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Coburg

Ein Konzept für den Klimaschutz

Was können Bürger, Unternehmen und die Stadt in Sachen Nachhaltigkeit tun? Damit befasst sich der Finanzsenat. Dabei geht es auch um Fördermittel.



Das Auftreten des Borkenkäfers, der auch diese Fichte in Neustadt befallen hat, gilt als signifikantes Zeichen des Klimawandels. Foto: Tischer
Das Auftreten des Borkenkäfers, der auch diese Fichte in Neustadt befallen hat, gilt als signifikantes Zeichen des Klimawandels. Foto: Tischer  

Neustadt - Die Stadt Neustadt will weitere Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Vorsorge vor Folgen des Klimawandels umsetzen. Das wurde am Montag bei der Sitzung des Verwaltungs-, Finanz- und Wirtschaftssenats betont. Hintergrund dafür ist auch das "Klimaschutzprogramm 2030" der Bundesregierung, das zunehmende regulatorische Maßnahmen ankündigt und im Gegenzug - jedoch nur zeitlich begrenzt - Fördermittel verspricht. Deshalb sei es dringend geboten, eine Strategie zu entwickeln, um es Bürgern, Unternehmen und dem städtischen Haushalt zu ermöglichen, rechtzeitig von Förderungen zu profitieren, hieß es dazu bei der Senatssitzung.

In einem ersten Schritt wird die Stadtverwaltung beauftragt, hierzu als grundlegende Analyse einen vom Freistaat Bayern geförderten "Energienutzungsplan" für das gesamte Gebiet von Neustadt in die Wege zu leiten. Darauf basierend, soll dann ein Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept für Neustadt erstellt werden.

Die Kommunalbetriebe (KBN) erstellten bereits 2012 eine Analyse zur Realisierbarkeit einer "Energie-Autarkie der Stadt Neustadt". Sie erfasste den Zeitraum bis 2030 und bezog sich auf den Bereich Stromverbrauch in Haushalten sowie im Bereich Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Die KBN hat die Studie nun weiterentwickelt und trug dem Senat in der Präsentation "Stromautarkes Neustadt?" den Sachstand bei der Stromnutzung, Stromerzeugung und Energieeffizienz vor. Außerdem werden Prognosen zur weiteren Entwicklung dargelegt.

Jörg Wicklein, Energieberater der KBN, zeigte unter anderem mögliche Szenarien auf. Wenn keine wirksamen Klimaschutzmaßnahmen ergriffen würden, drohe unter anderem das Auftauen der Permafrostböden und das Abschmelzen der Polkappen, sodass sich das Klima unaufhaltsam weiter erwärme. "Im schlimmsten Fall führt das bis zu Unbewohnbarkeit der Erde", warnte Wicklein. Allerdings könne sich das Klima auf höherem Temperaturniveau stabilisieren, wenn weltweit weitgehende CO2-Neutralität bis etwa 2050 bis 2070 erreicht werde.

Mit dem "Energienutzungsplan" schaffe man eine Basis, um zu sehen, wo die besten Einsparmaßnahmen seien, sagte der KBN-Energieberater. Momentan sei dies eher noch Kaffeesatzleserei, denn die Energiebilanzen seien noch nicht aussagekräftig genug. Aber: "Die Zeit ist kurz, um schnell und wirksam vorzugehen", warnte Wicklein. Staatliche Maßnahmen könnten beispielsweise eine Erhöhung der Heizungs-Abwrackprämie und die Verteuerung fossiler Energieträger sein.

Oberbürgermeister Frank Rebhan ist es wichtig, eine sinnvolle Verbindung von Ökologie und Ökonomie zu erreichen und Investitionen langfristig planen zu können. Zu den meisten anderen Energieträgern und Anwendungsbereichen stünden noch keine konkreten Daten für Neustadt zur Verfügung. Der steigende Handlungsdruck beim Klimaschutz erfordere jedoch ein planvolles Vorgehen der Stadt Neustadt auf Basis verlässlicher Daten.

In der Präsentation "Grundlagen einer Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategie" der KBN wurden die Hintergründe und der Nutzen eines vom Freistaat Bayern geförderten "Energienutzungsplans" als sinnvoller erster Schritt eines strategischen Vorgehens erläutert. Zum staatlichen Klimaschutzprogramm sagte Wicklein, dass die Förderungen laut Eckpunktepapier anfangs attraktiv seien, später aber zurückgefahren würden und in regulatorische Maßnahmen und höhere CO2-Bepreisung mündeten. Für Bürger, Unternehmen und Kommunen bedeute dies ein relativ knappes Zeitfenster von etwa zehn Jahren, in dem mit Hilfe von Fördergeldern die Transformation des eigenen Wirtschaftens in ein nachhaltiges System eingeleitet werden könne. Eine Verzögerung wirke sich finanziell nachteilig aus, sagte Wicklein.

Autor

Peter Tischer
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Veröffentlicht am:
05. 11. 2019
16:52 Uhr

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Peter Tischer

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Veröffentlicht am:
05. 11. 2019
16:52 Uhr



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