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Coburg

Die Spielgefährtin der Prinzessinnen feiert

Marianne von Prince wuchs auf der Veste auf. Von dort aus ging es für sie in die ganze Welt. Ihre Arbeit, der Sport und ihre Familie waren ihr immer wichtig. Nun beging sie ihren 100. Geburtstag.



Die Coburgerin Marianne von Prince (vorn Mitte) feierte am Donnerstag ihren 100. Geburtstag. Ihre Tochter Juliane Consbruch, ihr Enkelsohn Felix Consbruch und Coburgs 2. Bürgermeisterin, Dr. Birgit Weber, (hinten von links), gratulierten von Herzen.	Foto: Meißinger
Die Coburgerin Marianne von Prince (vorn Mitte) feierte am Donnerstag ihren 100. Geburtstag. Ihre Tochter Juliane Consbruch, ihr Enkelsohn Felix Consbruch und Coburgs 2. Bürgermeisterin, Dr. Birgit Weber, (hinten von links), gratulierten von Herzen. Foto: Meißinger  

Coburg - Die gebürtige Coburgerin Marianne von Prince, geborene Kühn, hat am vergangenen Donnerstag ihren 100. Geburtstag gefeiert.

Mit ihrem älteren Bruder Franz Wolfram und der um ein Jahr jüngeren Schwester Brigitta lebte sie in ihrer Kindheit bis zum achten Lebensjahr auf der Veste, in der heutigen Burgschänke. Sie war die Tochter von Maria Grasser, aus der Familie des Hoflieferanten und Möbeldesigners Grasser und von Julius Kühn, der als Schriftsteller und Musikkritiker und Oberstudienrat am Alexandrinum tätig war. Ihr Vater wurde später zum Oberstudiendirektor und Kulturdezernent ernannt.

Gerne erinnert sie sich daran, wie sie als Kind mit den Prinzessinnen Calma und Sibilla gespielt habe, sowie mit den Herzogkindern Prinz Hubertus und Prinz Friedrich. In ihrer Schulzeit besuchte sie die Lutherschule am Albertsplatz. Der Weg sei ihr eigentlich nicht zu lange vorgekommen, denn immer habe sie am Wegesrand etwas Interessantes gesehen.

Später besuchte sie die Schule in Gera und Waltershausen, absolvierte ein Landfrauenjahr in der Uckermark sowie eine Höhere Töchterschule und Pensionat in Erfurt. In den Jahren 1937 bis 1939 ließ sich zur Kindergärtnerin und Hortnerin in Thale ausbilden. Berufstätig war sie auf der Burg Rieneck, bei Gemünden am Main. Bis 1942 hatte sie die Kindergartenleitung bei Lohr am Main inne. Im selben Jahr ging es dann nach Kiew und Pusztavodiza, einer Lungenheilstätte, die sie leitete. Hier kümmerte sie sich um die Mütter, Ehefrauen und Kinder von Soldaten. Dies sei für sie eine sehr prägende und interessante Zeit gewesen. 1944 kam sie zum Lazarettzug und wurde an die Dienststelle Würzburg beordert. Dem folgte bis 1945 eine Fort- und Ausbildung zur Jugendleiterin-Sozialpädagogin. Aufgrund der ausbrechenden Aufstände erhielt sie den Notabschluss und floh über Pilsen ins Zwischenlager am Tegernsee. Dort war ihre Schwester als Krankenschwester tätig. Bis ins Jahr 1949 betreute sie die drei Kinder der Familie Sostmann und später kümmerte sie sich alleine um den körperbehinderten Jungen. Im selben Jahr übernahm sie eine Kinderbetreuung in Mainz, erkrankte jedoch an einer Hirnhautentzündung.

Da sie bereits 1946 ihre einzige Tochter Juliane zur Welt gebracht hatte, musste sie, egal in welcher Situation, sich um ihre kleine Familie kümmern. So nahm sie 1950 eine Kinderbetreuung in Coburg an. Später leitete sie den Städtischen Kinderhort in der Marienschule am Hofgarten. Nach ihrer Ausbildung zur Heilpädagogin schloss sie diese am Meinertzinstitut in München ab. Von 1967 bis 1986 arbeitete sie im "Verein für das behinderte Kind" und übernahm die Leitung am DSZ (Diakonisch Soziales Zentrum) im Hofgarten.

In all dieser beruflich äußerst aktiven Zeit fand sie auch ihr persönliches Eheglück. 1975 vermählte sie sich mit Adalbert Tom von Prince, der seine beiden Kinder Beo und Margot mit in die Ehe brachte. "Er war 20 Jahre älter als ich. Wir haben 14 Jahre miteinander verbracht", so die Jubilarin.

Die Jubilarin hat inzwischen sechs Enkelkinder und fünf. Urenkelkinder. Seit 1986 lebte sie im sogenannten (Un-)Ruhestand, 1989 verstarb ihr Ehemann.

Ihre große Leidenschaften waren Schwimmen, Tischtennis und Wandern. Über viele Jahre hinweg war sie Mitglied im Thüringer Waldverein und noch länger im Alpenverein. Von daher besuchte sie mehrfach die Coburger Hütte bei Ehrwald und erkundete die Dolomiten.

Marianne von Prince bereiste Irland, Kanaren, Ägypten und viele andere Länder. Darüber hinaus spielte sie gerne Karten und besuchte das Landestheater. Geistig fit hält sie sich mit der täglichen Zeitungslektüre Ihre Tochter Juliane teilte mit, dass sie sehr gerne den Coburger Treff besuchte und dort im zarten Alter von 80 Jahren noch das Bridge-Spiel erlernte. Bis zum 98. Lebensjahr versorgte sich die Jubilarin selbst. Inzwischen ist sie dankbar im Ernst-Faber Seniorenheim gut aufgehoben und umsorgt zu sein.

An ihrem Ehrentag gratulierte Coburgs 2. Bürgermeisterin, Dr. Birgit Weber, im Namen der Stadt. Darüber hinaus überreichte sie die Glückwünsche des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Dieser hatte der Jubilarin eine Medaille mit dem Konterfei der "Patrona Bavariae" zugesandt.

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Edwin Meißinger
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Veröffentlicht am:
07. 11. 2019
16:54 Uhr

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Edwin Meißinger

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Veröffentlicht am:
07. 11. 2019
16:54 Uhr



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