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Coburg

Der kritische Blick auf das "halbe Leben"

Die Betriebsseelsorge im Erzbistum Bamberg hatte zu einem Karikaturen-Wettbewerb zum Thema Arbeit aufgerufen. Die 60 besten Werke sind nun auch in Coburg zu sehen.



Der Leiter der Betriebsseelsorge im Erzbistum Bamberg, Dr. Manfred Böhm, eröffnete die Karikaturen-Ausstellung und sang dabei nicht unbedingt ein Loblied auf die heutige Arbeitswelt.
Der Leiter der Betriebsseelsorge im Erzbistum Bamberg, Dr. Manfred Böhm, eröffnete die Karikaturen-Ausstellung und sang dabei nicht unbedingt ein Loblied auf die heutige Arbeitswelt.  

Coburg - Karikaturen ersetzen so manches langatmige Referat und bringen auf humorvolle Art und Weise ein ernstes Thema auf den Punkt. Das erfuhren jetzt auch die Gäste bei der Eröffnung der Ausstellung "Arbeit ist das halbe Leben? - Karikaturen zu Mensch, Maschinen und Moneten", die kürzlich im Pfarr- und Dekanatszentrum St. Augustin in Coburg eröffnet wurde.

Begleitprogramm

Die Ausstellung im Dekanatszentrum St. Augustin ist noch bis zum Donnerstag, 31. Oktober (Reformationstag), täglich von 9 bis 17 Uhr zu besichtigen.

Zur Ausstellung gibt es auch ein Begleitprogramm. Unter dem Motto "Und überall ist Politik" findet am Dienstag, 8. Oktober, ab 17.30 Uhr eine Stadtbegehung mit Dr. Hubertus Habel statt, die rund 90 Minuten dauern wird. Treffpunkt ist am Dekanatszentrum.

Am Dienstag, 22. Oktober, gibt es in St. Augustin um 19 Uhr eine Lesung mit dem Autor Fritz Reheis zum Thema "Warum wir Nachhaltigkeit neu denken müssen? - Die Resonanzstrategie".

Am Dienstag, 29. Oktober, 19 Uhr, hält Dr. Claudia Lohrenscheidt, Professorin für Internationale Sozialarbeit und Menschenrechte an der Hochschule Coburg, einen Impulsvortrag zum Thema "Arm trotz Arbeit".


Aus Anlass des 60-jährigen Bestehens der Betriebsseelsorge im Erzbistum Bamberg hatte diese einen Karikaturenwettbewerb ausgeschrieben, und über 1800 Einsendungen aus aller Herren Länder waren nach Aussage von Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz eingegangen. So sei es für die Jury keine leichte Aufgabe gewesen, 60 Karikaturen auszuwählen, die nun in der Wanderausstellung zu sehen sind.

Die Abbildungen rücken vor allem die Menschen in der Arbeitswelt in den Mittelpunkt. Da geht es um Lohnungerechtigkeit, Sonntagsarbeit, Mobbing, psychische Belastungen, prekäre Beschäftigung und die Digitalisierung. Zugespitzt wird die Arbeitswelt dargestellt, "ein Blick zeigt oft alles", konstatierte der Leiter der Betriebsseelsorge im Erzbistum Bamberg, Dr. Manfred Böhm, bei der Ausstellungseröffnung.

Böhm warf dabei ebenso einen kritischen Blick auf die Arbeitswelt: "Wer realistisch das Phänomen der Arbeit betrachtet, wird sofort deren Doppelcharakter erkennen." Einerseits werde Arbeit nicht selten als etwas Unangenehmes empfunden, sei mit Mühe, Anstrengung und Schweiß verbunden, manchmal sogar mit Widerwillen. Doch allen sei laut Böhm bewusst, dass Arbeit unumgänglich ist für den Lebensunterhalt, mit Erwerbsarbeit werde schließlich die eigene Existenz gesichert. Und selbst in den eigenen vier Wänden würde Arbeit warten, vom Hausputz und der Gartenarbeit bis zur Steuererklärung. "Andererseits können und wollen wir nicht von der Arbeit lassen. Weil wir nämlich durch sie in Beziehung treten zur Welt und zu unseren Mitmenschen. Weil wir gestalterisch tätig sein und uns selbst ausdrücken wollen. Arbeiten ist sozusagen in unserer DNA angelegt und gehört somit zu unserer Identität. Ohne Arbeit können wir nicht gut leben." Und Gott selbst wird nach den Worten des Betriebsseelsorgers im Schöpfungstext des Alten Testaments als arbeitender Gott dargestellt, der sechs Tage gearbeitet und sich am siebten Tag ausgeruht habe, nachdem er seine Arbeit vollbracht habe.

Seine Ausführungen wollte Dr. Böhm jedoch nicht als Loblied auf die Arbeit verstanden wissen. So habe Arbeit ihre Schattenseiten und manchmal auch Abgründe. Das erfahre die Betriebsseelsorge seit inzwischen 60 Jahren.

Angesichts der Karikaturen sprach der Regionalleiter Oberfranken des DGB, Mathias Eckardt, von einer "lebendigen Ausstellung zu einem lebendigen Thema mit vielen Facetten". Dankbar zeigte sich Eckardt, dass die Betriebsseelsorge das Thema "Arbeit" aufgreife und immer wieder den Finger in die Wunde lege, "denn die Konflikte in der Arbeit werden nicht kleiner. Wir müssen die Menschen mitnehmen, denn der Mensch ist das Maß aller Dinge".

Autor

Andreas Kuschbert
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
04. 10. 2019
17:02 Uhr

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Autor

Andreas Kuschbert

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Veröffentlicht am:
04. 10. 2019
17:02 Uhr



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