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Coburg

Die Seriensieger räumen wieder ab

Seßlacher Landwirte gewinnen den "boden:ständig"-Preis der bayerischen Verwaltung für ländliche Entwicklung. Nicht die erste Ehrung für die Stadt.



Bei der Seßlacher Stadtratssitzung überreicht Anton Hepple vom Amt für ländliche Entwicklung (Bildmitte) Urkunden an Landwirte, die Flächen nachhaltig bewirtschaften, für weniger Erosion sorgen und so dazu beitragen die Gewässer und das Grundwasser sauber zu halten. Foto: Knauth
Bei der Seßlacher Stadtratssitzung überreicht Anton Hepple vom Amt für ländliche Entwicklung (Bildmitte) Urkunden an Landwirte, die Flächen nachhaltig bewirtschaften, für weniger Erosion sorgen und so dazu beitragen die Gewässer und das Grundwasser sauber zu halten. Foto: Knauth  

Seßlach - Gemeinsam engagieren sich Seßlacher Landwirte seit Jahren für gesunde Böden und saubere Gewässer. Ein Einsatz, der nun ausgezeichnet wurde: Bei der Stadtratssitzung am Dienstagabend, der ersten im frisch sanierten Rathaussaal, überreichte Anton Hepple vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberfranken den zehn Teilnehmern den "boden:ständig"-Preis 2019. "Das Projekt lebt in Seßlach in besonderer Weise von den Menschen vor Ort", lobte er.

Auch Franz Knogler von der BBV LandSiedlung hob in seinem Zwischenbericht über das bereits Erreichte die Bereitschaft der Seßlacher hervor, gemeinsam nach Lösungen für eine Balance zwischen moderner Landwirtschaft und Gewässerschutz zu suchen. Die Herausforderungen in einem niederschlagsarmen Gebiet eine die Beteiligten. Aber auch mit Starkregen und erhöhten Nitratwerten im Trinkwasser müssten alle umgehen. Weniger Bodenerosion durch eine besondere Mais-Aussaat 2016, Kartierung der Seßlacher Flächen, ein Klima- und Bodentag im März und ein Infotag in Dietersdorf im Oktober 2017 zählten zu den bisherigen Maßnahmen. Vor Ort erörtert Knogler mit den betroffenen Landwirten, wo Erosion stattfindet und wie dort ohne großen Landverbrauch Rückhalteflächen geschaffen werden können, etwa durch Mulden oder Hecken. Egal ob Haupt- oder Nebenerwerbslandwirt, ob konventionell oder ökologisch wirtschaftend, ob Viehhalter oder Ackerbauer: Spätestens nach einem gemeinsamen Seminar in Klosterlangheim 2017 wurde allen Beteiligten klar, dass sie nur zusammen etwas erreichen. Hauptanliegen sei es ihm, den Nitratgehalt im Trinkwasser durch die Maßnahmen zu senken, betonte Georg Ruppert am Dienstag. Michael und Johannes Ruppert, die Söhne des Seßlacher CSU-Stadtrats, zählen ebenso wie sein FW-Kollege Uwe Siegel (Hattersdorf) zu den Ausgezeichneten. Weitere Preisträger sind die Bischwinder Günther Grämer, Günther Schramm sowie Ulrich und Heidi Schulz, der Seßlacher Albert Sebald, Werner Schubert (Hattersdorf) und Dieter Reisenweber (Untermerzbach).

Seit 2015 gehört Seßlach zu den 35 Projektgebieten für die "boden:ständig"-Initiative des bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Die Teilnehmer zählen zu den zehn Preisträgern, die aus mehr als 60 Vorschlägen für den alle zwei Jahre verliehenen Preis ausgewählt wurden. Er sei zu Gast bei "Seriensiegern", meinte Hepple angesichts der Staatspreise, die Seßlach bereits 1981 (Gruppenflurbereinigung), 2016 (als Mitglied der Initiative Rodachtal) und 2017 (Brauhaussanierung Unterelldorf) verliehen wurden: "Ich kenne keine Gemeinde in Bayern, die bei den Staatspreisen so abgeräumt hat wie Seßlach." Die 1000 Euro Preisgeld verwendet die Stadt laut Bürgermeister Maximilian Neeb für künftige Maßnahmen. Geplant sind etwa neue Uferrandstreifen, Mulchsaat- und Zwischenfruchtanbau zur besseren Wasserspeicherung der Felder, Sedimentfänge und Abflussbremsen für Niederschlagswasser in der Flur. Die Umsetzung kann über ein "wachsendes Flurneuordnungsverfahren" erfolgen, das vom ALE bereits Ende Mai angeordnet wurde.

Knogler lobte den "Seßlacher Geist": Mit ihrer Bereitschaft, freiwillig Flächen einzubringen und "unbürokratisch mitzuziehen", hätten die Landwirte den Prozess erheblich beschleunigt. Unterstützt würden sie dabei von der Stadt. Weiteren Interessierten steht das Verfahren offen.

Autor

Bettina Knauth
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Veröffentlicht am:
18. 09. 2019
17:44 Uhr

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Bettina Knauth

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Veröffentlicht am:
18. 09. 2019
17:44 Uhr



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