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Coburg

Die Hochschule hat "das Ding"!

Wissenschaftsminister Bernd Sibler verleiht den Genius Loci-Preis. Er würdigt die Entwicklung des "Coburger Wegs" als modernes Lehrprofil.



Freudiges Ereignis: Wissenschaftsminister Bernd Sibler hat am Freitag der Hochschule Coburg den Genius Loci-Peis überreicht. Von links: Hochschul-Vizepräsident Michael Lichtlein, Hochschul-Präsidentin Christiana Fritze und Minister Bernd Sibler.	Foto: Norbert Klüglein
Freudiges Ereignis: Wissenschaftsminister Bernd Sibler hat am Freitag der Hochschule Coburg den Genius Loci-Peis überreicht. Von links: Hochschul-Vizepräsident Michael Lichtlein, Hochschul-Präsidentin Christiana Fritze und Minister Bernd Sibler. Foto: Norbert Klüglein  

Coburg - "Da ist das Ding!" Bernd Sibler gibt sich betont lässig, als er am Freitag Christiane Fritze, Präsidentin der Hochschule Coburg, und Michael Lichtlein, Vizepräsident der Hochschule, den Genius Loci-Preis in die Hand drückt. Aber vielleicht ist der bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst auch schon in Faschingslaune. Am Abend erwartet man ihn jedenfalls zur "Fastnacht in Franken" in Veitshöchheim. "Mein Kostüm hab ich bereits im Kofferraum", erzählt Sibler. Was er darstellen wird, das verrät der Minister allerdings noch nicht.

Der Preis

Mit dem Genius Loci-Preis für Lehrexzellenz zeichnen der Stifterverband und die Volkswagen-Stiftung jährlich eine Universität und eine Fachhochschule aus, die sich beispielhaft aufgestellt haben, über eine exzellente Lehrverfassung bzw. Lehrstrategie verfügen und Lehre auch als Experimentier- und Innovationsfeld begreifen. Die beiden Preisträger erhalten jeweils 20 000 Euro. Der Genius Loci-Preis ist der einzige Preis für exzellente Lehre, der deutschlandweit vergeben wird. In diesem Jahre erhielt ihn außer der Hochschule Coburg die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg.

 

In der Aula der Hochschule Coburg geht es am Freitagvormittag erst mal ernst zu. Wobei: Eine freudige Grundstimmung ist schon zu spüren bei Studierenden, Dozenten, der Hochschulleitung und den Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Coburg ist die erste Hochschule in Bayern, die den Genius Loci-Preis erhält. Ausgezeichnet wird damit "Exzellenz in der Lehre", wie es in den Statuten des Stifterverbands und der Volkswagen-Stiftung heißt, die den Preis jedes Jahr ausloben.

 

Im Fall der Hochschule Coburg würdigt das Gremium besonders den sogenannten "Coburger Weg". Darunter versteht man eine Lehre, die fächerübergreifend und besonders praxisnah ist und die Studierende auf ihrem Weg durch die Semester sozial begleitet. Die Juroren des Stifterverbands und der Volkswagen-Stiftung waren vom "Coburger Weg" überzeugt, weil er einen "Shift from teaching to learning" darstelle. Übersetzt heißt das wohl: Die Studierenden werden nicht alleine gelassen, sondern mittels unterschiedlicher Angebote durch das Studium begleitet. Ferner erwerben sie nicht nur Fachwissen, sondern können ganzheitliche Bildung ausprägen.

Der Bogen der sozialen Angebote spannt sich vom Kennenlerntag für Erstsemester, geht über ein Tutorensystem in den Fachbereichen und reicht bis hin zur psycho-sozialen Beratung, falls dies erforderlich sein sollte.

