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Coburg

Eine Wohnraumbörse für alle

Aus einem Angebot für Flüchtlinge wird eines für jeden. Außerdem startet im Landkreis im Juli das Stadtradeln.



Coburg - Eigentlich wollte Melina Hartung, die Integrationslotsin des Landkreises, auf der Bürgermeisterdienstbesprechung am Dienstag die neue Wohnraumbörse für anerkannte Asylbewerber im Landkreis vorstellen. Auf der Homepage des Landratsamtes haben Vermieter die Möglichkeit, freie Wohnungen zu melden. Eine Anzeige in den Amtsblättern der Kommunen soll auf das Angebot hinweisen. Allerdings wird daraus nun eine Wohnraumbörse für alle Menschen im Landkreis.

"Wir wollen jeden gleich behandeln. Wir haben in Rödental sehr viele Menschen, die gerade eine Wohnung suchen", sagte Marco Steiner, der Bürgermeister von Rödental. Er befürchtete, dass ein solches Angebot den Eindruck vermitteln könnte, dass Flüchtlinge bevorzugt behandelt würden. Einwände, die auch Landrat Michael Busch verstehen konnte.

"Wir sollten aufpassen, dass wir keine rechtspopulistische Stimmung schüren", warf Busch ein. Er schlug vor, das Wort Flüchtlinge aus der Anzeige zu streichen, die in den Amtsblättern veröffentlicht werden soll. "Wir können die Vermieter ja in einem zweiten Schritt fragen, ob sie bereit wären, die Wohnung auch an anerkannte Flüchtlinge zu vermieten", fügte er hinzu.

Auf der Dienstbesprechung wurde durchaus deutlich, dass es Probleme gibt, Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge zu finden. Denn sie müssen die dezentralen Unterkünfte verlassen und sich eine Wohnung auf dem Markt suchen. Solange sie keine Arbeit haben, trägt das Jobcenter die Kosten.

"Sicher bekommen die Vermieter so zuverlässig ihr Geld. Aber was ist, wenn der Flüchtling dann einen Job findet?", fragte Martin Finzel, der Bürgermeister von Ahorn. Auch eine mögliche Abschiebung sei ein Risiko für Vermieter. Es sei schließlich nicht geklärt, wer in diesem Fall die Wohnung saniert und wieder leer räumt.

"Wir haben bei uns in Neustadt inzwischen einige Menschen, die sich nur mit diesem Thema beschäftigen", sagte Elke Protzmann, Neustadts 2. Bürgermeisterin. Ähnliches berichtete auch Martin Mittag, der Chef im Seßlacher Rathaus. Er brachte die Idee auf, eine Börse zu schaffen, in die sich suchende Flüchtlinge selbst eintragen. Das ist in Melina Hartungs Augen aber nicht notwendig. "Die ehrenamtlichen Helferkreise in den Gemeinden haben einen guten Überblick", entgegnete sie.

Außerdem stellte die Klimaschutz-Managerin des Landkreises, Lisa Güntner, die Aktion "Stadtradeln" vor. An ihr haben in den vergangenen Jahren bereits etliche Kommunen aus dem Coburger Land teilgenommen. Heuer findet die Aktion vom 7. bis zum 27. Juli statt. Alle Teilnehmer tragen ihre gefahrenen Kilometer auf der Homepage der Initiative ein. Im vergangenen Jahr hatte das Team aus Dörfles-Esbach die Nase vorn. "Beim Stadtradeln machen immer zwischen sechs und sieben Kommunen mit. Ich hoffe, dass es dieses Mal mehr werden", sagte Güntner.

Für die fleißigsten Radler hat der Landkreis einen Preis ausgelobt. Die Kommune mit den meisten gefahrenen Kilometern bekommt einen Fahrradständer. Zudem erhält jeder, der sich für das Stadtradeln registriert, ein Gutscheinheft - und kann sich damit zum Beispiel in der Therme Natur in Bad Rodach kostenlos die Trinkflasche nachfüllen. Die Landkreis ist noch auf der Suche nach weiteren Kooperationspartnern. Interessenten können sich im Landratsamt melden.

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Katja Diedler

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Veröffentlicht am:
12. 06. 2018
15:46 Uhr

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12. 06. 2018
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