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Die Zukunft gemeinsam meistern

Wirtschaftsvertreter und Politiker sind sich in Neustadt einig: Die Wiedervereinigung war eine Erfolgsgeschichte für die Region. Nun aber müsse man sich neuen Herausforderungen stellen.



In einer Podiumsdiskussion, die von Dr. Marc Beise (Mitte) geleitet wurde, gingen (von links) Dr. Heiko Voigt, Dr. Andreas Engel, Bertram Brossardt und Frank Rebhan auf die wirtschaftliche Situation der Region einst und jetzt ein und wagten einen Blick in die Zukunft. Foto: P. Tischer
In einer Podiumsdiskussion, die von Dr. Marc Beise (Mitte) geleitet wurde, gingen (von links) Dr. Heiko Voigt, Dr. Andreas Engel, Bertram Brossardt und Frank Rebhan auf die wirtschaftliche Situation der Region einst und jetzt ein und wagten einen Blick in die Zukunft. Foto: P. Tischer  

Neustadt/Sonneberg - 30 Jahre Grenzöffnung wurde in diesem Jahr landauf, landab gefeiert. Auch die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) nahm dieses Jubiläum zum Anlass, einen Blick auf die Entwicklung in der ehemaligen bayerisch-sächsisch-thüringischen Grenzregion zu richten und stellte ihre neue Studie "Entwicklung des Arbeitsmarktes in den ehemaligen innerdeutschen Grenzregionen" vor.

"Die Grenzöffnung und die Wiedervereinigung waren wirtschaftlich ein Glücksfall und ein Gewinn für unser Land", leitete vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt die Podiumsdiskussion in der kultur.werk.stadt ein. Brossardt lobte dabei das ehemalige Grenzgebiet, das "eine Erfolgsgeschichte schrieb, wobei der Weg dorthin freilich einer Achterbahnfahrt glich. Doch die Region zog sich selbst aus dem Dilemma. Aus München konnte man nur zusteuern."

Dr. Karl Lichtblau, Geschäftsführer der IW Consult, Köln, arbeitete in der Studie drei Perioden heraus: "Es begann 1989 mit der Boomphase, es folgten Krisenjahre von 1995 bis 2010 und schließlich kam die Aufholphase von 2011 bis 2019." Kriterien wie Arbeitslosigkeit und Bruttowertschöpfung belegten dies. "Bei den meisten wirtschaftlichen Indikatoren steht die bayerische Grenzregion heute besser da als noch zu Zeiten der deutschen Teilung. Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 1988 noch bei 8,1 Prozent, im Jahr 2018 waren es nur noch 3,6 Prozent. Bei der Wirtschaftskraft erreichte die Grenzregion im Jahr 1980 nur 83,8 Prozent des westdeutschen Durchschnitts, im Jahr 2017 waren es 92,7 Prozent", führte Lichtblau aus. Wobei Björn Cukrowski, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Coburg, anmerkte: "Die Zahlen für unseren Kammerbezirk sind deutlich besser." Die Trennung zwischen Ost und West sei überwunden und die Region sei zu einem Wirtschaftsraum zusammengewachsen.

Dr. Andreas Engel, Geschäftsführender Gesellschafter, Leise GmbH & Co. KG Coburg, betonte: "Nach der Grenzöffnung war Eigeninitiative gefragt, doch die Zonenrandförderung trug dazu bei, dass es aufwärtsging." Er habe derzeit Sorge, dass es zu einem relativ schnellen Abkühlen der Wirtschaft komme "wir merken das seit einem Vierteljahr". Insbesondere die Digitalisierung sei verschlafen worden. Letztere schien dann auch für viele der anwesenden Unternehmer und Politiker die nächste große Herausforderung für die Grenzregion zu sein, zu der der Fachkräftemangel noch hinzukomme. Das sieht auch Dr. Heiko Voigt, Bürgermeister von Sonneberg, so: "Die Zukunft liegt in der Digitalisierung, doch wir werden einen Strukturwandel bekommen." Dies werde die hiesige Region besonders treffen, da "wir hier noch viel produzierendes Gewerbe haben". Frank Rebhan, Oberbürgermeister von Neustadt, sieht in der Digitalisierung aber auch eine Chance und forderte zu mehr Mut auf. Als Kommunen sei man maßgeblich von politischen Entscheidungen abhängig. SPD-Landtagsabgeordneter Michael Busch meinte: "Die Politik ist bei der Digitalisierung immer der Bremser. Aber: Wir müssen die Menschen mitnehmen und ein Beschleunigungsgesetz ist notwendig. Es liegt nicht am Geld, um die Digitalisierung durchzuführen, sondern an der Struktur." So wird sich die Region erneut auf einen wirtschaftlichen Wandel einstellen müssen, den man ja schon einmal meisterte.

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Peter Tischer
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Veröffentlicht am:
01. 12. 2019
14:26 Uhr

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Peter Tischer

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Veröffentlicht am:
01. 12. 2019
14:26 Uhr



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