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Coburg

Ein Haus für viele Generationen

Die Pläne für das Globe-Theater am Güterbahnhof sind überarbeitet worden. Ziel ist die Schaffung eines nachhaltig nutzbaren Gebäudes. Das schlägt sich auch in den Kosten nieder.



Michael Stoschek, Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser und Klaus-Jürgen Heitmann stellten dem Coburger Stadtrat am Dienstagabend den neuesten Plan für das Globe-Theater und die Gestaltung des Güterbahnhofgeländes vor.	Foto: Frank Wunderatsch
Michael Stoschek, Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser und Klaus-Jürgen Heitmann stellten dem Coburger Stadtrat am Dienstagabend den neuesten Plan für das Globe-Theater und die Gestaltung des Güterbahnhofgeländes vor. Foto: Frank Wunderatsch   » zu den Bildern

Stimmt der Stadtrat von Coburg in einer Sondersitzung am 27. November zu, kann voraussichtlich am 1. Juli 2019 mit dem Bau des Globe-Theaters am Güterbahnhofgelände begonnen werden. Die geplante Fertigstellung des Gebäudekomplexes ist für den 30. März 2021 vorgesehen. Die Außenanlagen am Güterbahnhof sollen am 15. September 2021 ihrer Bestimmung übergeben werden können. Das sieht der Zeitplan vor, den die Gesellschafter der Globe GmbH am Mittwochabend dem Stadtrat vorstellten.

 

Der Rundbau aus Holz soll zunächst dem Ensemble des Landestheaters Coburg als Übergangsspielstätte dienen. Das historische Haus am Schlossplatz wird ab 2021 von Grund auf saniert. Kann es wieder genutzt werden, steht das Globe-Theater "als nachhaltig nutzbares Multifunktionsgebäude zur Verfügung". Der Anspruch, die Räume so zu gestalten, "dass sie mehrere Generationen für unterschiedlichste Zwecke nutzen können", erfordere eine vertiefte Planung. Die Gesellschafter baten den Stadtrat, dieser zuzustimmen, die "Chance zu ergreifen und im Sinne der Coburger Bevölkerung umzusetzen".

 

Die Globe-Gesellschafter Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser für den Kompressorenhersteller Kaeser, Klaus-Jürgen Heitmann für die HUK-Versicherungsgruppe und Michael Stoschek für den Automobilzulieferer Brose präsentierten auch eine grobe Kostenschätzung für das Projekt. Es umfasst nicht nur den Globe, sondern bezieht auch drei Nebengebäude sowie die Gestaltung des Schlachthofareals ein. Der Rundbau selbst ist mit elf Millionen Euro kalkuliert, die jetzt doch vorgesehene Unterkellerung mit weiteren 1,5 Millionen Euro. Die drei Nebengebäude, die das Theater benötigt und die später von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Coburg beispielsweise für Existenzgründer angemietet werden könnten, schlagen mit 4,5 Millionen Euro zu Buche. Noch im Februar, so Michael Stoschek, habe man hier mit Containern geplant. "Die schauen begrenzt vernünftig aus und sind auch teuer'", sagte der Brose-Gesellschafter. Außerdem müssten sie nach der Theaternutzung abgebaut werden, "da bleibt nichts übrig". Das sei nicht nachhaltig. Deshalb hätten sich die Gesellschafter der Globe GmbH entschlossen, feste Gebäude vorzusehen.

Die Außenanlagen rund um das Globe fließen mit 6,5 Millionen Euro in die "Grobkostenschätzung" (Heitmann) ein. Für den Ausbau der Itz sind 1,5 Millionen Euro vorgesehen. Insgesamt belaufen sich die Baukosten auf geschätzte 25 Millionen Euro.

Auf Nachfrage von Klaus Klumpers (ÖDP) erklärte HUK-Vorstandssprecher Klaus-Jürgen Heitmann, dass in diesem Betrag die Planungskosten von drei Millionen Euro, die HUK, Brose und Kaeser übernehmen, nicht enthalten sind, auch nicht die Baunebenkosten. Michael Stoschek ergänzte, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder - damals noch als Finanz- und Heimatminister - zugesagt hat, dass der Freistaat das Globe-Theater in Coburg mit zehn Millionen Euro fördert. Die restlichen 15 Millionen Euro müsse die Stadt tragen. Vor dem Hintergrund der "enormen Bedeutung", die das Projekt mit der Gestaltung des Güterbahnhofgeländes für die Zukunft Coburgs habe, sei dies "gut angelegtes Geld". Ist das Projekt vollendet, werde man in der Stadt glücklich sein, "einen so großen Wurf und eine so große Investition" getätigt zu haben. "Das hat Coburg verdient", betonte Stoschek.

Kaeser-Gesellschafterin Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser sprach von einem "Leuchtturmprojekt für das Band für Wissenschaft, Kunst und Kultur", das am ehemaligen Güterbahnhofgelände entstehen werde. Es biete die einmalige Chance, zentrumsnah ein Areal zu schaffen, das zum attraktiven Anziehungspunkt für junge Menschen werde und die Lebensqualität für die Coburger erhöhe. Das gesamte Gelände habe das Potenzial, zum Zentrum für innovative und kreative Ideen zu werden.

Dies unterstrich Michael Stoschek. Er sprach von einer Chance für die Zukunft der Stadt, insbesondere mit Blick auf die Verjüngung der Bevölkerung. Stoschek sei überzeugt davon, der alte Güterbahnhof mit dem Globe werde eine Attraktion sein, die dazu beitrage, dass junge Menschen ihre Heimatstadt nach der Schulzeit nicht verlassen.

Lesen Sie auch zu diesem Thema: Theater-Umzug muss noch warten.
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Wolfgang Braunschmidt

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10. 10. 2018
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Wolfgang Braunschmidt

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