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Coburg

Ein umstrittener Gast

Mehr als 80 Demonstranten erwarten Hans-Georg Maaßen am Freitagabend in der Herrngasse. Doch der Jungen Union gelingt es, ihn unbemerkt vorher ins Haus zu bringen.



Mehr als 80 Demonstranten machten am Freitagabend ihrem Unmut über den Maaßen-Besuch in Coburg Luft. Fotos: Frank Wunderatsch
Mehr als 80 Demonstranten machten am Freitagabend ihrem Unmut über den Maaßen-Besuch in Coburg Luft. Fotos: Frank Wunderatsch   » zu den Bildern

Coburg - Vermutlich wollten sie ihm Pfiffe und Buh-Rufe als Begrüßung ersparen: Während am Freitagabend mehr als 80 Demonstranten in der Herrngasse auf die Ankunft von Hans-Georg Maaßen warteten, war der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsschutzes schon lange im Haus. Auf Einladung der Jungen Union (JU) Coburg Stadt war Maaßen gekommen und hatte damit ein Bündnis von Linken, Grünen, SPD und Die Partei gegen sich aufgebracht. Und nicht nur gegen sich. Vor allem die Junge Union und deren Vorsitzender Maximilian Forkel standen im Zentrum der Kritik.

SPD-Europakandidat Martin Lücke, der betonte, keine Wahlrede halten zu wollen, ging mit ihnen scharf ins Gericht. "Klamauk-Maxi hat eine neue Masche entdeckt", kritisierte er den JU-Vorsitzenden und warf ihm vor, mit der Einladung "eine Grenze überschritten zu haben." "Das ist kein Klamauk mehr, das ist gezielte Provokation für mehr Aufmerksamkeit. Pfui Teufel", so Lücke.

Lücke hatte Mireille Ngosso, stellvertretende Bezirksvorsteherin für die Innere Stadt Wien, mit nach Coburg gebracht. Die afro-österreichische Ärztin und Politikerin erzählte, wie sich das Klima in Österreich mittlerweile gewandelt hat. "Es ist unglaublich, was bei uns passiert. Täglich schlägt die Politik auf Flüchtlinge ein. Wir müssen laut sein, jedes Mal wenn Ungerechtigkeit passiert", rief sie den Coburgern unter viel Beifall zu.

Den gab es auch für André Dörfer vom Netzwerk "Kein Platz für Rassismus". Der junge Mann hatte die Demo gegen Hans-Georg Maaßen in der Herrngasse angemeldet. "Ich bin sehr zufrieden mit der Resonanz", bekannte er mit Blick auf geschätzt zwischen 80 und 100 Teilnehmer, die sich unter dem Motto "Nicht unsere Werte" zusammenfanden. Nicht erst nach einer ganzen Stunde voller Redebeiträge und Musik wurde deutlich: Für sie ist Hans-Georg Maaßen Persona non grata.

Für Norbert Denninger, der für DIE Partei in Coburg in den Stadtrat einziehen will, sind die Jungen Unionler nichts anderes als "Horsts Jünger", die bei der Auswahl ihres Gäste ein "Höchstmaß an Fingerspitzengefühl" gezeigt hätten. "Aber vielleicht will er auch einfach nur eine Maß mit den Jungs nehmen", spekulierte er über die Gründe für den Maaßen-Besuch.

Gar nicht mal Maaßen selbst, "sondern die Leute, die ihm beistehen", seien das größte Problem bekannte hingegen Toni Münster von den Coburger Jusos. Nicht nur er fragte sich: "Warum lädt die Jugendorganisation so eine Person in unsere vielfältige Stadt ein?" Die Antwort blieb man ihm am Freitagabend zumindest vor dem Veranstaltungsort schuldig.

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Steffi Wolf

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Veröffentlicht am:
03. 05. 2019
21:18 Uhr

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Steffi Wolf

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03. 05. 2019
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