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Ebersdorf führt Mitfahrbänke ein

Wo eine Buslinie fehlt, sollen Privatleute einspringen und ihre Nachbarn mitnehmen. Busch und Fischer kritisieren Konzept für das Bahnhofsviertel.



Ebersdorf/C. - Sogenannte Mitfahrbänke sollen in der Gemeinde Ebersdorf für mehr Mobilität sorgen. Der Gemeinderat stimmte der Aufstellung solcher Bänke, die auf einen Antrag der Fraktion Bürgergemeinschaft zurückgeht, bei seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig zu.

"Mobiler Biergarten" statt Food-Truck-Festival

Anstelle eines Food-Truck-Festivals hat Bürgermeister Bernd Reisenweber einen "mobilen Biergarten" zur Belebung des gastronomischen Angebots in Ebersdorf ins Gespräch gebracht. Der Vorschlag von Gemeinderat Rainer Mattern, Food Trucks in den Ort zu holen, sei kaum machbar, so Reisenweber. Denn die Veranstalter von Food-Truck-Festivals machten eine Zusage von einer bereits existierenden Veranstaltung abhängig. Die würden dann noch auf ihre Eignung für das Angebot der Food-Trucker geprüft. Eine solche Veranstaltung habe Ebersdorf aber nicht im Angebot. Alternative könnte ein mobiler Biergarten sein, den heimische Anbieter organisieren könnten.

 

Der Gemeinderat hat im Januar die Verwaltung beauftragt, Möglichkeiten zur Wiederbelebung der Brache "Hintere Wilhelmstraße 6" zu ermitteln. Aus Sicht der Verwaltung sind der Gemeinde derzeit die Hände gebunden. "Wir bräuchten Fördermittel, die wir dafür aber nicht bekommen", so Reisenweber.

 

"Wir schaffen einen Vorteil für die Gemeindeteile ohne feste Busanbindung", erklärte Bürgermeister Bernd Reisenweber. Die Mitfahrbänke sollen sogar über Schilder verfügen, mit denen Fahrgäste ihr Ziel anzeigen können. Autofahrer sollen dann die auf den Bänken wartende Personen zu den gewünschten Zielen mitnehmen. Bernd Carl (Bürgergemeinschaft) setzt auf das Miteinander gerade in den kleineren Ortsteilen. "Weil man sich gut kennt auf dem Dorf, wird es auch Mitfahrgelegenheiten geben", meinte er. Die Mitfahrbänke kämen nicht nur Senioren zugute, sondern allen Menschen, die keine andere Möglichkeit hätten, von A nach B zu kommen.

 

Allerdings soll es zunächst eine Probephase für die Bänke geben. Wie der Bürgermeisters sagte, hofft die Gemeinde auf die Mitwirkung von Bürgern, Vereinen und Unternehmen. Die Gemeindeverwaltung rechnet mit Kosten in Höhe von 4000 Euro für die Aufstellung der speziell ausgestatteten Bänke. Weitere 500 Euro sollen in eine "Werkstatt Mitfahrbänke" fließen. In dieser Arbeitsgruppe sollen Bürger ihre Interessen einbringen. Die weitere Koordination soll bei Sozialpädagogin Danica Faber liegen. "Jetzt gilt es, Standorte für die Bänke festzulegen und Sponsoren zu finden", meinte Reisenweber. Weil die Sozialpädagogin unter anderem mit dem Sommerferienprogramm beschäftigt ist, rechnet der Bürgermeister mit der neuen Mitfahrgelegenheit erst im ersten Quartal 2019.

Kritische Worte musste sich Planer Jürgen Kittner bei der Vorstellung des Konzepts zur Neugestaltung des Gebiets um den Ebersdorfer Bahnhof anhören. Rainer Mattern (CSU) sowie Dennis Busch und Achim Fischer (beide Ausschussgemeinschaft) zeigten sich insbesondere mit einem geplanten Radweg nicht einverstanden. Als "gefährlich" stufte Busch die geplante Route ein. Der Radweg soll die Bahnhofstraße an einer Bedarfsampel queren. Bürgermeister Reisenweber wies darauf hin, dass die Pläne für das Bahnhofsviertel mit der Regierung von Oberfranken sowie Vertretern des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) abgestimmt werden mussten. Nur so komme die Gemeinde in den Genuss von Fördermitteln. Im Wesentlichen geht es am Bahnhof um die Schaffung von Parkplätzen für Zugreisende. 39 sind geplant; zwei weitere für behinderte Menschen.

Ebenfalls vorgesehen ist ein Fahrradunterstand. Der könnte mit Solarzellen versehen werden, um Strom für eine Ladestation für E-Bikes zu gewinnen. Die Gemeinde rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von rund 1,25 Millionen Euro und hoher staatlicher Förderung. Der Gemeinderat sollte am Dienstag lediglich den Förderanträgen auf Basis der aktuellen Planung zustimmen, was er bei zwei Gegenstimmen auch tat.

Zustimmung gab es auch für die geplante Erweiterung der Biogasanlage in Großgarnstadt. Der Gemeinderat verabschiedete eine dafür notwendige Änderung des Flächennutzungsplans und billigte den Vorentwurf der Erweiterung.

Autor

Mathias Mathes
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Veröffentlicht am:
16. 05. 2018
18:10 Uhr

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16. 05. 2018
18:10 Uhr



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