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Coburg

Ein Zeichen gegen den B 4-Ausbau

Im Weichengereuth gehen Anwohner, aber auch Politiker auf die Straße. Ihr Ziel: Zeigen, dass es hier keine vier Spuren braucht.



Gegen den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße B 4 im Weichengereuth formiert sich Widerstand aus den Reihen von Anwohnern und Kommunalpolitik.
Gegen den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße B 4 im Weichengereuth formiert sich Widerstand aus den Reihen von Anwohnern und Kommunalpolitik.   Foto: Matthias Mathes

Coburg - Dreht sich der Wind beim Thema vierspuriger Ausbau der Bundesstraße B 4 im Weichengereuth in der Coburger Südstadt? Anwohner und Vertreter der Kommunalpolitik machten bei einem Treffen am Freitagabend vor Ort jedenfalls deutlich, dass sie sich in der Ablehnung der bislang bekannten Ausbaupläne einig sind. "Ich wüsste nicht, wozu wir einen Ausbau brauchen", meinte Altoberbürgermeister Norbert Kastner, der im Viertel an der Bundesstraße wohnt.

Anwohner nutzten die Anwesenheit von Stadträten und Parteivertretern, ihre Argumente gegen die Ausbaupläne vorzubringen. Sie sehen eine ganze Reihe von "Problembereichen". So müssten Anwohner und Anlieger, wenn sie von Süden in die vom Weichengereuth abzweigende Straße Kleine Rosenau sowie zum Schützenhaus fahren wollten, auf der Frankenbrücke wenden. Eine Ampel an der Einmündung Samuel-Schmidt-Straße würde insbesondere zu Hauptverkehrszeiten zu langen Rückstaus und einer erhöhten Abgasbelastung führen. Eine weitere Ampel am Ahorner Berg verschärfe die Situation nur noch. Wer, etwa von Ketschendorf oder Creidlitz kommend, über die Wassergasse auf die B 4 fahre, könne nur noch nach rechts in südlicher Richtung abbiegen. Und nicht zuletzt sei bei einem vierspurigen Ausbau mehr Verkehr, vor allem mehr Lkw, zu erwarten.

"Je mehr Straßen ihr sät, umso mehr Verkehr werdet ihr ernten", griff Grünen-Stadtrat und Klimaschutzbeauftragter Wolfgang Weiß dieses Argument auf. Gegen den Ausbau spreche zudem, dass er auf Kosten des Bahnverkehrs gehe. Klimaschutz müsse hingegen gerade in die andere Richtung, nämlich in die Stärkung der Bahn und anderer öffentlicher Verkehrsmittel, gehen, um den Kohlendioxid-Ausstoß in Coburg zu verringern.

Jürgen Heeb, Stadtrat der Wählergemeinschaft Pro Coburg, wies darauf hin, dass im Stadtrat noch nicht das letzte Wort zum Ausbau gesprochen sei. Eine Mehrheit habe es bisher nur für einen Vorentwurf gegeben. Die Detailplanung stehe auf der Tagesordnung des Bausenats im September, allerdings im nichtöffentlichen Teil. In der Stadtratssitzung am 26. September soll das Thema dann öffentlich diskutiert werden. Heeb plädierte für eine Veröffentlichung der Pläne zwischen den Sitzungen. So könnten sich die Bürgerinnen und Bürger bis zur Stadtratssitzung ein Bild machen. Ob es für die Detailplanung eine Mehrheit gebe, ist aus Heebs Sicht offen. Fest stehe jedenfalls: "Geht Coburg nicht mit, ändert sich im Weichengereuth erst einmal gar nichts."

Der Vorentwurfsplanung habe er zugestimmt, sagte Heebs Fraktionskollege Peter Kammerscheid. "Inzwischen bin ich dagegen", betonte er. Gründe für die Meinungsänderung seien die geplanten Ampeln und die "ausufernden Kosten". Bis zu 30 Millionen Euro könne der Ausbau kosten. Zudem gebe es bis heute keine verlässlichen Zahlen zur Verkehrsbelastung im Weichengereuth.

Keinen triftigen Grund für den Ausbau sieht Coburgs früherer Oberbürgermeister Norbert Kastner. Der Verkehr laufe flüssig genug. Besser sei es, über einen Radweg im Weichengereuth und die Möglichkeit eines Ausbaus der an der Straße entlang führenden Schiene nachzudenken. Eine neue Straßendecke mit Flüsterasphalt könnte den Anwohnern entgegenkommen.

Ein vierspuriger Ausbau bringe unter dem Strich mehr Nachteile. So sei zu erwarten, dass dann die Geschwindigkeit von 50 auf 70 Stundenkilometer heraufgesetzt werde. Abgase und Lärm würden dann gewiss nicht weniger. Darüber hinaus trenne eine vierspurige Straße das Viertel im Süden noch stärker von den in Richtung Innenstadt angrenzenden Quartieren.

"Kleine Verbesserungen genügen", meinte auch FDP-Stadtrat Hans-Heinrich Eidt. Schon allein, dass an der Straße ein Parkstreifen eingerichtet werden konnte, zeige doch, dass die Verkehrsbelastung nicht übermäßig hoch sei. Und Pro-Coburg-Mitglied Thomas Apfel sagte unter dem Beifall der mehreren Dutzend Anwohner: "Wir müssen jetzt ein Zeichen setzen, dass wir den Ausbau nicht wollen."

 
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Mathias Mathes
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Veröffentlicht am:
08. 09. 2019
14:00 Uhr

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Mathias Mathes

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Veröffentlicht am:
08. 09. 2019
14:00 Uhr



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