiner, Herbert Schmidt und Rüdiger Schmidt (von links) freuen sich auf das Pfingstfest. Foto: Henning Rosenbusch   » zu den Bildern

Rödental - Früher, da hatte Karl-Heinz Schreiner Sportunterricht auf der Lichtung im Wald am Sauloch bei Rödental. In Eigenregie richteten die ehemals selbstständigen Gemeinden Spittelstein und Blumenrod das Gelände für die gemeinsame Schule her, erinnert sich der 69-Jährige. Mit Erdschaufeln, vor die damals Pferde gespannt wurden. "Wir mussten immer hier hoch laufen und waren schon schlapp, als wir ankamen", erinnert sich Schreiner an seine Jugend. Inzwischen ist er längst Rentner und die Schule seit Ende der 1960er Jahre aufgelöst.

Das Programm

Ein Anziehungspunkt des Festes ist das malerische Gelände mit großen Felsen, Wanderwegen und einem Wasserfall.

Pfingstsonntag beginnt das 50. Saulochfest um 11 Uhr. Die Jugendfeuerwehr stellt sich vor mit einer Übung und Kinderbetreuung. Die Kinderwehr organisiert eine Tombola. Live-Musik gibt’s mit Frank Hofmann.

Pfingstmontag ist um 10 Uhr ein gemeinsamer Gottesdienst im Freien mit den evangelischen Gemeinden Fechheim und St. Marien Einberg. Danach gibt es Schweinebauch vom Grill und Live-Musik von den Geier Straits.

 

Am Wochenende findet auf dem Gelände das 50. Saulochfest der Feuerwehr Steinrod statt. Schreiner unterstützt als Ehrenvorsitzender das Organisationsteam bei der Vorbereitung des Pfingstfestes. Es ist das größte in der Rödentaler Gegend und zählt zu den ältesten. Erstmals wurde es auf dem heutigen Jugendzeltplatz am Sauloch gefeiert. Ins Leben gerufen hatte es ein Unternehmer aus Einberg, der dort jahrelang Sand und Ton abbaute. Zusätzlich hatte er eine Gastwirtschaft in Einberg, und so kam ihm die Idee für das Open-Air-Event. Doch nach einigen Jahren schlief das Fest ein. Es dauerte einige Zeit, bis die Feuerwehr die Idee aufgriff und an den jetzigen Standpunkt oberhalb des Jugendzeltplatzes umzog.

 

"Das ging ganz klein los, 30, 40 Leute mit ein paar Biertischen hier im Wald", erzählt Schreiner. Als das Interesse wuchs, wurde auch der Aufwand immer größer. "Wir transportieren jede Gabel hier hoch", meint Schreiner. So lag es nahe, die Versorgung zu erleichtern. Vor 20 Jahren bauten die Feuerwehrleute gemeinsam eine feste Hütte. Sie hat keine Vorderwand. Für das Fest werden halbhohe Zwischenwände eingezogen. Ansonsten sind sie an der Rückseite verstaut. "So müssen wir keinen Vandalismus fürchten", erklärt Rüdiger Schmidt, Vorsitzender der Feuerwehr Steinrod. Schließlich ist die Lichtung im Wald fast das ganze Jahr über menschenleer.

Immer wieder haben die Mitglieder der Feuerwehr die Hütte verbessert. Inzwischen gibt es fließendes Wasser, eine Abwasserleitung und einen Stromanschluss. Während des zweitägigen Festes kommen täglich rund 1000 Gäste, je nach Wetter mal mehr und mal weniger. 250 Kilogramm Steaks, 70 Kilo Schweinebauch und etwa 1000 Bratwürste verkaufen sie am Saulochfest, dazu noch Fisch-, Lachs- und Käsebrötchen, Kuchen und Getränke. Der Erlös des Festes wird für Anschaffungen genutzt, 20 000 Euro zum Beispiel steuerte die Wehr für ein neues Fahrzeug bei und investierte viel in das Feuerwehrhaus. So kommt der Gewinn wieder der Allgemeinheit zugute, betonen die Verantwortlichen.

"Wir haben das Fest erst einmal ausfallen lassen", schildern die Feuerwehrleute. Selbst bei schlechtem Wetter kämen die Leute, "einmal hatten wir Sauwetter im Sauloch, ein kleiner Bach lief aus dem Wald heraus über das Gelände den Hang runter", erinnert sich Karl-Heinz Schreiner. Seither hat die Feuerwehr den Festplatz mit Schotter befestigt, damit Regen besser abfließen kann. Knapp 90 Menschen sind an den beiden Festtagen als Helfer im Einsatz, bei einem Feuerwehrverein mit 100 Mitgliedern eine beachtliche Zahl. "Jeder packt mit an, das ist wirklich ein gesellschaftliches Ereignis, welches die Feuerwehr zusammenhält", so Schreiner.

Am Pfingstmontag findet seit den 1990er Jahren ein gemeinsamer Gottesdienst auf dem Festplatz statt. Die beiden evangelischen Gemeinden St. Marien Einberg und die Kirchengemeinde Fechheim laden ein, an die 100 Menschen kommen. "Die bleiben dann auch gleich da", freut sich Michael Übelhack, 2. Vorsitzender der Feuerwehr und verantwortlich für das Saulochfest. Seit vier Wochen ist er täglich mit der Organisation beschäftigt. "Das macht einfach Spaß, sonst würde man da nicht so viel Zeit reinstecken", erklärt er. Ihm gefällt vor allem die entspannte Stimmung auf dem Fest. "Auch wenn es mal lange Schlangen am Grill gibt, gibt es kein böses Wort." Berühmt ist das Saulochfest auch für den Schweinebauch. Der wird am Montag nach dem Gottesdienst aufgetischt und ist einer der Gründe, warum jedes Jahr wieder die Menschen zum Sauloch pilgern. Denn Werbung für das Event macht die Feuerwehr keine. "Das Fest gehört für viele Familien einfach zu Pfingsten dazu", so Übelhack.

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Christiane Schult

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Veröffentlicht am:
03. 06. 2019
17:18 Uhr

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Christiane Schult

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03. 06. 2019
17:18 Uhr



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