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Coburg

Drama mit fadem Nachgeschmack

Das Planfeststellungsverfahren für den Flugplatz bei Neida ist eingestellt worden. Oberbürgermeister Tessmer findet dazu deutliche Worte.



Das Mahnkreuz ist Symbol der Gegner eines Flugplatzneubaus bei Neida. Mit der Einstellung des Planfeststellungsverfahrens ist das umstrittene Projekt jetzt endgültig zu Grabe getragen worden.	Foto: Archiv Frank Wunderatsch
Das Mahnkreuz ist Symbol der Gegner eines Flugplatzneubaus bei Neida. Mit der Einstellung des Planfeststellungsverfahrens ist das umstrittene Projekt jetzt endgültig zu Grabe getragen worden. Foto: Archiv Frank Wunderatsch  

Coburg - Es war ein Kracher in einer Aschermittwochsveranstaltung der CSU um die Jahrtausendwende: Hans-Heinrich Ulmann, damals Baubürgermeister, ließ durchblicken, dass zwischen Coburg und Bad Rodach ein neuer Verkehrslandeplatz (VLP) gebaut werden solle. Grund: Die Genehmigung des Werkflugbetriebs mit Geschäftsflugzeugen, die Coburger Unternehmer betreiben, sei auf der Brandensteinsebene nicht dauerhaft aufrecht zu erhalten.

Es folgte eine jahrelange, heftig geführte Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern des Projekts, es gab einen Bürgerentscheid im Landkreis Coburg und schließlich einen Vorschlag der bayerischen Staatsregierung. Er lautete, auf den Neubau bei Neida zu verzichten und stattdessen die Flugplätze Coburg-Brandensteinsebene und Bamberg-Breitenau auszubauen, damit sie den Ansprüchen der Wirtschaft für den Betrieb von Geschäftsflugzeugen gerecht werden.

Weil diese "Kombilösung" jetzt umgesetzt wird, ist das Planfeststellungsverfahren für den Neubau des Verkehrslandeplatzes Meeder-Neida eingestellt worden. Das Luftamt Nordbayern, wo das Genehmigungsverfahren lief, verlangt dafür eine Gebühr von 200 000 Euro. Die muss die Projektgesellschaft Verkehrslandeplatz Coburg zahlen. Ihr gehört neben Unternehmen, dem Aeroclub und der Industrie- und Handelskammer die Stadt an. Sie muss einen Anteil von 77 400 Euro übernehmen.

Der Finanzsenat des Stadtrats gab das Geld am Dienstag frei. Bettina Lesch-Lasaridis (SPD) wollte wissen, ob das die letzten Kosten sind, die Coburg für das Planfeststellungsverfahren aufbringen muss. Es ist mit der Zahlung der Gebühr endgültig abgeschlossen, bestätigte Martin Lieb von der Stadtkämmerei. Wolf-Rüdiger Benzel (parteilos) sagte, "ich will kein großes Hehl daraus machen, dass die Sache abgewickelt ist". Benzel war im Stadtrat einer der entschiedensten Gegner des Flugplatzneubaus und hatte sich stets dagegen ausgesprochen, Geld für das Projekt im Landkreis Coburg bereitzustellen. Mit den am Dienstag frei gegebenen Mitteln waren es knapp 2,9 Millionen Euro, so Lieb auf Nachfrage von Benzel. Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) bezeichnete die Flugplatzplanung bei Neida als "ein Drama in mehreren Abschnitten, dass seinen faden Nachgeschmack beibehält".

 
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Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
03. 12. 2019
16:10 Uhr

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Wolfgang Braunschmidt

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Veröffentlicht am:
03. 12. 2019
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