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Coburg

Ein klangvoller 175. Geburtstag

Der Liederkranz Neustadt feierte sein Jubiläum mit einem bemerkenswerten Gottesdienst. Dabei traf der Chor mit seinen christlichen Liedern den richtigen Ton.



Der "Liederkranz" Neustadt machte mit einem begeisternden Jubiläumsgottesdienst beste Werbung für den Chorgesang. Foto: Tischer
Der "Liederkranz" Neustadt machte mit einem begeisternden Jubiläumsgottesdienst beste Werbung für den Chorgesang. Foto: Tischer  

Neustadt - Der Liederkranz Neustadt hat kürzlich mit einem Jubiläumsgottesdienst seiner Gründung vor 175 Jahren gedacht. "Musik ist eine Gabe Gottes", zitierte Prädikant Norbert Hofmann Martin Luther und zelebrierte eine Messe, die "wunderbar gestaltet den Besucher innerlich zur Ruhe kommen ließ", wie Oberbürgermeister Frank Rebhan konstatierte.

Mit christlichen Weisen hatte dann auch Chorleiter Wolfgang Friedrich den Ton getroffen und mit tosendem Applaus dankte das Publikum für die schönen 90 Minuten. "Es ist sicherlich ein Jubliäum, das aller Ehren wert ist", blieb es Vorsitzendem Günter Georg vorbehalten, einige Takte zur Chorgemeinschaft Neustadt/Rothenhof zu verlieren. "Ohne die Waldeslust Rothenhof wären wir nicht mehr singfähig", dankte er zunächst dem benachbarten Chor, der mit dem "Liederkranz" vor drei Jahren eine Kooperation eingegangen war und der im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag feiert.

Georg zeigte ungeschönt auf, dass der Mitgliederschwund, wie bei vielen anderen Vereinen auch, nicht aufzuhalten sei: Im Jahre 1922 habe der Liederkranz mit 297 Mitgliedern, davon 67 aktiven, seinen Höchststand, heute sei man bei etwas mehr als 40 Mitgliedern, davon die Hälfte Aktive, angekommen. Als letzter von ehemals sechs Chören in der Kernstadt, halte der "Liederkranz" aber dennoch den Chorgesang hoch in einer Gesellschaft.

Der Ehrenpräsident des Fränkischen Sängerbundes, Peter Jacobi, zollte ebenfalls viel Lob: "Mit dem musikalischen Gottesdienst habt ihr eine exzellente Visitenkarte des Chorgesangs abgegeben." Jacobi zeigte auf, dass man sich derzeit mit Gesangsunterricht in Schulen, auch in Neustadt, erfolgreich um Nachwuchs kümmere. Letzteres unterstrich auch Kreisvorsitzender Jens-Uwe Peters, der zudem hervorhob, dass der "Liederkranz" als gelebte Gemeinschaft auch die Stadt Neustadt mitprägte. Der "Liederkranz" sei zudem auch eine wichtige Stütze der Sängergruppe Muppberg, ließ dessen stellvertretende Vorsitzende Christine Wiegand wissen. Mit einem Blick nach vorne versprach Chorleiter Wolfgang Friedrich weitere öffentliche Auftritte.

Die Feier bereicherte charmant beschwingt der Projektchor des Gesangvereins Ebersdorf, die "Piccolinos", unter der Leitung von Wolfgang Blümel und Frithjof Greiner an der Violine.

Im Vereinslokal "Eckstein" wurde nach dem Gottesdienst die Feier fortgesetzt, denn auch Singen macht hungrig und durstig.

Der "Liederkranz" Neustadt wurde am 10. Februar 1844 gegründet und ist somit der drittälteste Verein Neustadts. Kantor Carl Herold leitete mit Friedrich Schaumberger zunächst den reinen Männerchor. Herold war schließlich auch Dirigent des Liederkranzes, dem klangvolle Namen wie Georg Heusinger, August Hofmann, Julius Seyd und Günther Bretschneider als Chorleiter folgten, während unter anderem Günter Huld, Kurt Jung und Horst Lesch als Vorsitzende den Verein prägten.

Im Jahre 1862 trat der "Liederkranz" dem Nordfränkischen Sängerbund und dem Deutschen Sängerbund bei. Unter dem neuen Dirigenten Georg Heusinger kam es später auch zur Gründung des "Bundes der Coburger Landliedertafel". Als dann 1874 Kantor August Hofmann als damals 21-Jähriger den Dirigentenstab übernahm, widmete sich der "Liederkranz" neben der Pflege des Chorgesangs auch noch dem Theaterspielen.

Wie bei allen Vereinen sorgten die Kriegswirren dafür, dass es entweder kein geordnetes Vereinsleben mehr gab, bzw. dieses sogar ruhte. Am 28. November 1948 nahm der "Liederkranz" allerdings wieder seinen eigenen Singstundenbetrieb auf, nachdem der Versuch von Heinrich Kiesewetter gescheitert war, unter dem Namen "Gesangverein Neustadt" einen einzigen Gesangverein aus allen früheren zu gründen.

2016 kam es schließlich zur Kooperation mit der "Waldeslust" Rothenhof, um auch weiterhin öffentliche Auftritte stemmen zu können. Derzeit steht Günter Georg an der Spitze des Liederkranzes und die Chorleitung liegt in den bewährten Händen von Wolfgang Friedrich.

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Peter Tischer
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Veröffentlicht am:
08. 11. 2019
16:36 Uhr

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Peter Tischer

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Veröffentlicht am:
08. 11. 2019
16:36 Uhr



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