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Coburg

"Ein Spiegelbild der Gesellschaft"

Der Bedarf an Jugendsozialarbeit ist offenbar groß. Für Seßlach bewilligt der Kreistag eine Halbtagsstelle. Doch dabei wird es nicht bleiben.



"Ein Spiegelbild der Gesellschaft"
"Ein Spiegelbild der Gesellschaft"  

Coburg - Wieviel Jugendsozialarbeit braucht es an den Schulen im Landkreis Coburg? An dieser Frage entspann sich in der Sitzung des Kreistags am Donnerstag eine Grundsatzdiskussion. Der Tenor: Offenbar besteht nicht nur in der Grund- und Mittelschule in Seßlach, dem Ausgangspunkt der Debatte, ein Betreuungsbedarf.

Studie zur Elektromobilität

Der Landkreis hat das Potenzial für Elektromobilität in einer Studie zusammenfassen lassen. Wie Regionalmanager Stefan Hinterleitner erläuterte, gehe es darum, den Aufbau eines Netzes von Ladesäulen für Elektroautos zu koordinieren. Die öffentliche Hand könne und wolle keine Ladeinfrastruktur schaffen, wohl aber den Weg für private Anbieter nach ihren Möglichkeiten ebnen. Grundsätzlich sei die Ausgangslage im Coburger Land nicht schlecht, da bereits Kommunalunternehmen mit Ladesäulen vertreten seien.

Luft nach oben gebe es beim Carsharing. Große lokale Unternehmen etwa zeigten Interesse, ein solches Angebot für ihre Mitarbeiter ins Leben zu rufen.


Auf der Tagesordnung stand die Anstellung einer Fachkraft für Jugendsozialarbeit an der Seßlacher Schule. Nach den Worten von Angelika Sachtleben vom Amt für Jugend und Familie besteht Bedarf. Denn die Einrichtung besuchten einige sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche, die von der Schulgemeinschaft weitgehend ausgeschlossen seien.

Eine vorgesehene Halbtagsstelle ab dem nächsten Schuljahr kostet den Landkreis jährlich rund 18 000 Euro. Eine überschaubare Summe, die nach Ansicht von Bernd Reisenweber, Freie Wähler, aber schnell viel höher ausfallen könnte. "Das ist eine Initialzündung", betonte er. Es sei absehbar, dass andere Schulen Bedarf anmelden, so etwa die Mittelschule in Ebersdorf, wo Reisenweber Bürgermeister ist. Auch Reisenwebers Fraktionskollegen Marco Steiner und Gerold Strobel sowie Markus Mönch, ULB, wiesen auf einen möglichen Präzedenzfall hin. Mönch betonte allerdings, dass Jugendsozialarbeit an Schulen grundsätzlich begrüßenswert sei. "Das ist wichtig. Da können wir auch mal fünf Stellen schaffen", meinte er. "Ein Spiegelbild der Gesellschaft" nannte Peter Jacobi, FDP, die Situation an den Schulen. Es gebe durchaus Handlungsbereitschaft, damit sozial benachteiligte Schüler nicht den Anschluss verlören.

Was also tun? Im Kreistag herrschte die Meinung vor, sich ein Bild von der Gesamtlage zu machen. So könnte ein Konzept erarbeitet werden, dass den Bedarf an allen Schulen im Landkreis berücksichtigt. Die Halbtagsstelle in Seßlach befürwortete der Kreistag schließlich, aber unter dem Vorbehalt der Zustimmung im Ausschuss für Jugend und Familie. Denn der wird sich in seiner nächsten Sitzung noch einmal des Themas annehmen.

Einstimmig und ohne Diskussion hat der Kreistag Sanierungsmaßnahmen am Neustadter Arnold-Gymnasium beschlossen. Die aktuelle Kostenschätzung geht von einer Investition in Höhe von rund 14,7 Millionen Euro aus. Allerdings konnte Kreiskämmerer Manfred Schilling weder in der vorangegangenen Kreisausschusssitzung noch jetzt im Kreistag beziffern, wie hoch die staatliche Förderung ausfallen wird. Erst im Februar könne die Regierung von Oberfranken auf ihr Budget 2020 zurückgreifen. Saniert werden soll insbesondere der so genannte Beta-Bau. Ebenfalls geplant ist der Bau einer neuen Turnhalle, da ein Neubau nicht viel teurer als eine Sanierung der bestehenden Halle kommen soll.

Ebenfalls einmütig stimmte der Kreistag zu, dass der Landkreis die Trägerschaft für die geplante einheitliche Beschilderung der Wanderwege in Stadt und Landkreis Coburg übernimmt. Nach Hinterleitners Worten ist das nötig, um entsprechende Fördermittel zu bekommen. 115 000 Euro beträgt der Anteil des Kreises an dem Vorhaben.

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Mathias Mathes
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Veröffentlicht am:
04. 07. 2019
18:24 Uhr

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Mathias Mathes

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Veröffentlicht am:
04. 07. 2019
18:24 Uhr



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