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Coburg

Detailverliebte Flugkünstler

Über dem Gelände des Modellflugclubs zogen die Hubschrauber wieder ihre Kreise. Die Piloten begeisterten das Publikum mit ihren Künsten.



Bevor der Hubschrauber starten kann, muss zunächst der Akku angeschlossen werden. Mehr als zehn Minuten Flugzeit sind nicht drin.	Fotos: Martin Rebhan
Bevor der Hubschrauber starten kann, muss zunächst der Akku angeschlossen werden. Mehr als zehn Minuten Flugzeit sind nicht drin. Fotos: Martin Rebhan   » zu den Bildern

Glend - Für Freunde und Liebhaber von Hubschraubermodellen war das Fluggelände bei Glend des Modellflugclubs Coburg (MFC) am Wochenende die richtige Adresse. Bereits zum sechsten Mal lud der Verein zum Drehflüglertreffen ein und gut 50 Piloten nahmen die Möglichkeit wahr, nicht nur ihre Fluggeräte zu präsentieren, sondern auch unter Beweis zu stellen, dass sie ihr Metier bestens verstehen. Die Flugkünste, verlangten den höchsten Respekt der Betrachter ab, die die Leistungen mit viel Applaus bedachten.

Dass es alles andere als einfach ist, einen Modellhubschrauber zu fliegen, beschrieb der Vorsitzende des MFC Coburg, Frank Luther, mit den Worten: "Das ist so schwierig wie Klavierspielen." Vor allem liegt dies nach seiner Aussage daran, dass der Hubschrauber, anders als Modellflugzeuge, instabil fliegt: "Man kann das mit einer Kugel vergleichen, die man auf ein Tablett legt und dann durchs Haus läuft. Die Kugel bleibt auch nicht ruhig auf einem Punkt liegen", war von Frank Luther zu erfahren, der weiter verdeutlichte: "Wenn sich ein Insekt auf der Hand des Piloten setzt, hat dieses Glück, denn kein Pilot wird die Fernbedienung loslassen, dass könnte tödlich für den Hubschrauber sein."

Und in einem solchen Fluggerät stecken nicht nur eine Menge Arbeit, Liebe zum Detail und Leidenschaft, sondern auch eine Stange Geld. Nach Auskunft des Vorsitzenden kommen schnell mal 8000 Euro für einen originalgetreuen Nachbau zusammen. Dass die Piloten absoluten Wert auf Details legen, war den präsentierten Modellen anzusehen. So hatte der Nachbau eines Cobra AH1 von Michael Schwesinger aus Coburg nicht nur die "Wüstenlackierung" des Originals, sondern auch ein Soundsystem an Bord, das für täuschend echte Turbinengeräusche sorgte. Rüdiger Rung aus Stockheim hatte eine BO 105, die "Frankenhornisse", im Gepäck. Das Besondere bei diesem Modell war die auffallende Lackierung. "Das Original, das in Roth bei Nürnberg stationiert war, hatte diese Sonderlackierung", erklärt Rüdiger Rung. Dass es diese Modelle nicht von der Stange gibt, versteht sich von selbst. "Hier ist Kreativität der Piloten gefordert, aus Einzelteilen seinen Wunschhubschrauber zusammen zu stellen", betonte Frank Luther. Bis zu 25 Kilogramm Startgewicht dürfen die Drehflügler haben, wenn sie in Glend starten wollen. Es kommen fast ausschließlich Elektromotoren zum Einsatz, mit ihnen können die Fluggeräte auf eine Geschwindigkeit von über 200 Stundenkilometer beschleunigen. Je nach Größe des Akkus sind bis zu zehn Minuten Flugzeit möglich. Die Funksteuerung hat nach Worten von Frank Luther eine Reichweite von etwa zwei Kilometer. "Aber auf diese Distanz wird keiner seinen Hubschrauber fliegen lassen", betont der Vorsitzende und fügt hinzu: "Auf diese Entfernung sieht der Pilot sein Fluggerät nur noch als kleinen schwarzen Punkt und kann nicht mehr eindeutig feststellen, wo vorne und hinten ist." Wenn so etwas doch mal vorkommen sollte, heißt es für den Piloten eine Notlandung einzuleiten. "Ein automatisches Rückholsystem gibt es nicht", erklärt Frank Luther. Nicht schlecht staunten die Piloten und Zuschauer als ein nicht erwarteter Teilnehmer über dem Fluggelände erschien. Ein Milan zog seine Kreise und wollte schauen, wer da in seinen Luftraum eingedrungen ist. Nach einigen Runden über dem Fluggelände stellte er wohl fest, dass es sich weder um Futterkonkurrenz noch um potenzielle Beute handelt und zog ab.

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Martin Rebhan
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Veröffentlicht am:
02. 09. 2019
10:54 Uhr

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Martin Rebhan

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Veröffentlicht am:
02. 09. 2019
10:54 Uhr



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