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Coburg

Ein Zaun und künstliche Eier

An der Autobahn bei Ebersdorf brütet wieder ein Schwanenpaar. Glaubt es zumindest. Doch es wird keinen Nachwuchs geben. Außerdem ist das Becken eingezäunt.



Ein Zaun sorgt inzwischen dafür, dass sich die Schwäne nicht wieder auf die Autobahn verirren.
Ein Zaun sorgt inzwischen dafür, dass sich die Schwäne nicht wieder auf die Autobahn verirren.   Foto: Henning Rosenbusch

Ebersdorf - Am Regenwasser-Rückhaltebecken an der Autobahnabfahrt Ebersdorf ist ein Schwanenpaar eifrig damit beschäftigt, sich um Nest und Eier zu kümmern. Seit sie sich im März dort niedergelassen haben, sorgen sich Tierfreunde in der Region darüber, ob sich das Schwanen-Drama aus dem vergangenen Jahr wiederholt (die Neue Presse berichtete mehrfach). Schon 2018 hatte sich das Paar den vermeintlich idealen, geschützten Brutplatz ausgesucht und versucht, drei Junge groß zu ziehen. Vermutlich auf der Suche nach Futter waren die Schwäne jedoch auf die Autobahn geraten. Nur ein Junges überlebte und wurde von den Eltern allein zurückgelassen. Schließlich rettete ein Coburger Tierarzt das Kleine und päppelte es auf.

Damit sich nicht erneut Schwäne auf die Fahrbahn verirren, ließ die Autobahndirektion bereits Anfang April das Becken einzäunen. Und als sich die Schwaneneltern zum brüten nieder ließen, wurden die Eier entfernt. "Der Schwan sitzt auf Kunsteiern aus dem 3D-Drucker", erklärt Frank Reißenweber, Kreisgruppenvorsitzender im Coburger Landesbund für Vogelschutz. In einer genehmigten Aktion wurden die echten Eier von Mitarbeitern der Autobahndirektion ausgetauscht, berichtet er. Die Schwäne werden nun so lange weiter brüten, bis der Bruttrieb erlischt und dann weg fliegen. Sorgen um eine ausreichende Versorgung mit Nahrung während der Brutzeit müsse man sich nicht machen. Erwachsene Schwäne fliegen kilometerweit um zu grasen, weiß Reißenweber. "Sie lassen sich dann in irgendeinem Rapsfeld nieder und fressen die frischen Blätter."

Ob die Schwäne im kommenden Jahr wieder zum Regenrückhaltebecken kommen sei fraglich, meint Reißenweber. Er hofft, dass sich das Paar einen anderen Platz suchen wird. Sollte es sich jedoch erneut hier niederlassen, hat er für den nächsten Frühling eine Lösung parat. "Wir werden das Wasser kurzzeitig ablassen und ihnen so ihren natürlichen Lebensraum entziehen", sagt er. Dann würden die Tiere sich den Platz gar nicht erst aussuchen und weiter ziehen, idealerweise zum nicht weit entfernten Dürrmühlenteich zwischen Ebersdorf und Sonnefeld. "Dort haben früher schon Schwäne gebrütet", weiß Reißenweber. Daher würde sich das Gewässer gut und gefahrlos für die Aufzucht von jungen Schwänen eignen. Er sei erleichtert, dass durch das Engagement der Autobahndirektion das Problem gelöst wurde und weder eine Gefahr für die Tiere noch den Verkehr droht.

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Christiane Schult

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Veröffentlicht am:
15. 05. 2019
15:56 Uhr

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Christiane Schult

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15. 05. 2019
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