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Coburg

Ein bisschen weniger Glanz, dafür umso mehr Gloria

Trotz Corona-Krise ist es heuer 281 Schülern in Coburg gelungen, das Abi zu bestehen. Beinahe hätte die Pandemie sie jedoch noch um ihre verdiente Abschlussfeier gebracht.



Abi in der Tasche: Ein neues Lebenskapitel beginnt.	Foto: Asobe Stock/Eva Kahlmann
Abi in der Tasche: Ein neues Lebenskapitel beginnt. Foto: Asobe Stock/Eva Kahlmann  

Coburg - 83 Schüler am Casimirianum, 69 am Alexandrinum, 39 am Albertinum und 90 am Ernestinum haben am Freitag ihre Abiturzeugnisse überreicht bekommen. Neun von ihnen gelang es bei der Prüfung sogar, die Bestnote 1,0 zu erzielen. Beinahe hätte die Corona-Pandemie, die bereits die Vorbereitungszeit auf den Abschluss erschwert hatte, ihnen jedoch die Möglichkeit genommen, sich angemessen für ihren Erfolg feiern zu lassen. Um trotzdem eine feierliche Zeugnisvergabe zu ermöglichen, mussten sich die Schulen einiges einfallen lassen.

Am Albertinum entschied man sich, die Übergabe coronakonform im ehrwürdigen Ambiente des Klosters Banz zu organisieren. "Es war einmal an einem sonnigen Dienstagmorgen im September des Jahres 2012", berichtete Schulleiter Stefan Adler. An diesem Tag habe der aktuelle Abiturjahrgang seine Schulkarriere am Albertinum herausgeputzt fürs Neue, aufgeregt, stolz und zumeist etwas unsicher angefangen. Nun acht Jahre später seien diese Kinder zu stattlichen jungen Damen und Herren herangewachsen. Das Wort Abitur habe etwas mit weggehen zu tun. Und genau das würden die Abiturienten nun auch tun - weg vom Albertinum hinaus in eine schnelllebige Welt. "Wenn ihr heute also euer ,Schülerinnen- oder Schülerkapitel‘ am Albertinum schließt, beziehungsweise schließen müsst, dann ist das der Preis für das offene Buch, das jetzt vor euch liegt und das in vielen noch ungeschriebenen Kapiteln auf spannende Inhalte wartet, die das Leben für euch bereithält", gab Adler seinen Absolventen mit auf ihren Weg.

Die Feierlichkeiten der Casimirianer fanden hingegen in der Moritz-Kirche statt. Bei seiner Rede ließ sich Schulleiter Burkhard Spachmann in weiten Teilen von den Werken Bob Dylans inspirieren. Die Welt sei im Wandel, das merke man aktuell ganz besonders. "In Zeiten wie diesen sind gebildete, nachdenkliche und analytische Menschen - Sie Abitura 2020 merken, ich beschreibe Sie - dank ihrer Bildung im Vorteil", betonte Spachmann. Das sei nicht zuletzt auch der harten Arbeit vieler unermüdlicher Eltern zu verdanken, deren Rückhalt die Schüler gestärkt habe.

Während Albertinum und Casimirianum trotz Coronavirus je nur eine Feier organisierten, entschieden das Alexandrinum und das Ernestinum beide, ihre Abschlussjahrgänge aufzuteilen und in kleineren Gruppen zu ehren - drei Gruppen am Alexandrinum und vier am Ernestinum. Da die beiden benachbarten Schulen zudem in direkter Nähe zu einander feiern, beschlossen die Schulleitungen, die Zeremonien zeitlich miteinander abzustimmen. Folglich erstreckten sich die Feierlichkeiten am Glockenberg etwa von 12 bis 19 Uhr.

"Hätte ich Ihnen vor sechs Monaten verkündet, dass es möglicherweise überhaupt keine Entlassungsfeier gibt - und diese Gefahr bestand sehr lange - dann hätten Sie mich für verrückt erklärt", berichtete Stephan Feuerpfeil, Schulleiter des Alexandrinums in seiner Abschlussrede. Unvorhergesehene Wendungen würden jedoch seit jeher zum Leben dazu gehören. "Viele von Ihnen haben jetzt mehr oder weniger genaue Vorstellungen, wie Ihr zukünftiger Lebensweg aussehen wird", richtete er an seinen Abschlussjahrgang. Wenn die letzten Monate aber eines gelehrt hätten, dann dass nichts in Stein gemeißelt sei. "Bleiben Sie also flexibel", betonte Feuerpfeil. Das werde ihnen Perspektiven eröffnen.

