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Coburg

Ein Erbstück weckte die Liebe zur Musik

In der VHS-Reihe "Kultur-Gestalten" stellt sich die Pianistin Barbara Zeller in ihrem Kulturladen vor. In Wort und Musik schildert sie ihren Werdegang.



Pianistin voller Leidenschaft: Barbara Zeller. Foto: Wagner
Pianistin voller Leidenschaft: Barbara Zeller. Foto: Wagner  

Coburg - "Es ist ein Geschenk, dass ich so etwas spielen darf!" Die Begeisterung von Barbara Zeller ist greifbar, als sie sich an den Flügel setzt, um Sergej Rachmaninows Prélude op. 23 Nr. 4 zu interpretieren. Ein gutes Dutzend Gäste trifft sich an diesem Freitagabend im Kulturladen in der Judengasse 22. "Kultur-Gestalten" heißt die neue Reihe der Volkshochschule, und nach dem Maler Robert Reiter hat Oliver Heß (Fachbereichsleiter Kultur) diesmal Barbara Zeller eingeladen, aus ihrem Leben zu erzählen.

Schmunzelnd bekennt sie eingangs: "Ich rede gar nicht so gerne, ich spiele lieber." Doch es gibt viel Interessantes zu berichten, und so erfährt man, dass alles mit einem geerbten Klavier begann, das in der Bad Brückenauer Familie landete, als Barbara vier Jahre alt war. "Meine Eltern waren beide hoffnungslos unmusikalisch", erinnert sie sich lächelnd. Doch das Mädchen ist von dem Instrument fasziniert ("Ich wollte immer Klavier spielen können."): Unterricht, Studium am Nürnberger Konservatorium, Konzertdiplom in Detmold, Studienaufenthalte in Paris und Sankt Petersburg.

Stationen in ihrem Leben, und nun seit einigen Jahren Coburg, wo Barbara Zeller als Klavierlehrerin arbeitet, in ihrem Kulturladen Ausstellungen und Konzertreihen organisiert (z.B. "Schräge Töne" im vergangenen Jahr), beim "Albert und Victoria"-Musical die musikalische Leitung hat, als Solistin und Kammermusikerin auftritt.

Der Blick zurück führt an diesem Abend zunächst nach Paris, wo Barbara Zeller für ein Jahr an der "Alfred Cortot"-Hochschule studiert. Sie erzählt von den wöchentlichen Auftritten, vom täglichen stundenlangen Üben und vom gnadenlosen Aussieben bei den Prüfungen. An den Aufenthalt in Frankreich erinnert sich Barbara Zeller musikalisch mit Claude Debussys "Reflets dans l’eau" aus seinem Klavierzyklus "Images": Wasserspiele, Wellen und Lichtreflexe erklingen in brillanter Leichtigkeit.

Mit 15 Jahren hört die Klavierschülerin erstmals Johannes Brahms‘ "Intermezzo" aus den "Phantasien", op. 116. Die Komposition hat sie seitdem oft interpretiert, ein Lebensbegleiter. Barbara Zeller bringt die starke, emotionale Aussage des Werkes zum Klingen, das Nachdenkliche schwingt mit.

"Ich war noch immer nicht zufrieden mit meiner Technik", erinnert sich Barbara Zeller - sie hatte zu dieser Zeit bereits einen Lehrauftrag an der Universität Nürnberg - und berichtet von ihrem dreimonatigen Studienaufenthalt am Sankt Petersburger Konservatorium. Oleg Malov ist dort ihr Lehrer (sein Sohn Sergey dirigierte in den vergangenen Jahren zwei Sinfoniekonzerte am Landestheater): "Er hat mir alles gegeben, was er wusste", blickt die Pianistin dankbar zurück. Sie selbst unterrichtet zur Zeit 15 Schüler, es ist ihr wichtig, ihr Wissen und Können weiterzugeben. Und so plant sie auch in ihrem Kulturladen eine Reihe von Studentenkonzerten. Sobald Organisation und Finanzierung stehen, soll es losgehen.

Wer Barbara Zeller live erleben will, kann dies am 20. Mai um 18 Uhr in der Hochschule: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Sounds der Zukunft" gibt es ein Kammerkonzert mit Werken von Johannes Brahms, Arnold Schönberg und Klaus Ospald. Bereits am 9. Mai um 18 Uhr geht Barbara Zeller in ihrem Kulturladen mit Prof. Dr. Thomas Kriza der Frage nach, ob Maschinen komponieren können.

Autor

Christine Wagner
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Veröffentlicht am:
14. 04. 2019
17:46 Uhr

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Christine Wagner

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14. 04. 2019
17:46 Uhr



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