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Coburg

Eine Erfolgsgeschichte für den Wald

Die Korporation Heldritt gibt es seit 150 Jahren. Das wurde auch bei einem Spaziergang gebührend gefeiert.



Dem ältesten und dem jüngsten Mitglied der Maß-und Waldkorporation Ruprecht von Butler und Jakob Florschütz blieb es vorbehalten den Gedenkstein an das 150-jährige Bestehen der Vereinigung zu enthüllen.
Dem ältesten und dem jüngsten Mitglied der Maß-und Waldkorporation Ruprecht von Butler und Jakob Florschütz blieb es vorbehalten den Gedenkstein an das 150-jährige Bestehen der Vereinigung zu enthüllen.   » zu den Bildern

Heldritt - Als einen "Glücksfall für die Waldbewirtschaftung" bezeichnet der ehemalige Revierleiter Norbert Wimmer in seinem Buch "Felder, Wiesen und Auen" die Gründung der Wald- und Maßkorporation Heldritt im Jahr 1869. Nun konnten die Vereinigungen am Sonntag ihr 150. Jubiläum feiern. Am Vormittag stand zunächst ein Gottesdienst, den Pfarrer Simon Meyer zelebrierte, mit Landrat Sebastian Straubel und Schirmherr Bürgermeister Tobias Ehrlicher sowie Ruprecht von Butler im Mittelpunkt des Geschehens.

Ruprecht von Butler, der mit seinen 94 Lebensjahren das älteste Mitglied der Korporation ist, davon 62 Jahre als Vorstandsmitglied, ging in seiner Rede auf die geschichtliche Entwicklung der beiden Flächen ein. Er erläuterte, dass die sogenannte Masswaldung ein Waldgebiet ist, das schon vor dem Dreißigjährigen Krieg bestand. Die Waldkorporation liegt demnach auf einer knapp 94 Hektar großen Fläche, die zunächst zum erheblichen Teil aus Weidegebiet bestand, die sich nach dem Dreißigjährigen Krieg zu reinem Fichtenwald entwickelte. Von Butler weiter: "So wurden die ehemaligen 45 Hutrechte zu entsprechenden Waldrechten." Wichtige Daten waren der 17. April 1883 beziehungsweise der 14. April 1885, als aus den jeweiligen Nutzungsberechtigten Eigentümer der Flächen wurden. "Für mich gibt es keinen Zweifel, dass unsere Korporationswälder vorzüglich bewirtschaftet werden." Von Butler weiter: "Unser Wald war stets ein Musterbeispiel dafür, wie man Nutz- und Schutzfunktionen sinnvoll vereinen und gestalten kann. Außer bei Katastrophen wurde immer weniger Wald genutzt als nachwächst". Mahnende Worte fand Ruprecht von Butler, als er darauf hinwies, dass man nicht in Aktionismus verfallen dürfe, sondern behutsam vorgehen und auch für Veränderungen mit eventuellem Waldumbau aufgeschlossen sein müsse.

Am Nachmittag wurden dann bei einem Waldspaziergang unter anderem auch Themen wie Naturverjüngung, Eschensterben und Biotopbäume angesprochen. Auf großes Interesse stieß der 480 000 Euro teure Harvester, der drei Fichten aus dem Wald entnahm. Deutlich wurde bei dem Spaziergang, dass dennoch Handarbeit im Wald unverzichtbar ist. Winfried Wolf zeigte auf, dass die Maschine nur zum Einsatz kommt, wenn größere Mengen an Holz zur Verarbeitung anstehen. Am Ende wurde als Zeichen für die Zukunft eine Flatterulme gepflanzt sowie zur Erinnerung an 150 Jahr Waldkorporation ein Gedenkstein enthüllt.

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Martin Rebhan
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Veröffentlicht am:
15. 10. 2019
16:46 Uhr

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Martin Rebhan

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Veröffentlicht am:
15. 10. 2019
16:46 Uhr



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