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Coburg

Ein Samstag für die Zukunft

Die Schülerdemos für den Klimaschutz gehen weiter. Diesmal schwänzen die Aktivisten nicht mal Schule. Ein Erfolg ist die Demo trotzdem.



Trotz Nieselregen und Kälte waren rund 300 Demonstranten dem Aufruf der "Fridays for Future"-Bewegung gefolgt. Fotos: Frank Wunderatsch
Trotz Nieselregen und Kälte waren rund 300 Demonstranten dem Aufruf der "Fridays for Future"-Bewegung gefolgt. Fotos: Frank Wunderatsch   » zu den Bildern

Coburg - Sie wollen eine Debatte über den Klimaschutz und nicht über das Schuleschwänzen entfachen. Das haben die Redner der dritten "Fridays for Future"-Demonstration, die ausnahmsweise am Samstag stattfand, immer wieder betont. Um ihr Ziel zu erreichen, haben sie den Protest auf ein Wochenende in den Ferien gelegt - und das mit Erfolg. Die Polizei schätzte 250 bis 300 Teilnehmer. In jedem Fall waren es so viele, dass die Spitalgasse für einen kurzen Moment komplett mit Demonstranten gefüllt war. Sie zogen begleitet von Samba-Trommeln vom Bahnhof auf den Marktplatz, wo die Kundgebung stattfand.

Die überwiegend jungen Demonstranten ließen sich auch nicht vom nass-kalten Wetter abschrecken und harrten selbst dann noch auf dem Markt aus, als es heftig regnete. So ganz blieb das Thema Schulstreik am Samstag aber nicht außen vor: "Ich habe in den vergangenen Monaten mehr für ‚Fridays for Future‘ gemacht als für mein Abi", rief Elias Zeltner, einer der Mitorganisatoren. Allerdings sehe es für sein Abitur noch besser aus als für das Klima. "Vor allem kann ich die Prüfung wiederholen. Was wir jetzt beim Klimaschutz verpassen, können wir nicht mehr nachholen."

Zeltner plädierte für einen nachhaltigen Klimaschutz: "Wenn wir ein paar Mal auf das Auto verzichten, ist das zwar gut für die Umwelt, aber keine Lösung." Der Abiturient nimmt da vor allem auch die Stadt Coburg in die Pflicht, die in seinen Augen noch immer viel zu wenig für das Klima unternimmt: "Coburg will viele Millionen Euro in das Theater investieren, aber für den Klimaschutz ist nichts da. Es ist beschämend, mehr Geld in ein rund 180 Jahre altes Gebäude zu stecken als in die Zukunft." Gerade, weil es so wichtig sei, jetzt zu handeln. Schließlich bleibe nicht mehr viel Zeit, um das Klima und damit die Menschen zu retten.

Kritik erntete auch die bayerische Landesregierung. Mit der sogenannten "10-H-Regel" verhindere sie den Bau von Windrädern. "Und jetzt müssen wir den Strom mit einer Trasse vom Norden in den Süden bringen, die auch durch das Coburger Land führt. Aber im Augenblick gibt es keine Alternative dazu", sagte Zeltner. Für ihn ist der Protest gegen die Leitung ein hausgemachtes Problem.

Einmal mehr machten die Redner darauf aufmerksam, dass die "Fridays for Future" in Coburg eine überparteiliche Bewegung sein solle - und forderten Vertreter der vom Verfassungsschutz beobachteten MLPD auf, das Verteilen von Flyern zu unterlassen. Ansonsten hielten sich die Demonstranten an die Verabredung. Lediglich die Satirepartei "Die Partei" konnte nicht auf ein Banner verzichten, was aber toleriert wurde.

Mitorganisator Luca Schenk kündigte an, dass die Debatte über den Klimaschutz nicht nur während der Demonstrationen auf dem Marktplatz geführt werden soll. Die Coburger Initiative habe sich dazu entschlossen, sogenannte Aktionsgruppen zu gründen - eine werde sich zum Beispiel um politische Debatten kümmern. "Wir wollen unter anderem Podiumsdiskussionen mit Politikern und Wissenschaftlern organisieren", kündigte Schenk an. Daneben seien weitere Maßnahmen, zum Beispiel Müllsammeln, geplant.

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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
28. 04. 2019
16:08 Uhr

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Katja Diedler

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28. 04. 2019
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