"Jede und jeder Einzelne von Ihnen hat uns auf ihre oder seine Weise beeindruckt - da darf ich sicherlich für alle Kolleginnen und Kollegen sprechen", erklärte Bernd Jakob, Schulleiter des Ernestinums, seinem Abschlussjahrgang. Manch einer habe sich durch Spitzenleistungen hervorgetan, andere durch die Fähigkeit trotz widriger Umstände nicht aufzugeben. ",Ratschläge sind auch Schläge‘ heißt es", betonte der Schulleiter. Und da er den Abiturienten an ihrem großen Tag keine Schläge auf ihren Weg mitgeben wolle, entscheide er sich stattdessen für Wünsche. "Ich wünsche, dass diese Krise, deren Verlauf wir nur vermuten können, für uns alle und ganz besonders für Sie eine Chance wird", sagte er. Jede Krise könne einen Wendepunkt darstellen - und eine Umkehr sei aktuell in vielen Bereichen notwendig.

Albertinum: Für besondere Leistungen prämierte das Albertinum Tristan Aladi, Chiara Alex, Enni Bieling, Julia Chilian, Marius Ebert, Paul Hermann, Alina Hilbig-Friedrich, Lilly Höhn, Hanna Keil, Elena Knoch, Wolfram Merger, Hannah Müller, Tim Pfister, Pia Schäffner, Miriam Scholz, Paula Schuchardt, Marie Sennefelder und Viola Tischer. Beste Schülerin war Paula Schuchardt mit einem Notenschnitt von 1,2.

Alexandrinum: Bester Schüler am Alexandrinum mit einem Durchschnitt von 1,0 war heuer Hannes Rosensprung. Prämien für weitere hervorragende und sehr gute Abiturleistungen mit einer Gesamtnote von 1,5 oder besser gingen an die Schüler Hristo Petkov, Magdalena Porombka, Hanna Alex, Jessica Pohl, Sophia Schleifenheimer, Benjamin Hornung, Lilli Schnabel, Nele Schubert, Jacob Frank, Selina Müller, Vincent Plötz sowie Marie Volk. Nele Schubert, Anja Schwarz und Klara Schweizer erhielten zudem Auszeichnungen für besonders gute Leistungen in der Abiturprüfung für das Fach Deutsch. Außerdem wurden Prämien für langjähriges sehr großes Engagement in der SMV, in der Musik, im Fach Kunst, für den Schulsanitätsdienst, im Schultheater sowie für langjährige und erfolgreiche Teilnahme an sportlichen Veranstaltungen übergeben.

Casimirianum: Mit insgesamt 60 unterschiedlichen Prämien, Online-Stipendien sowie anderen Ehrungen honorierte das Casimirianum in diesem Jahr die Leistungen seiner Besten des Abiturjahrgangs. Geehrt wurden hierbei Lena Augner, Tobias Birk, Carla Brehm, Annabel Dausacker, Nora Goger, Nathanael Illies, Alice Krause, Theodor Kurth, Frida Link, Fritz Link, Miklas Neely, Jakob Priesner, Lara Ruprecht, Lukas Scheler, Alexander Schmidt, Hanna Seidlitz, Laura Stampf, Rosa Voit, Alisia Werner und Sergej Zacha. Mit einem Gesamtdurchschnitt von 1,0 schloss Nathanael Illies heuer als bester Schüler am Casimirianum ab.

Ernestinum: Am Ernestinum verdienten sich heuer gleich sechs Schüler die Traumnote 1,0. Damit teilen sich Fabian Beck, Erik Harmgarth, Leon Migge, Linus Negele, Viktor Neumaier und Matthias Misar den Titel des Besten Abiturienten 2020 am Ernestinum.

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Andreas Wolfger

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Veröffentlicht am:
17. 07. 2020
17:34 Uhr

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Andreas Wolfger

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Veröffentlicht am:
17. 07. 2020
17:34 Uhr



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