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Coburg

Ein Blick in die Kleiderschränke anderer Länder

Das Spielzeugmuseum stellt bis September besondere Trachten aus. Einige davon sind bereits über 100 Jahre alt.



Museumsleiter Udo Leidner-Haber erläutert die Neustadter Tracht aus schwerem Zwirn aus den 1910er-Jahren. Foto: Tischer
Museumsleiter Udo Leidner-Haber erläutert die Neustadter Tracht aus schwerem Zwirn aus den 1910er-Jahren. Foto: Tischer  

Neustadt - Den "Tag der Franken" nahm das Spielzeugmuseum zum Anlass, seine Sonderabteilung "Trachtenpuppen-Sammlung" in den Blickpunkt zu rücken.

Die Geschichte dieser Sammlung ist außergewöhnlich. Um der brachliegenden Puppenindustrie in Neustadt neue Impulse zu geben, initiierte der Museums- und Heimatverein, mit Carl Otto Witthauer als Vorsitzendem, die "VÖTRA" (Völker- und Trachtenschau). Dazu stellte man in Neustadt 40 Zentimeter große Erwachsenenpuppen her und verschickte sie in unterschiedliche Regionen, Länder und Kontinente, um sie vor Ort professionell in traditionell landestypischer Bekleidung anziehen zu lassen.

Die ersten Trachten deutscher Gaue trafen 1931 ein. 1957 wurde das Trachtenpuppen-Museum Wirklichkeit. Die Vorgaben für die Trachtenpuppen waren sehr streng. Maßstabsgerecht, vollständig und funktionsgerecht sollten die Trachten sein. Bis heute erhalten haben sich zirka 800 davon. Für den Verkauf waren diese Puppen nie bestimmt. Wie schwierig die Realisierung des Projektes ohne moderne Kommunikation und mit nur geringen finanziellen Mitteln gewesen sein mag, sind heute nur noch schwer vorstellbar.

Die Stifter legten oftmals als "Dreingaben" landestypische Puppen und Souvenirs bei, die gerade in fernen Ländern, besonders exotisch wirkten. "So konnten sie ihre oft ein Jahr dauernde Reise antreten", erklärt Leidner-Haber "von Java, Ecuador, Sulawesi und Madagaskar kamen sie beispielsweise".

Die Sonderausstellung hat sich eine Auswahl fränkischer Trachtenpuppen herausgepickt und stellt sie einigen "großen" Vorbildern gegenüber. Der Vergleich lässt die große Sorgfalt und Liebe erkennen, mit der traditionelle Gewänder im Kleinformat gefertigt worden waren. Das museumspädagogische Programm "Haare flechten" ergänzt die Sonderausstellung. "Denn zu den Trachten gehörten untrennbar spezielle Frisuren dazu", fügt Leidner-Haber an.

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Die Ausstellung ist bis 24. September im Museum der Deutschen Spielzeugindustrie zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr.

Autor

Peter Tischer
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 07. 2019
18:18 Uhr

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Peter Tischer

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11. 07. 2019
18:18 Uhr



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