Ferner beschäftigen sich die Studierenden nicht allein mit dem Fächerkanon ihres Studiengangs, sondern lernen durch interdisziplinäre Projekte über den Tellerrand hinaus zu blicken. In der Praxis sieht das dann etwa so aus: Studierende der Sozialen Arbeit setzten sich mit Betriebswirtschaftlern und EDV-Experten zusammen, um eine App zu entwickeln. Dabei kommt es aber nicht allein auf die funktionierende Programmierung, sondern auch auf soziale Interaktion und kaufmännische Kalkulation an. Diese Art der Projektarbeit soll Studierende auf ihren Start ins Berufsleben vorbereiten, denn in Unternehmen wird ja auch die Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen vorausgesetzt, um ein Produkt zur Marktreife zu entwickeln.

Den "Coburger Weg" gibt es bereits seit 2011. Das bayerische Wissenschaftsministerium hat diese Sonderform der Lehre bisher mit 16,5 Millionen Euro unterstützt, wofür Hochschulpräsidentin Christiane Fritze am Freitag Bernd Sibler dankte. Sie wies ferner darauf hin, dass es ihrem im Juni 2016 plötzlich verstorbenen Vorgänger Michael Pötzl zu verdanken wäre, dass der "Coburger Weg" die Hochschule heute in allen Bereichen durchdringe. "Michael Pötzl hat für diese Idee gebrannt", sagte die Präsidentin. Sie versicherte, auf diesem Weg weiter zu gehen, auch wenn die staatliche Förderung Ende 2020 eingestellt werde. "Das hat die Hochschule verändert und stark gemacht für die Zukunft."

Wissenschaftsminister Bernd Sibler wies darauf hin, dass unter dem Begriff Bildung mehr zu verstehen sei als nur Ausbildung. "Es heißt Verantwortung für andere zu übernehmen und nicht nur an sich selbst zu denken", betonte er. Der Hochschule Coburg attestierte Sibler über "authentische Lehrpersönlichkeiten" zu verfügen, die dazu beitragen würden, dass ein Dialog zwischen Studierenden und Lehrenden entstehe. Ferner lobte der Minister die praxisnahen Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Unternehmen: "Sie bilden hier Fachkräfte der Zukunft aus, die auch hier leben und arbeiten wollen."

Der Vizepräsident der Hochschule Coburg, Michael Lichtlein, der den Festgästen noch einmal die Säulen des "Coburger Wegs" erläuterte, nannte die Befähigung zu gesellschaftlich verantwortungsvollem Handeln als zentrales Ziel des Lehrprofils. Durch den Genius Loci-Preis werde die Lehre an der Hochschule geadelt, sagte Lichtlein. Birgit Enzmann, die Projektleiterin des "Coburger Wegs", wies darauf hin, dass es zunehmend wichtig sei, die Übergänge zwischen Schule und Studium sowie zwischen Hochschule und Beruf zu begleiten. Beim "Coburger Weg" werde das durch die sozialen Komponenten und praktischen Anleitungen erreicht. Franziska Walcher und Torsten Utz, die gerade ihr Studium in Coburg absolvieren und selbst schon in interdisziplinären Projektgruppen gearbeitet haben, lobten ihre Erfahrungen mit dem "Coburger Weg": "Wir haben auf diese Weise gelernt uns besser zu organisieren und intensiver zu kommunizieren." Außerdem fördere es die Fähigkeit, ein Thema nicht nur aus der eigenen Sicht zu beurteilen. "Interdisziplinäre Arbeitsgruppen helfen, Aufgabenstellungen von verschieden Seiten aus zu betrachten", betonte Franziska Walcher.

Der mittels Videobotschaft zugeschaltete stellvertretende Generalsekretär des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, Volker Meyer-Guckel, sagte, dass die Jury die Leistungen der Hochschule Coburg würdigen wollte, weil sie ein ganz neues Lehrprofil entwickelt habe. "Es gibt viele Ansätze, aber so intensiv wie Coburg hat es noch keiner getan", meinte Meyer-Guckel.

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Norbert Klüglein

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Veröffentlicht am:
14. 02. 2020
16:58 Uhr

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Norbert Klüglein

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14. 02. 2020
16:58 Uhr



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