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Coburg

Die ausgezeichneten Ingenieure von morgen

Ein Freisprech- und Navisystem im Motorradhelm, ein Lack aus Styropor und vieles mehr: 18 Schüler und Schülerinnen haben tollen Forschergeist bewiesen. Dafür erhielten sie nun den Bernhard-Kapp-Preis.



Schülerinnen und Schüler des Arnold-Gymnasiums Neustadt, der Coburger Gymnasien Casimirianum und Ernestinum sowie der Berufsoberschule erhielten den Bernhard-Kapp-Preis zur Förderung des Ingenieurnachwuchses. Foto: Kapp Niles
Schülerinnen und Schüler des Arnold-Gymnasiums Neustadt, der Coburger Gymnasien Casimirianum und Ernestinum sowie der Berufsoberschule erhielten den Bernhard-Kapp-Preis zur Förderung des Ingenieurnachwuchses. Foto: Kapp Niles  

Coburg - Seit 17 Jahren zeigen im Wettbewerb um den Bernhard-Kapp-Preis zur Förderung des Ingenieurnachwuchses Schülerinnen und Schüler, was sie in naturwissenschaftlicher und technischer Hinsicht drauf haben. Vielleicht werden sie ja Ingenieure, so wie Dr. Jan Ungelenk, der 2002 mit dem Preis ausgezeichnet wurde und nach einer bemerkenswerten akademischen Karriere eine berufliche Heimat bei BASF in Ludwigshafen fand.

Weiter neugierig zu bleiben, weiter die Umsetzung einer neuen Idee zu verfolgen, auch wenn der eine oder andere Gedanke sich als Sackgasse erweist - diese Botschaft hatte Dr. Ungelenk zur diesjährigen Preisverleihung im auf Schleifmaschinen und Werkzeuge zur hochpräzisen Bearbeitung von Zahnrädern spezialisierten Coburger Unternehmen Kapp Niles mitgebracht. Den Kapp-Preis erhielt er vor 17 Jahren, weil er sich mit der Brennstoffzelle als Energielieferant für mobile Rechner wie Smartphones beschäftigt hatte. Wie heute allgemein bekannt, machte der Lithium-Ionen-Akku das Rennen.

Seinen naturwissenschaftlichen Forscherdrang habe das nicht bremsen können, zumal die Brennstoffzelle eine Zeitlang wirklich als alternative Energiequelle gehandelt worden sei, so Ungelenk. Vielmehr wagte er beim Studium wieder einen Sprung ins Ungewisse, indem er sich für einen völlig neuen Studiengang entschied. So wurde der einstige Preisträger zum Experten für Nanopartikel. Auf dem Weg zum Doktortitel habe er gleich zweimal die Erfahrung von Versuch und Irrtum machen müssen. Auch der berufliche Weg sei mitunter holprig gewesen. Unter dem Strich bilanzierte Ungelenk aber: "Ingenieure sind immer gefragt."

Forschergeist und Ausdauer bewiesen auch die von Martin Kapp, geschäftsführender Gesellschafter der Kapp- Niles-Unternehmensgruppe, dem wissenschaftlichen Koordinator Professor Dr. Gerhard Lindner und Thomas Engel vom Rotary Gemeindienst ausgezeichneten Preisträger. Insgesamt waren es 18 Jungen und Mädchen, die nach Engels Worten "ein naturwissenschaftlich-technisches Thema mit hohem Praxisbezug bearbeitet haben".

Der jeweils erste Preis ging an Viktor Neumaier, Leopold Franz und Fabian Beck vom Gymnasium Ernestinum sowie an Florian Zosig von der Berufsoberschule. Das Trio vom "Ernes" konstruierte in Zusammenarbeit mit der Hochschule Coburg und Unternehmen aus der Region eine Vakuumkammer, die im 3D-Druckverfahren herstellbar ist. Sie belegten, dass das relativ preisgünstige Druckverfahren tauglich ist für Hochvakuumtechnik. Zosig wiederum entwickelte ein kompaktes Freisprech- und Navigationssystem für Motorradhelme. Sein Entwurf geht bis zur Serienreife.

Zweite Preise gingen an: Maja Bernhardt (Arnold-Gymnasium Neustadt). Sie beschäftigte sich mit dem Lebensmittelzusatzstoff Riboflavin, der als Vitamin B2 für den Energiehaushalt des menschlichen Körpers von Bedeutung ist. Elisa Dittrich (Arnold-Gymnasium) widmete sich der Bestimmung von Farbstoffen in Lebensmitteln. Jonas Göbel, Erik Harmgarth und Jonathan Romankiewicz (Ernestinum) erforschten Magnetfluide als Dichtungsmittel für Kolbenkompressoren.

Künstliche Intelligenz brachten Erik Harmgarth und Leon Migge (Ernestinum) zur Klassifizierung von Objekten zum Einsatz. Tobias Birk, Dominik Edel und Paul Weber (Gymnasium Casimirianum) stellten eine Heizungsregelung durch Sensoren vor, die etwa ein offenes Fenster erkennt und die Heizung zurückstellt. David Preßel, Lukas Scheler und Philipp Wetstein (Casimirianum) realisierten die Stromversorgung eines Tablet-Computers durch die Nutzung von Fitnessgeräten.

Einen dritten Preis holten Anton Römhild und Niklas Forkel (Arnold-Gymnasium). Römhild entwickelte Lack aus Styropor-Abfällen. Niklas erforschte Witterungseinflüsse auf Bienenvölker.

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Mathias Mathes
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
12. 11. 2019
17:42 Uhr

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Mathias Mathes

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12. 11. 2019
17:42 Uhr



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