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Coburg

Einbrüche in Neustadt: Täter aus Sonneberg?

In der Nachbarstadt häufen sich Straftaten, die auf eine Bande hinweisen. Der Neustadter Polizeichef sieht "deutliche Anhaltspunkte", dass sie auch in seinem Bereich aktiv waren.



Eine verstärkte Polizeipräsenz gehört in diesem Jahr zum Stadtbild in Sonneberg. Die Aufnahme zeigt Bereitschaftspolizisten am 20. Juni bei der Kontrolle von Fußgängern in der Köppelsdorfer Straße.
Eine verstärkte Polizeipräsenz gehört in diesem Jahr zum Stadtbild in Sonneberg. Die Aufnahme zeigt Bereitschaftspolizisten am 20. Juni bei der Kontrolle von Fußgängern in der Köppelsdorfer Straße.   Foto: Zitzmann

Neustadt/Sonneberg - Eine Serie von Einbrüchen in Neustadt hängt möglicherweise mit einer Bande von Drogenabhängigen zusammen, die seit November 2018 in Sonneberg aktiv ist. Wie die Polizeiinspektion Sonneberg jetzt mitteilte, wurde bereits am Freitag ein 20-Jähriger in Untersuchungshaft genommen. Der Mann steht im dringenden Verdacht, zwischen November 2018 bis September 2019 mindestens in 33 Fällen Straftaten begangen zu haben, wobei es sich überwiegend um Eigentumsdelikte und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz handelt. Die Beamten hatten den Mann in einer Sonneberger Wohnung ausfindig gemacht, wo er noch erfolglos versucht hatte, sich unsichtbar zu machen - indem er sich in einem Bettkasten verkroch.

Dass die Polizei bei ihm an der richtigen Adresse war, erwies sich letztlich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen wurden geringe Mengen an Drogen sichergestellt. Überdies fand man Beute aus einem Einbruch. Zu den Taten, die dem Sonneberger angelastet werden, gehört zum Beispiel der Einbruch in einen Antiquitätenladen in der Mozartstraße am 4. August. Hierbei wurden Münzen und Uhren im Wert von 1000 Euro gestohlen. Das Diebesgut kam nun bei dem Beschuldigten wieder zum Vorschein. Vor dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht machten die Beamten geltend, es sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte nicht ablässt, seine Drogensucht weiter über Einbrüche oder Diebstähle zu finanzieren. Dieser Sicht schloss sich der Ermittlungsrichter an. Unter Verweis auf die Wiederholungsgefahr bestätigte das Gericht den Antrag auf Untersuchungshaft.

Bereits seit vergangenem Jahr hat die Polizei in Sonneberg eine Serie an Diebstählen und Einbrüchen registriert. Zuletzt im Juni 2019 sprach Sonnebergs Polizeichef Andreas Barnikol von einem Aufkommen von 400 Fällen in einem eher überschaubaren Zeitraum von rund einem Jahr, verteilt querbeet übers Stadtgebiet. Eingestiegen wurde in Kleingärten und Keller, in Firmen und Büros, in eine Vielzahl sozialer Einrichtungen wie Seniorenheime oder Sportlerklausen. Zugeordnet wurden die Delikte schon recht frühzeitig einer eher geringen Anzahl an Tätern aus Sonneberg, oft bereits amtsbekannt und mit Drogenerfahrungen belastet. Die Sonneberger Polizei hatte rund um diese Diebstahlsdelikte schließlich eine eigene Arbeitsgruppe gebildet und diese um Experten von der Kripo in Rudolstadt aufgestockt. Die Ermittlungserfolge blieben im Laufe der Zeit auch nicht aus:

Beginnend im November 2018 wurden zunächst zwei Brüder verhaftet, denen 73 Straftaten im Eigentumsbereich zugeordnet werden. Das Duo soll sich insbesondere in sozialen Einrichtungen bedient haben.

In der Folge holte sich Sonnebergs Polizei eine Hundertschaft an Bereitschaftspolizisten ins Revier, die im Januar dieses Jahres auf der Suche nach Beute-Verstecken 14 leer stehende Wohnhäuser und Gewerbeobjekte im Stadtgebiet filzten.

Der nächste Zugriff ergab sich im März, als zwei dringend Tatverdächtige gestellt wurden, denen die Polizei meint, die Verantwortung für gut drei Dutzend Vergehen zur Last legen zu können.

Der Druck auf die Szene blieb hoch. Zuletzt Ende August tourte eine halbe Hundertschaft an Polizisten durch Sonneberg, Schalkau und Judenbach auf der Suche nach Waffen, Drogen und Diebesgut - und wurde fündig.

Matthias Schuhbäck, Leiter der Polizeiinspektion Neustadt kann nicht ausschließen, dass der Täter auch im Neustadter Bereich aktiv war. Dafür gebe es sogar "deutliche Anhaltspunkte", sagte er auf Anfrage der Neuen Presse. Zum einen hätte man im fraglichen Zeitraum Wohnungseinbrüche in der Sonneberger Straße, in der Ebersdorfer Straße, in der Wildenheider Straße und in der Birkenleiter zu verzeichnen gehabt. "Alles Bereiche am Rand von Neustadt Richtung Sonneberg", betont Schuhbäck. Ob der Verdacht belastungsfähig ist, müsse jetzt untersucht werden. "Wir haben am Dienstag von den Kollegen eher beiläufig von der Festnahme erfahren", so Schuhbäck. Natürlich müssten jetzt Spuren miteinander verglichen werden. "Fest steht: Von November 2017 bis September 2019 waren Einbrüche in Neustadt kein Thema. Jetzt ist es im vergleichbaren Zeit plötzlich eines geworden."

 
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Andreas Beer, vol
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Veröffentlicht am:
16. 10. 2019
14:16 Uhr

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Andreas Beer, vol

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Veröffentlicht am:
16. 10. 2019
14:16 Uhr



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