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Coburg

Die Ersten im neusten Weltkulturerbe

Rund 500 Coburger machten sich per Express nach Augsburg auf. Das hatte wenige Stunden zuvor einen Titel erhalten, den nur acht weitere Städte in Bayern tragen.



Gästeführer Manuel Widmann stellt in der Trambahn den Coburger Gästen seine Heimatstadt Augsburg vor. Fotos: Martin Koch
Gästeführer Manuel Widmann stellt in der Trambahn den Coburger Gästen seine Heimatstadt Augsburg vor. Fotos: Martin Koch   » zu den Bildern

Coburg/Augsburg - Zum 19. Mal hat sich kürzlich der vormals so genannte Coburger Seniorenexpresses auf den Weg gemacht. Diesmal war das Ziel Augsburg. Bei der Abfahrt um 7.15 Uhr war aber im heimatlichen Freistaat Bayern die Nachricht noch gar nicht bekannt geworden, dass die rund 500 Coburger die erste große Besuchergruppe in der jüngsten Unesco-Welterbe-Stadt Bayern sein werden.

Gerade wenige Stunden zuvor war in Baku in Aserbeidschan die Entscheidung gefallen, die historische Wasserwirtschaft in Augsburg als neunte Welterbestätte in Bayern in das Unesco-Welterbe aufzunehmen. Augsburg zieht damit zum Beispiel mit den Pyramiden im ägyptischen Gizeh gleich. Und in Bayern selber fallen ja auch nur noch acht Welterbestätten in diese Premiumklasse., etwa die Altstädte von Bamberg oder Regensburg oder die bischöfliche Residenz in Würzburg.

Verdienst der Römer

Beim jüngsten Welterbetitel geht es allerdings um Technik, die Trennung von Brauch- und Trinkwasser, Kanalsysteme, Wasserwerke eigentlich scheinbar ganz moderne Errungenschaften und Objekte. Der Ausbau des heutigen Wasserwirtschaftssystems begann aber schon im frühen 15. Jahrhundert. Streng genommen haben bereits die Römer um 20 nach Christus einen Kanal nach "Augusta vindelicum" gelegt, der dann immerhin 300 bis 400 Jahre gute Dienste leistete. Darüber berichtete auch ausführlich Manuel Widmann, der die Coburger Gäste nach deren Ankunft in einer historischen Trambahn durch seine Heimatstadt und an zahlreiche Sehenswürdigkeiten führte. Freilich blieben manche Wünsche unerfüllt. Die Augsburger Puppenkiste hatte Theaterferien.

Widmann lud die Coburger auf jeden Fall ein, unbedingt noch ein paar Mal wiederzukommen. Heute funktioniert offenbar die Augsburger Gastfreundschaft. Pech hatte hingegen Reformator Martin Luther, der im Jahr 1530 bei dem Reichstag in Augsburg keine Aufnahme gefunden hatte. Er musste in Coburg zurückbleiben. Für den Tourismus in der Vestestadt war das aber doch im Nachhinein ein Glücksfall. Augsburg schmückt sich hingegen gerne mit anderen Namen. Aber in Bezug auf Bertolt Brecht konterkarierte Widmann den Lokalpatriotismus der Hauptstädter von Bayerisch-Schwaben: "Das schönste an Augsburg ist der Zug nach München", soll der Dramatiker einst gesagt haben.

Den Coburger Gästen gefiel es hingegen ausnehmend gut in Augsburg. Einer der Mitreisenden genoss in im wahrsten Sinne des Wortes in vollen Zügen, Verwaltungsrat Peter Schubert, ehemaliger Leiter des städtischen Sozialamtes und inzwischen ledig aller administrativen Pflichten.

Der Coburg-Express war wieder bestens vom Bahn-Touristik-Express mit Christian Aubert als verantwortlichem Teamleiter organisiert. Mitarbeiterinnen von Sozialamt, Seniorenbeirat und Arbeiterwohlfahrt waren die guten Geister in dem rund 350 Meter langen Sonderzug mit seinen Waggons. Die Kommunalpolitik war mit den beiden Bürgermeistern Norbert Tessmer und Thomas Nowak sowie Landrat Sebastian Straubel vertreten. Streng genommen waren auch drei Sonderzüge in einem unterwegs: der vormalige Seniorenexpress an sich und dann noch die beiden Betriebsausflüge von Landratsamt und Stadtverwaltung. Die Übergänge waren fließend. Die Generationen konnten sich in drei Gesellschaftswagen amüsieren. Die beste Musik ist eigentlich gar keine Musik, lautete das Motto in einem davon. Im zweiten Gesellschaftswagen dominierte dagegen der Party-Pop nach Mallorca-Art. Und schließlich gab es noch Classic-Rock mit vertrauten Gitarrenriffs und Schlagzeug-Soli, der unbestrittene Lieblingssound der Generation 50 plus.

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Martin Koch
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Veröffentlicht am:
08. 07. 2019
17:08 Uhr

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Martin Koch

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Veröffentlicht am:
08. 07. 2019
17:08 Uhr



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